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Keine Lust auf Profi-Langlauf: Nathalie von Siebenthal zieht sich aus dem Weltcup zurück

Im WM-Skiathlon kann Nathalie von Siebenthal ihre Formschwäche nicht abstreifen. Der wirkliche Dämpfer des Tages ist aber ein anderer: Die Berner Oberländerin bestätigt, dass sie dem Weltcup den Rücken zukehren will. Wohl für immer.
Ralf Streule, Seefeld
Nathalie von Siebenthal: «Ich bin irgendwie blockiert.» (Bild: Matthias Hangst/Getty, Seefeld, 23. Februar 2019)

Nathalie von Siebenthal: «Ich bin irgendwie blockiert.» (Bild: Matthias Hangst/Getty, Seefeld, 23. Februar 2019)

Nathalie von Siebenthals Ratlosigkeit hat etwas Erfrischendes. Dinge schönreden liegt ihr nicht. Warum sie in dieser Saison nicht auf Touren gekommen sei, wollen die Journalisten in den Tagen vor ihrem WM-Start wissen. «Ich weiss es nicht.» Und auch nach einer längeren Pause, in der ein Zusatz, eine genauere Erklärung erwartet wird, folgt nur Achselzucken. Die Lust am Langlaufzirkus, das dringt bei der Bernerin deutlich durch, ist ihr vergangen.

Als «erste grosse Krise» beschrieb der «Tagesanzeiger» die Situation gestern am Tag des WM-Skiathlons – während von Siebenthal im «Saanener Anzeiger», dem Regionalblatt aus ihrer Heimat, bereits deutlicher geworden war. Eine Weltcuppause werde sie einlegen, vielleicht dem Weltcup sogar ganz den Rücken zukehren. Ein halber Rücktritt also? 30 Prozent Chancen gibt sie sich, nach einer Saison Pause den Schritt zurück in den Spitzensport noch einmal zu machen. Aber: «Wenn ich den Spitzensport nicht vermisse, dann werde ich auch nicht mehr zurückkommen.»

30 Prozent Chancen für eine Rückkehr in den Weltcup?

Beim Schweizer Verband reagierten gestern einige überrascht auf von Siebenthals Aussagen. Immerhin: Der engste Betreuerkreis sei über ihren Entscheid im Bilde gewesen. Disziplinenchef Hippolyt Kempf und Trainer Peter von Allmen wussten von ihrem bereits Anfang Saison getroffenen Entscheid. Offenbar versuchten sie bis zuletzt, sie zum Weitermachen zu motivieren. Doch auch sie wussten: Stets hatte für die Berner Oberländerin auch die Arbeit auf dem Bauernhof grosse Priorität gehabt, ein Umzug in die Schweizer Langlaufbasis nach Davos war für sie nie ein Thema.

Auch Olympia-Diplome stimmten sie nicht um

Auch die starken Ergebnisse 2018 in Pyeongchang, als sie im Skiathlon sowie über 10 km auf den sechsten Platz gelaufen war, hatten ihre bereits vor einem Jahr beginnende Unlust nicht beseitigen können. Eher war sie damals nach den Rennen unzufrieden damit, nicht ganz vorne mithalten zu können. Und auch gestern, nach dem 19. Platz im WM-Skiathlon, reagierte von Siebenthal leicht genervt. «Ich kann nicht zufrieden sein, wie schon die ganze Saison.» Zwar sei sie im Skating-Teil noch ein wenig nach vorne gekommen, aber: «Ich fühle mich nicht wie in einem Rennen und kann nicht reagieren. Ich bin irgendwie blockiert.»

Langlauf sei von Beginn weg ihr Hobby gewesen, Langlauf sei bis heute ihr Hobby geblieben, dies erklärt sie ohne Umschweife. Dass sie sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich der Weltspitze angenähert hatte, überrascht vor diesem Hintergrund. Und zeigt, welches Potenzial in der aktuell besten Schweizer Distanzläuferin steckt. Umso härter dürfte ihr Entscheid Swiss-Ski treffen. Wäre für sie mit mehr Fokus auf den Sport nicht eine herausragende Karriere möglich? Nein, findet sie. Sie brauche den Ausgleich auf dem Bauernhof. «Beim Melken kann ich besser abschalten.»

Im Sommer will sie sich zunächst auf Bergläufe konzentrieren, wie sie dies in der Zwischensaison oft tat. Im Winter dann vielleicht einige Langlaufrennen auf unterer Stufe. «Und dann werden wir sehen.»

Weltmeisterschaften Seefeld (AUT). Weltmeisterschaften. Langlauf. Frauen. Skiathlon (2×7,5 km): 1. Johaug (NOR) 36:54,5. 2. Östberg (NOR) 57,6 Sekunden zurück. 3. Neprjajewa (RUS) 58,7. – Ferner: 18. Nathalie von Siebenthal (SUI) 2:44,6.

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