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Kolumne

Keine Peitschenhiebe für lesbische Athletinnen

Was eine Leichtathletik-WM in Katar für homosexuelle Sportler und Fans bedeutet. Die Kolumne zu den Titelkämpfen in Doha.
Rainer Sommerhalder

Die Golfstaaten sind keine Traumdestination für Homosexuelle. Das muslimische Recht der Scharia verbietet gleichgeschlechtliche Liebe. In Katar drohen dafür bis zu fünf Jahre Gefängnis und Dutzende Peitschenhiebe. Der Staat hat auch schon ausländische Sünder verurteilt.

In der Leichtathletik gibt es wenige lesbische oder schwule Sportler, die sich öffentlich geoutet haben. Die US-Mittelstreckenläuferin Nikki Hiltz gehört zu ihnen. Seit die Kalifornierin ihre Liebe zu einer anderen Läuferin eingestand, ging es in ihrer Karriere steil nach oben. Das Bekenntnis, das die 24-Jährige 2016 zuerst ihren Eltern offenbart hatte, wirkte wie eine Befreiung.


Der US-Verband hat seinen Sportlerinnen und Sportlern unabhängig von der sexuellen Ausrichtung geraten, sich in Doha unauffällig zu benehmen. Hiltz, die heute über 1500 m ihr WM-Debüt gibt, will ihre Neigung aber nicht verleugnen. Ihr Sponsor Adidas zeigte die Athletin in der Vergangenheit auch schon umhüllt mit einer Regenbogenflagge. Dafür gab es in den sozialen Medien 153 000 Likes, aber auch Hasskommentare.

Hiltz sagt, sie werde die Sitten im Gastland akzeptieren und ihre Freundin im Stadion nicht küssen. Diese Zurückhaltung in der Öffentlichkeit erwarten auch die Organisatoren der Fussball-WM 2022 von den Fans. Dafür versprechen sie, nicht gegen homosexuelle Gäste vorzugehen. Also keine Peitschenhiebe für Hiltz und Co.

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