Karin Thürig gewinnt zum 3. Mal den Ironman

Die Luzernerin Karin Thürig gewinnt nach 2005 und 2010 zum dritten Mal den Ironman in Zürich. Damit endet ihr letztes Rennen in der Schweiz mit einem Triumph.

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Ronnie Schildknecht gewinnt den Ironman in Zürich (Bild: Keystone)

Ronnie Schildknecht gewinnt den Ironman in Zürich (Bild: Keystone)

Bei den Frauen siegte die überglückliche Karin Thürig, die nach dieser Saison vom Spitzensport zurücktritt. «Der Sieg heute ist ein wunderschöner Abschluss in der Schweiz, die Stimmung war extrem toll!» Als langjährige Spitzenathletin sei sie schon an vielen Orten auf der Welt gestartet, aber in der Schweiz sei es halt immer wieder am schönsten. Nach dem Schwimmen lag die 39-Jährige noch auf Position sieben, 7:08 Minuten hinter der schnellsten Schwimmerin, Anja Ippach (De). Die Deutsche führte das Rennen bis Kilometer 33 auf der Radstrecke an, ehe sie von Amy Marsh (USA) überholte wurde. Später wurde sie disqualifiziert, nachdem sie fehlgeleitet wurde. Auf der Radstrecke drehte die ehemalige Radweltmeisterin Thürig dann voll auf und arbeitete sich bis an die Spitze vor, welche sie bis ins Ziel nicht mehr abgab. «Der Sieg heute war der härteste, weil der Abstand gegen hinten viel geringer als sonst war, was für den Kopf viel schwieriger war». Thürig bezeichnete ihr heutiges Rennen als «gut, aber nicht perfekt». Definitiver Abschluss ihrer Karriere wird die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii sein.

Schildknecht siegt bei den Männern

Ronnie Schildknecht gewinnt den Ironman in Zürich (Bild: Keystone)

Ronnie Schildknecht gewinnt den Ironman in Zürich (Bild: Keystone)

Nach den 3,8 km Schwimmen im Zürichsee lag Schildknecht auf fünfter Position, 2:14 Minuten hinter dem Spanier Clemente Alonso. Mathias Hecht, der kurz nach dem Spanier als Zweiter aus dem Wasser kam, übernahm gleich zu Beginn der 183 km langen Radstrecke die Führung und behielt diese bis in den zweiten Wechsel. 2:15 Minuten später nahm auch Schildknecht als Zweiter den abschliessenden Marathon unter die Füsse und machte kontinuierlich Zeit auf Hecht gut. Zu Beginn der zweiten von vier Laufrunden gelang es dem Thalwiler schliesslich, Hecht zu überholen. Mit einer Zeit von 8:19:51 Stunden sicherte sich Schildknecht den fünften Sieg in Folge am Ironman Switzerland.

Den Streckenrekord von Oliver Bernhard (8:12:27) aus dem Jahr 2000 verpasste er, wobei anzumerken ist, dass die heutige Rad-Streckenführung auf Grund einer Baustelle 3 km länger war als üblich. «Ich bin überglücklich über diesen Sieg heute, es war der härteste hier in Zürich!», strahlte Schildknecht.

Im Schwimmen ging Schildknecht aufs Ganze, verpasste aber trotzdem die Spitzengruppe. «Es gelang mir dann glücklicherweise, mich an Mike Aigroz, der die Spitzengruppe ebenfalls verpasste, anzuhängen und den Zeitrückstand in Grenzen zu halten». Auf der Radstrecke merkte der Thalwiler bald, dass er nicht die besten Beine hatte. «Es war wirklich extrem hart auf dem Rad und es gelang mir nicht, Druck aufzubauen». Hecht schaffte es deshalb, bis fünf Minuten auf Schildknecht herauszufahren. «Ich geriet durch diesen Rückstand mental in eine Negativspirale. Erst als ich in einer Abfahrt gleich zwei vor mir liegende Konkurrenten überholen konnte, schöpfte ich wieder Hoffnung», erklärte Schildknecht. Sich seiner momentan guten Laufform bewusst, sah Schildknecht den vor ihm liegenden Hecht auf der Laufstrecke schon bald. «Die erste Hälfte lief ich relativ locker, erst den zweiten Teil der Strecke lief ich voll und konnte Hecht definitiv hinter mir lassen». Fünfmal in Zürich siegen zu können, sei wunderschön. «Grösstes Ziel bleibt jedoch, dass ich auch in Hawaii einmal zuoberst auf dem Podest stehe!»

Obwohl Mathias Hecht das Rennen heute über lange Zeit anführte, zeigte er sich am Ende über seinen dritten Platz glücklich: «Ich habe heute den dritten Ironman innerhalb von fünf Monaten absolviert und wusste deshalb, dass meine Vorbereitung für Zürich nicht perfekt war und ich ein Risiko eingehen musste, wenn ich etwas erreichen wollte.» Ein Risiko, das sich auf der Marathonstrecke bemerkbar machte. «Zwischen den Kilometern 25 und 27 stand ich fast still. Ich bin deshalb sehr zufrieden mit meinem Podestplatz!» Mike Aigroz klassierte sich hinter dem Franzosen Cyril Viennot auf Rang 5, Stefan Riesen gab das Rennen nach der ersten Laufrunde auf.

Die Resultate

Zürich. Ironman Switzerland (3,8 km Schwimmen/183 km Rad/42,195 km Laufen). Männer: 1. Ronnie Schildknecht (Samstagern) 8:19:51. 2. Clemente Alonso (Sp) 8:04 Minuten zurück. 3. Mathias Hecht (Willisau) 10:34. 4. Cyril Viennot (Fr) 16:10. 5. Mike Aigroz (Château d'Oex) 18:29. 6. Sergio Marques (Por) 28:09. 7. Rafael Wyss (Thalwil) 31:44. 8. Mike Schifferle (Ballwil) 34:05.Aufgegeben: Stefan Riesen (Rüschegg Heubach, 11 km Laufen)

Frauen: 1. Karin Thürig (Retschwil) 9:03:26. 2. Amy Marsh (USA) 8:09. 3. Erika Csomor (Ung) 33:33. 4. Regula Rohrbach (Zürich) 38:51. 5. Sandra Patt (Hirzel) 1:05:20.6. Jana Candrova (Tsch) 1:05:48.Disqualifiziert: Anja Ippach (De, fehlgeleitet)