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KICKBOXEN: In Andy Hugs Fussstapfen treten

Der Chamer Janosch Nietlispach (24) ist einer der aufstrebenden jungen Wilden in der Kickbox-Szene. K1-Weltmeister ist er bereits – doch er will noch höher hinaus.
Roland Bucher
Ein erstes Etappenziel ist erreicht: Janosch Nietlispach jubelt als frischgebackener Weltmeister mit dem WM-Gürtel. (Bild Christian H. Hildebrand)

Ein erstes Etappenziel ist erreicht: Janosch Nietlispach jubelt als frischgebackener Weltmeister mit dem WM-Gürtel. (Bild Christian H. Hildebrand)

Janosch Nietlispach ist bekennender Fan des EV Zug und gewinnt dieser Tage den starken Playoff-Auftritten seiner Lieblinge viel Amusement ab. Eines hat der Kickboxer aus Cham den nach höchsten Meriten strebenden Zuger Eishockeyanern bereits voraus: den Titel. Janosch Nietlispach bezwang am Samstag vor einer Woche im Chamer Lorzensaal – angefeuert von 600 begeisterten Zuschauern – den Schotten Roan Morrison in souveränster Manier, tat den so lange erhofften Sprung in den Kickbox-Olymp. «Es war für mich der Karrierehöhepunkt», berichtet Janosch Nietlispach, aber: «Ausruhen auf diesen Lorbeeren will ich nicht. Ich habe noch höhere Ziele in Aussicht.»

Erkannt zu werden, bereitet Freude

Also in jene Sphären vorzudringen, wo Weltruhm lockt. Kurzum: Der Chamer mit viel Trainingspräsenz in der holländischen Kickbox-Hochburg Almere will möglichst nahe in jene Gefilde vordringen, wo einst Andy Hug, die im Jahre 2000 viel zu früh verstorbene Horwer K1-Legende, Zehntausende Kickbox-Jünger aus der ganzen Welt zu Beifallsstürmen riss. «Andy Hug ist in unserer Szene allgegenwärtig», verneigt sich Nietlispach postum, «und ich habe ihm auch einiges abgeguckt. Zum Beispiel beruhige ich mich in den Phasen der Wettkampfvorbereitung mit der gleichen Musik, die Andy bevorzugt hat.»

Janosch Nietlispach hat den Sprung aus der Anonymität der Kampfsportler geschafft: «Es ist ein schönes Gefühl, wenn man mich in Zug auf der Strasse erkennt, gratuliert, alles Gute für die Zukunft wünscht.» Am meisten Freude bereitet indes hat ihm der freundschaftliche Klaps von EVZ-Star Josh Holden im Anschluss an seinen fantastischen Sieg im WM-Kampf: «Das war ein Hühnerhaut-Moment», bedankt sich der Mitinhaber des CrossFit in Zug, «Josh ist ein wunderbarer Typ.»

Sanftmütig und diszipliniert

Janosch Nietlispach, der 1,97-Meter-Riese, erinnert an einen sanften Stier. Im Kampfquadrat kennt er zwar kein Pardon, dort treibt er seine Gegner mit kräftiger Faust, wuchtigem Knie und ausgefeilter Technik zur Verzweiflung. Aber aggressiv? «Nein», betont der elegant wirkende Kämpfer, «ich bin eher sanftmütig, und vor allem: Ich bin ein sehr disziplinierter Mensch.» In sein virtuelles Lebensbuch habe er schon vor vielen Jahren geschrieben, dass «ich alles dafür unternehmen werde, nicht einen 08/15-Alltag führen zu müssen. Ich will mehr aus meinem Leben machen, ich will etwas erreichen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mit dem Kickboxen diese Lebenschance offeriert bekommen habe. Und ich weiss: Ich werde sie nützen.»

Noch kein grosser Zahltag

Sportlich hat der 24-Jährige mit dem Sieg gegen den gefährlichen Schotten Roan Morrison den Durchbruch geschafft, auf der Habenseite seines Bankkontos hat sich sein Exploit noch nicht explizit ausgewirkt. «Ich kann von meinen Preisgeldern und der Unterstützung meines grossen, schon 120 Mitglieder zählenden Fanklubs zwar ordentlich leben», erklärt der von den beiden Koryphäen Remy Bonjaski und Asmir Burgic trainierte Zuger. «Da will ich mich ja wirklich nicht beklagen. Aber ehrlich gesagt: In meinem Beruf als gelernter Polygraf würde ich mehr verdienen.»

Schliesst sich der Kreis?

Das ist ihm im Moment einerseits zwar egal, weil «ich auch ohne ein dickes Portemonnaie ein glücklicher, in diesen Tagen nach dem WM-Sieg sogar überglücklicher Mensch bin», doch in der Folgewirkung seiner Talente macht Nietlispach kein Geheimnis daraus, dass er den Braten gerochen hat. «Ich will mich in Zukunft für eine ganz grosse Kickbox-Organisation wie zum Beispiel die Golden Glory empfehlen. Dort könnte ich auch finanziell ernten, was ich in den letzten Jahren in unzähligen Trainingseinheiten gesät habe.»

Ganz nach oben will es Janosch Nietlispach schaffen, genau wie der EV Zug, der damit rechnen darf, dass der smarte Kampfsportler seine kräftigen Daumen in der Playoff-Fortsetzung für das Team von Doug Shedden ganz besonders heftig drücken wird. Und später, wenn er mit 35 Jahren seinem Karrierenende entgegenblicken wird, dann soll sich der Kreis, den Josh Holden mit seinem spontanen Shakehands geöffnet hat, wieder schliessen: «Wissen Sie was?», schmunzelt der Chamer, «das Beste, was mir in meinem Leben passieren könnte, wäre, wenn ich später meine beim Kickboxen erworbenen athletischen und mentalen Fähigkeiten dem EV Zug als zusätzliches Trainingselement zur Verfügung stellen dürfte.» Ja, der EVZ und Janosch Nietlispach scheinen eine gute, erfolgreiche Symbiose.

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