Keine Quarantäne in Kriens, grünes Licht für Europa

Der HC Kriens-Luzern möchte morgen Donnerstag die Siegesserie auswärts beim BSV Bern fortsetzen. Neben dem Platz nimmt der Aufwand derweil zu.

Stephan Santschi
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Drei Spiele, drei Siege – dieser Saisonauftakt kann sich sehen lassen: Der HC Kriens-Luzern schlug im ersten NLA-Spiel Wacker Thun mit 30:21 und in der 1. Qualifikationsrunde der European League eliminierte er die Kroaten des RK Dubrava. Der diskussionslose 28:19-Sieg am letzten Samstag in Zagreb sorgte dabei auch für Anerkennung in der internationalen Szene. «Der Präsident von Dubrava machte uns ein riesiges Kompliment. So hoch verliere sein Team nicht einmal gegen Champions-League-Teilnehmer», erzählt Goran Perkovac, der Trainer des HC Kriens-Luzern.

Der HC Kriens Luzern ist erfolgreich in die Saison gestartet. Im Bild: der Krienser Filip Gavranovic (13) gegen Thuns Dario Lüthi (9).

Der HC Kriens Luzern ist erfolgreich in die Saison gestartet. Im Bild: der Krienser Filip Gavranovic (13) gegen Thuns Dario Lüthi (9).

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 2. September 2020)

So harmonisch die sportlichen Auftritte der Zentralschweizer bereits sind, so umständlich ist weiterhin der Hürdenlauf neben dem Platz. Der Gegner in der zweiten Qualifikationsrunde ist der HC Metalurg. Das Hinspiel in Skopje ist auf den Dienstag, 22. September, terminiert, das Rückspiel am 29. September mangels taug­licher Heimhalle in Zürich (Saalsporthalle). Das Problem: Nordmazedonien figuriert auf der ominösen Quarantäneliste der Schweiz. Darf die Mannschaft von Metalurg in unser Land einreisen und zum Spiel antreten? Müssten die Krienser nach der Rückkehr aus Skopje für zehn Tage in die Selbstisolation?

Noch mehr Coronatests für die Krienser…

Mit solchen Fragen beschäftigt sich dieser Tage Nick Christen, der Geschäftsführer der Luzerner. Die erste war bald geklärt: «Eine Verordnung für Sportvereine besagt, dass Teams aus Risikoländern zum Spiel einreisen dürfen, wenn sie innerhalb von fünf Tagen die Schweiz wieder verlassen.» Metalurg könnte also zum Rückspiel in Zürich antreten. Ob hingegen die Akteure des HCKL nach der Rückkehr vom Hinspiel in Quarantäne müssten, war bis gestern Vormittag offen. «Eine Quarantäne ist für uns kein Thema, wir können nicht zehn Tage das Training streichen», sagte Christen. Dann kam der Bescheid des Luzerner Kantonsarztes mit dem Inhalt: Quarantäne nein, Auflagen ja. «Nach der Rückkehr aus Skopje werden wir wieder PCR-Tests durchführen müssen. In der Meisterschaft gegen Schaffhausen dürfen dann nur jene Spieler antreten, die ein negatives Ergebnis vorweisen.»

Und damit zurück zum Erfreulichen: Wenn der HC Kriens-Luzern heute beim BSV Bern (19.45 Uhr, Mobiliar-Arena in Gümligen) zur zweiten NLA-Runde antritt, möchte er die Siegesserie fortsetzen. «Die Ausgangslage ist mit jener vor dem Spiel in Zagreb vergleichbar. Auch die Berner setzen auf grosse Rückraumspieler, die alle sehr gerne aufs Tor werfen», sagt Trainer Perkovac mit Blick auf Ante Kaleb, Michael Kusio, Matthias Gerlich und Tobias Baumgartner. «Unser Mittelblock wird sehr gut funktionieren müssen.»