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KATEGORIENSIEGERIN: «Das ist ein Lauf zum Geniessen»

Beatrice Odermatt aus Eich ist 55 und hat vor 30 Jahren den Marathon entdeckt. In Luzern war sie 10 Minuten länger unterwegs als bei ihrem Rekord in Basel.
Turi Bucher
Sie hat nicht gelitten: Beatrice Odermatt aus Eich. Bild: Dominik Wunderli

Sie hat nicht gelitten: Beatrice Odermatt aus Eich. Bild: Dominik Wunderli

Da steht sie nun, Beatrice Odermatt aus Eich, in ihrem schwarzrotblauen Laufdress und mit ihrer weissen Winterkappe. Früh war sie am Sonntagmorgen mit dem Auto angereist, hatte im Lido-Areal sogar einen Parkplatz gefunden.

Ganz unscheinbar ist sie dann am Sonntagmittag durchs Ziel gelaufen, nachdem sie die Strecke von 42,195 Kilometern absolviert hatte. Mit einer Zeit von 3 Stunden, 28 Minuten und 36 Sekunden ist sie in der Kategorie der 55-jährigen Frauen als Erste im Luzerner Verkehrshausgelände eingetroffen. Wenige Sekunden später atmet sie noch einmal tief durch und antwortet dem Fotografen, der ihr hinterher gerannt ist: «Ja, ja, kein Problem.» Lächelnd posiert sie für das Bild, und irgendwie sieht sie nicht so aus, als ob sie jetzt gerade einen Marathonlauf hinter sich hat, es könnte ebenso gut sein, dass sie sich grad für den Start parat macht. Einziges Indiz für den Zieleinlauf: die umgehängte Medaille.

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Das heisst, die Langstreckenläufer beginnen nach ihrem aussergewöhnlichen Kraftakt am selben Tag noch damit, sich bereits auf den nächsten Event vorzubereiten. Nicht so Beatrice Odermatt gestern. «Der Lauf in Luzern war für mich ein würdiger, schöner Abschluss der Laufsaison.»

Der Luzerner Marathon ist nicht für Rekorde da

Vor drei Wochen war Beatrice Odermatt am Basler Marathon noch ihre persönliche Bestzeit gelaufen. Nach drei Stunden und 18 Minuten traf sie in Basel im Ziel ein und stoppte auf ihrer Armbanduhr den Rekord. Dass sie in Luzern rund zehn Minuten länger benötigte, stört sie überhaupt nicht. «Ich habe nicht zehn Minuten länger gebraucht, sondern ich habe Luzern zehn Minuten mehr geniessen können», sagt sie lächelnd. Denn für Beatrice Odermatt ist klar: «Das ist ein Lauf zum Geniessen. Luzern ist ein Genuss. Dieser Marathon ist nicht dazu da, um Rekorde oder Bestzeiten aufzustellen. Hier in Luzern spielt es keine Rolle, wenn man einmal etwas langsamer unterwegs ist. Zudem ist die Strecke kupiert, also mit einigen Metern Höhenunterschied, was mir sowieso nicht besonders liegt.»

Odermatt erklärt die Faszination Marathon Luzern weiter: «Die herrliche Landschaft ist das eine. Es macht auch über 42 Kilometer richtig Spass, an einem solchen Sonntag durch Luzern zu laufen. Und die Zuschauer sind das andere. Diese Begeisterung, diese Anfeuerungsrufe auf der ganzen Strecke, das ist unvergleichlich.»

Beine hochlagern, und dann gehts weiter

Nein, so richtig erschöpft ist Beatrice Odermatt im Ziel nicht. Bis zum Alter von 20 Jahren war sie Trampolin-Spitzensportlerin, «den Marathon habe ich mit 25 entdeckt». Seither läuft sie. «Ja, ich habe schon eine gewisse Routine. Jetzt spaziere ich mit meinem Mann noch ein bisschen durch die Stadt, und am Abend werde ich daheim die Beine hochlagern.»

Und wie sieht es nach diesem Marathon in den kommenden Tagen mit der Regeneration des Körpers aus? Beatrice Odermatt antwortet locker, so locker, wie sie durchs Ziel gelaufen ist: «Das ist für mich kein grosses Problem. Ab Montag kann ich schon wieder joggen.»

Fast die Höchstnote für den Luzerner Marathon

Beatrice Odermatt lief in diesem Jahr schon die über 100-Kilometer-Strecke in Biel oder den bereits erwähnten Marathon von Basel. Sie hat in den letzten dreissig Jahren etliche Läufe bestritten, Highlights erlebt und Erfolge erreicht. Also, Frau Odermatt, auf einer Skala von 1 bis 10, welche Note erhält der Marathon von Luzern? Sie strahlt übers ganze Gesicht und antwortet: «Ehrlich, ich würde Luzern fast eine 10 ­geben!»

Turi Bucherarthur.bucher@luzernerzeitung.ch

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