FUSSBALL
Kann der SC Kriens gegen Lieblingsgegner Xamax punkten?

Im Auswärtsspiel in Neuchâtel droht dem SC Kriens heute (19.00) der Absturz auf den Challenge-League-Abstiegsrang.

Turi Bucher
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Einer der raren Krienser Siege in dieser Saison: Liridon Mulaj schiesst das 1:0 für den SCK gegen Xamax.

Einer der raren Krienser Siege in dieser Saison: Liridon Mulaj schiesst das 1:0 für den SCK gegen Xamax.

Urs Lindt/Freshfocus (Neuenburg, 22. Januar 2021)

Wo soll das hinführen, wenn nicht in den Abstieg? Der SC Kriens hat in seiner dritten Saison seit dem Comeback in der Challenge League 14 von 29 Partien verloren, vor allem nur sechs Spiele gewinnen können. Deshalb stehen die Krienser tief im Abstiegssumpf, nur zwei Punkte auf Distanz zum letzten Tabellenrang, der in der Schlussabrechnung den Gang hinunter in die Promotion League bedeutet.

Kriens verpasste am Samstag mit der 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen Schaffhausen den Befreiungsschlag und muss heute (19.00) auswärts in Neuenburg bei Xamax antreten. Die weiteren heutigen Partien im Abstiegsbereich: Chiasso – Grasshoppers (19.00) und Wil – Aarau (20.00). Wenn Chiasso die Grasshoppers bezwingt und Kriens in Neuchâtel nicht punktet, steht der SCK auf eben diesem letzten Rang.

In Kriens wird man nicht müde, zu betonen, dass die Moral stimme, dass man «Ruhe bewahren» will, wie Sportchef Galliker es am Samstagabend nach dem Nuller gegen Schaffhausen erklärte. «Wir verfallen sicher nicht in Panik, es ist nicht so, dass bei uns die Alarmglocken läuten.»

Ohne Torchancen werden keine Spiele gewonnen

Sollten sie dies nicht? Mit intakter Moral die Partien mit dem Gegner auf Augenhöhe zu bestreiten, ist das eine; der Totomat, die Tabelle das andere, nämlich die alarmierende Wahrheit. Und die besagt auch, dass Kriens im Spiel gegen Schaffhausen ausser einer scharfen, flachen Hereingabe von Flügel Daniel Follonier nichts Gefährliches im gegnerischen Strafraum zu Stande brachte. Wie soll man so Spiele gewinnen?

Argumentiert wurde auch mit dem aufwendigen und kräftezehrenden Cup-Match gegen Servette vom Mittwoch (2:3 nach Verlängerung), aber die Zeit des Argumentierens, der Begründungen, der Entschuldigungen gar ist definitiv abgelaufen: Kriens muss nun liefern, muss nun punkten.

Kriens hat gegen Xamax noch nicht verloren

Dabei hat Kriens in dieser Saison durchaus eine gute Bilanz gegen den heutigen Gegner Xamax. Im Cup gab es einen 4:1-Sieg, in der Meisterschaft zwei Siege und ein Unentschieden (3:1; 1:0, 1:1) – keine einzige Niederlage. Insofern sind die Neuenburger der Lieblingsgegner der Krienser.

Xamax-Star Raphaël Nuzzolo hatte im vergangenen Sommer orakelt, die Neuenburger würden noch ein paar Wochen brauchen, um nach dem Abstieg aus der Super League und der Totalrenovation des Spielerkaders wieder in die Erfolgsspur zu finden. Nun, es dauerte ein bisschen länger. Trainer Stéphane Henchoz wurde in der Folge entlassen und durch Andrea Binotto (ehemals Stade Lausanne-Ouchy) ersetzt. Auch Binotto, der Bruder von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, schaffte den Turnaround nicht sofort.

Aufgepasst auf Xamax’ Nationalstürmer Mafouta

Doch seit einigen Wochen liefert Xamax wieder konstantere Leistungen, lebt auch von den Toren des in Frankreich geborenen Louis Mafouta. Der für die Nationalmannschaft von Zentralafrika spielende Mafouta war bis zum letzten Sommer noch beim französischen Viertligisten RC Grasse engagiert und erzielte in der Challenge League bisher 13 Tore für Xamax. Damit ist der 26-jährige Mafouta hinter Schaffhausens Rodrigo Pollero zweitbester Torschütze der Liga. Mit drei zusätzlichen Assists ist er demnach bei rund jedem zweiten Xamax-Treffer beteiligt. Für die Zentralafrikanische Republik erzielte er in 17 Länderspielen sechs Tore.

Neuchâtel spielte am letzten Freitag im Duell der beiden Super-League-Absteiger in Thun 0:0. Gut zu erkennen war, dass Xamax Wert auf eine solide und funktionierende Defensivarbeit legte, vielleicht auf Kosten von mehr offensiver Gefährlichkeit. Dies, obwohl Trainer Binotto vor dem Anpfiff gesagt hatte: «Wir müssen nun alles abrufen, um in jedem Match Tore zu schiessen. Es bleibt bis zum Schluss eng.»

Wirklich? Der SC Kriens könnte heute dafür sorgen, dass es für Xamax weiterhin eng bleibt.

Hinweis

Das Spiel Xamax – Kriens wird im Livestream der Swiss Football League übertragen: www.sfl.ch/challengeleague/matchcenter