Regionalfussball
Keine Aufstiegsspiele in der 3. Liga - Enttäuschung bei den Klubs

Der IFV erklärt den Verzicht auf Aufstiegsspiele damit, dass einigen Teams ein zu dichtes Programm in zu kurzer Zeit gedroht hätte. Das Vorgehen des Verbands kommt nicht überall gut an.

Peter Birrer
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Ein 3.-Liga-Spiel zwischen Ebikon (in schwarz) und Baar im Sommer 2019.

Ein 3.-Liga-Spiel zwischen Ebikon (in schwarz) und Baar im Sommer 2019.

Stefan Kaiser

Als absehbar war, dass die Saison 2020/21 auf regionaler Ebene wohl doch fortgesetzt werden kann, gingen ambitionierte Drittligisten in die Offensive. Im Juni lediglich die Vorrunde zu Ende bringen, damit die Meisterschaft gewertet werden kann, das war ihnen zu wenig. Sie beantragten beim Innerschweizer Fussballverband (IFV), dass die traditionellen und beliebten Aufstiegsspiele nicht zum zweiten Mal in Folge ausfallen.

Am Mittwochabend lud der IFV zu einer virtuellen Informationsrunde, an denen die Verantwortlichen der involvierten Vereine teilnahmen. Was sie zu hören bekamen, entsprach nicht ihren Vorstellungen: Die Aufstiegspoule findet nicht statt. Präsident Urs Dickerhof begründete den Entscheid mit dem zu dichten Programm in zu kurzer Zeit.

«Es gibt Klubs, die mit Nachtragsspielen der Vorrunde, Cuppartien und eben der Aufstiegsrunde im extremsten Fall neun Mal im Einsatz stünden, andere könnten auf acht Begegnungen kommen – und das innert nur drei Wochen», sagt er. Und: «Wir hätten unter diesen Umständen kein Ausweichdatum, falls ein Spiel aus irgendeinem Grund verschoben werden müsste.» Der Re-Start der Saison ist auf den 12. Juni angesetzt, das Ende der Saison auf den 4. Juli terminiert.

Dickerhof und seine Vorstandskollegen erhielten von den zugeschalteten Exponenten nicht eben Applaus. «Schade», sagt Ebikons Präsident Beat Niederberger, der Initiant des Vorstosses, bevor er deutlicher wird: «Ich bin sehr enttäuscht und habe Urs Dickerhof mitgeteilt, dass ich mit dem Vorgehen des IFV gar nicht einverstanden bin. Ich hätte mir gewünscht, dass die betroffenen Vereine in die Entscheidungsfindung involviert werden.»

Niederberger hatte gehofft, diese Saison mit einem Highlight abzuschliessen. Stattdessen sind die Chancen, dass sein FC Ebikon einer der zwei oder maximal drei direkten Aufsteiger sein wird, überschaubar. In der Gruppe 2 liegt die Mannschaft zwei Punkte hinter dem FC Rothenburg, der noch zwei Partien nachholen muss. Für Ebikon endet die Vorrunde mit dem Auftritt bei Hergiswil II. Mit Spielern, die laut dem Präsidenten «ebenfalls sehr enttäuscht reagierten», als sie vom Beschluss des IFV erfuhren.

Die Sache mit der Sitzpflicht

Wenn ab dem 12. Juni der Ball wieder rollt, dürfen maximal auch 300 Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort sein – vorausgesetzt, dass der Sportplatz über Sitzplätze verfügt. Denn: Laut Bestimmungen des Bundesrats gilt eine Sitzpflicht. Zudem sind Schutzmasken obligatorisch, und der Mindestabstand muss eingehalten werden.

Allerdings: Partien mit Fussballern, die Jahrgang 2001 haben oder jünger sind, dürfen maximal 300 Leute stehend mitverfolgen. Das kann zur seltsamen Konstellation führen, dass beispielsweise um 18 Uhr ein B-Juniorenmatch vor 300 Stehplatzbesuchern stattfindet – und wenn im Anschluss daran die erste Mannschaft spielt, müssen dieselben 300 Besucherinnen und Besucher sitzen. Dickerhof will darüber nicht zu viele Worte verlieren, sondern sagt nur: «Es ist ein Problem.»