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Als «Iceman» Kimi Räikkönen nach dem Kater aufs Podest stieg

Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen, der Finne, der so gerne feiert, so herzlich schweigt, feiert einen runden Geburtstag. Der in Baar wohnhafte Rennfahrer wird 40.
Marco Heibel (SID)

Der Dauerbrenner der Formel 1 ist in die Jahre gekommen, das merkt der in Baar wohnhafte Kimi Räikkönen vor allem abseits der Rennstrecken. «Mittlerweile dauert es jeweils lange, bis ich mich vom Feiern erholt habe», sagte der Finne schon nach seinem bislang letzten Grand-Prix-Sieg im Oktober 2018. Die Zeit geht auch am «Iceman» nicht spurlos vorbei, heute feiert der Senior der Motorsport-Königsklasse seinen 40. Geburtstag. Auch wenn er das Lenkrad immer noch fest in Händen hält, kann der Weltmeister von 2007 schon jetzt auf ein bewegtes Leben zurückblicken.

Patron Peter Sauber hatte Räikkönen «aus dem Bauch heraus» verpflichtet, obwohl dieser zuvor erst 14 Rennen in der Renault-Serie bestritten hatte und nur dank einer Spezialbewilligung die Superlizenz erhielt (Bild: KEYSTONE/JIMMY FROIDEVAUX)Patron Peter Sauber hatte Räikkönen «aus dem Bauch heraus» verpflichtet, obwohl dieser zuvor erst 14 Rennen in der Renault-Serie bestritten hatte und nur dank einer Spezialbewilligung die Superlizenz erhielt (Bild: KEYSTONE/JIMMY FROIDEVAUX)
2001 debütierte Räikkönen als damals 21-Jähriger für das Hinwiler Sauber-Team in der Formel 1. Der Finne klassierte sich als Sechster auf Anhieb in den Punkterängen (Bild: KEYSTONE/JIMMY FROIDEVAUX)2001 debütierte Räikkönen als damals 21-Jähriger für das Hinwiler Sauber-Team in der Formel 1. Der Finne klassierte sich als Sechster auf Anhieb in den Punkterängen (Bild: KEYSTONE/JIMMY FROIDEVAUX)
Kimi Räikkönen wird am Donnerstag 40 Jahre alt. Ans Aufhören denkt der älteste Fahrer im Formel-1-Feld aber noch nicht (Bild: KEYSTONE/AP/TORU HANAI)Kimi Räikkönen wird am Donnerstag 40 Jahre alt. Ans Aufhören denkt der älteste Fahrer im Formel-1-Feld aber noch nicht (Bild: KEYSTONE/AP/TORU HANAI)
Nach einem Jahr bei Sauber wechselte Räikkönen für fünf Saisons zu McLaren-Mercedes. Seine Bilanz bei den Silberpfeilen: 9 Siege, WM-Zweiter 2003 und 2005. Hier kam er bei einem Unfall 2003 im Grand Prix von Deutschland mit dem Schrecken davon (Bild: KEYSTONE/AP/THOMAS KIENZLE)Nach einem Jahr bei Sauber wechselte Räikkönen für fünf Saisons zu McLaren-Mercedes. Seine Bilanz bei den Silberpfeilen: 9 Siege, WM-Zweiter 2003 und 2005. Hier kam er bei einem Unfall 2003 im Grand Prix von Deutschland mit dem Schrecken davon (Bild: KEYSTONE/AP/THOMAS KIENZLE)
Nächste Saison winkt Räikkönen ein Rekord. Er könnte Rubens Barrichello als Fahrer mit den meisten GP-Starts in der Formel 1 ablösen. Nur noch 14 Grand Prix fehlen ihm auf die Bestmarke des Brasilianers (Bild: KEYSTONE/AP/Ricardo Mazalan)Nächste Saison winkt Räikkönen ein Rekord. Er könnte Rubens Barrichello als Fahrer mit den meisten GP-Starts in der Formel 1 ablösen. Nur noch 14 Grand Prix fehlen ihm auf die Bestmarke des Brasilianers (Bild: KEYSTONE/AP/Ricardo Mazalan)
Auf diese Saison hin kehrte Kimi Räikkönen zum Hinwiler Rennstall zurück. In 17 Rennen holte der der «Iceman», wie er wegen der Abgebrühtheit und berühmt-berüchtigten Wortkargheit genannt wird, bislang 33 Punkte für Alfa Romeo. Zuletzt verpasste er aber fünfmal hintereinander die Top 10 (Bild: KEYSTONE/EPA AAP/JAMES ROSS)Auf diese Saison hin kehrte Kimi Räikkönen zum Hinwiler Rennstall zurück. In 17 Rennen holte der der «Iceman», wie er wegen der Abgebrühtheit und berühmt-berüchtigten Wortkargheit genannt wird, bislang 33 Punkte für Alfa Romeo. Zuletzt verpasste er aber fünfmal hintereinander die Top 10 (Bild: KEYSTONE/EPA AAP/JAMES ROSS)
Seine erfolgreichste Zeit erlebte Räikkönen 2007 bis 2009 mit Ferrari. Seit seinem WM-Titel 2007 ist er noch immer Ferraris letzter Champion (Bild: KEYSTONE/EPA/GERO BRELOER)Seine erfolgreichste Zeit erlebte Räikkönen 2007 bis 2009 mit Ferrari. Seit seinem WM-Titel 2007 ist er noch immer Ferraris letzter Champion (Bild: KEYSTONE/EPA/GERO BRELOER)
2010 und 2011 nahm sich Räikkönen eine Auszeit von der Formel 1, um an der Rallye-WM und der Nascar-Serie teilzunehmen. Danach kehrte er in die Königsklasse des Motorsports zurück, fuhr 2012 und 2013 für Lotus und anschliessend bis 2018 wieder für Ferrari. Insgesamt kommt er auf 21 GP-Siege (Bild: KEYSTONE/AP dapd/HERMANN J. KNIPPERTZ)2010 und 2011 nahm sich Räikkönen eine Auszeit von der Formel 1, um an der Rallye-WM und der Nascar-Serie teilzunehmen. Danach kehrte er in die Königsklasse des Motorsports zurück, fuhr 2012 und 2013 für Lotus und anschliessend bis 2018 wieder für Ferrari. Insgesamt kommt er auf 21 GP-Siege (Bild: KEYSTONE/AP dapd/HERMANN J. KNIPPERTZ)
«It’s not my business»: Kimi Räikkönen. Bild: James Moy/Keystone (Spa-Franchorchamps, 1. September 2019)«It’s not my business»: Kimi Räikkönen. Bild: James Moy/Keystone (Spa-Franchorchamps, 1. September 2019)
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Kultfahrer Kimi Räikkönen wird 40

Die schillerndste Episode wird auf neun Seiten in der ­Biografie «Der unbekannte Kimi Räikkönen» ausgebreitet. «16 Tage» heisst das Kapitel und handelt von einem regelrechten Alkoholmarathon. Darin geht es unter anderem um den Privatjet eines Scheichs, Diego Maradona, einen im Suff gestauchten Knöchel und einen abgesagten Lotus-Test. An einem Montag hört Räikkönen auf zu trinken, am folgenden Sonntag wird er Dritter beim Grossen Preis von Spanien.

Es war einer von 103 Po­diumsplätzen in bislang 309 Rennen, was eine ziemlich ordentliche Quote ist. Keine schlechte Ausbeute sind auch Räikkönens 21 Grand-Prix-Siege oder die stolze Zahl von 46 schnellsten Rennrunden. Eine Marke, die allein von Rekordweltmeister Michael Schumacher übertroffen wird. Schumacher beerbte er 2007 bei Ferrari und wurde gleich im ersten Jahr bei den Roten Weltmeister. Seither wartet die Scuderia auf den Fahrertitel.

Peter Saubers Glauben an den jungen Räikkönen

Doch Räikkönens Karriere muss letztlich zweigeteilt betrachtet werden. 2001 holte Peter Sauber das Milchgesicht aus dem finnischen Espoo in seinen Formel-1-Rennstall, der Schweizer hatte in den Augen des 21-jährigen Räikkönen «einen Weltmeister von morgen» gesehen. McLaren kaufte den Schweiger nur ein Jahr später aus seinem Vertrag heraus, 2003 und 2005 verpasste Räikkönen bei den Briten den Titel knapp, zwei Jahre später dann die Krönung bei Ferrari – in deren Folge der pfeilschnelle Finne allerdings spürbar an Motivation einbüsste.

Ende 2009 kehrte er Ferrari ein Jahr vor Vertragsende zum ersten Mal den Rücken und liess sich seinen vorzeitigen Abgang fürstlich dotieren. Nach zwei Jahren in der Rallye-WM kehrte Räikkönen zurück in die For- mel 1. Nicht mehr als der Beste, aber er war immer noch gut genug, um für Lotus zu siegen und für Ferrari in seinem zweiten Engagement bis Ende 2018 vordere Plätze einzufahren.

Im Juli 2020 wird er zum Rekordhalter

In dieser Phase seiner Karriere wurde Räikkönen auch endgültig zur Kultfigur. Sparsame Mimik und pointierte, meist trotzig vorgetragene Aussagen wurden zu seinem Markenzeichen. Seine beständig wachsende Fangemeinde johlt, wenn ihr Liebling seine Standard-Antworten à la «It’s not my business» («Das ist nicht mein Thema») abspult oder mal wieder auf die Entwicklung des Sports schimpft.

Und so ist es Räikkönen nach eigener Aussage auch reichlich egal, dass er bei Erfüllen seines bis 2020 laufenden Vertrags bei Alfa Romeo der Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Starts wäre. 14 Rennen fehlen ihm noch zu den 323 Starts des Brasilianers Rubens Barrichello, im Idealfall wird er diese Marke im kommenden Juli beim Grossen Preis von Österreich übertreffen.

Dies sei für ihn «kein Ziel», sagte er im Frühjahr anlässlich seines 300. Grand Prix. Und doch wird er es wohl erreichen.

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