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Kletter-Show und Sprinter-Sterben

Geraint Thomas verteidigt an der Tour de France mit dem Sieg auf L’Alpe d’Huez sein Führungstrikot. Er setzt sich im Sprint der besten Bergfahrer durch und kommt der Leaderrolle im eigenen Team immer näher.
Tom Mustroph, L’Alpe d’Huez
In einer der vielen Kehren hinauf zur L’Alpe d’Huez: Geraint Thomas (vorne) und Chris Froome (hinten). (Bild: Yorick Jansens/Imago (19. Juli 2018))

In einer der vielen Kehren hinauf zur L’Alpe d’Huez: Geraint Thomas (vorne) und Chris Froome (hinten). (Bild: Yorick Jansens/Imago (19. Juli 2018))

Die Königsetappe der Tour de France 2018 bot Spannung auf allen Ebenen. Zwei Kilometer vor dem Ziel fuhren Geraint Thomas, Tom Dumoulin, Chris Froome und Romain Bardet für einige Pedalumdrehungen auf einer Linie. Sie hatten sich gegenseitig immer wieder attackiert. Mal schien der Franzose Bardet schon weg, auf dem Weg zum vierten französischen Tagessieg in L’Alpe d’Huez hintereinander.

Dann schien Froome enteilt, wurde aber wieder von Dumoulin eingefangen. Auch der Spanier Mikel Landa und der Italiener Vincenzo Nibali hatten sich am Angriffsspektakel beteiligt, fielen dann aber zurück. Nibali aufgrund eines Sturzes, Landa wegen Schwächen. Am Ende setzte sich Thomas durch, der gegenwärtig Stärkste unter vier Gleichen.

Drama am Col de la Madeleine

Dieses Finale war nur die Krönung eines denkwürdigen Tages. Bereits am ersten Berg des Etappe, dem 2000 m hohen Col de la Madeleine, ereignete sich ein Drama. Tragische Protagonisten waren die Sprinter. Die doppelten Etappensieger dieser Tour, Dylan Groenewegen und Fernando Gaviria, sowie André Greipel hatten schnell einen solchen Rückstand, der das Erreichen des Zeitlimits unwahrscheinlich machte. Sie warfen denn auch schnell das Handtuch und stiegen in die Teamfahrzeuge um. Am Vortag waren Mark Cavendish und Marcel Kittel dem Zeitlimit zum Opfer gefallen.

Die Tourorganisatoren hatten die Waage zwischen Spannung in den Bergen und Top-Konkurrenz im Hochgeschwindigkeitsfahren falsch justiert. Die Sprinter bezahlten den schweren Parcours mit ihrem Abschied. Die noch folgenden Massensprints werden spannungsärmer.

Auf die leichtgewichtigen Burschen im Feld machte das Leiden der Muskelmänner keinen Eindruck. Team Movistar hatte zuerst die Signalhörner herausgeholt und sorgte früh für Tempo. Das bezahlten nicht nur die Sprinter. Auch Klassementfahrer Adam Yates reihte sich schnell weiter hinten ein.

Buhrufe für den Titelverteidiger

Eine Hauptrolle wollte an diesem Tag auch das niederländische Team LottoNL-Jumbo spielen. Natürlich, es lockte die «Holländerkurve», die dicht mit Oranje-Fans gefüllte Kehre Nummer 7. Gleich zwei ihrer Spitzenfahrer, Robert Gesink und Steven Kruijs­wijk, hatten sich der Fluchtgruppe des Tages angeschlossen. Kruijs­wijk setzte sich sogar daraus ab und war über weite Strecken der Etappe virtueller Leader des Klassements. Gegen die Feuerkraft seiner Verfolger war er aber machtlos. Erst führte der Kolumbianer Egan Bernal als letzter verbliebener Sky-Helfer die Favoritengruppe immer näher an den Niederländer heran. Dann nutze Bardet eine Attacke des Spaniers Landa und enteilte. Bernal konnte hier bestenfalls den Abstand halten. «Meine Aufgabe war, so nahe wie möglich an meinem Limit zu fahren, aber niemals die Grenze zu überschreiten. Ich konnte die Attacken nicht neutralisieren, ich bin doch erst 21 Jahre alt», meinte die Nachwuchshoffnung.

Als er ausscherte, attackierte plötzlich Froome. Unter Buhrufen der Zuschauer holte er erst Bardet und dann auch Kruijswijk ein. Nibali, der ihm zu folgen versuchte, stürzte. «Ich weiss selbst nicht, was passierte. Plötzlich war die Strasse dicht», meinte der Italiener. Auf den Fernsehbildern sah es so aus, als hätten die Polizeimotorräder für den Stau gesorgt, die vor allem zum Schutz von Froome gegenüber aufgebrachten Zuschauern im Einsatz waren und sehr nahe bei den Fahrern blieben.

Froome konnte sich den erhofften Sieg in L’Alpe d’Huez aber nicht holen. Dumoulin brachte Thomas und Bardet wieder heran. Und der Waliser siegte schliesslich.

Heute beginnt wieder das Kontrastprogramm. Vom Profil her folgt eine Massensprintetappe, allerdings eine fast ohne Massensprintspezialisten.

12. Etappe, Bourg-Saint-Maurice–L’Alpe d’Huez (175,5 km): 1. Thomas (GBR) 5:18:37. 2. Dumoulin (NED) 0:02 zurück. 3. Bardet (FRA) 0:03. 4. Froome (GBR) 0:04. 5. Landa (ESP) 0:07. 6. Roglic (SLO) 0:13. 7. Nibali (ITA), gleiche Zeit. 8. Fuglsang (DEN) 0:42. 9. Quintana (COL) 0:47. 10. Kruijswijk (NED) 0:53. – Ferner: 12. Martin (IRL) 1:45. 13. Jungels (LUX) 3:09. 14. Valverde (ESP) 4:29. 15. Sakarin (RUS), gleiche Zeit. 33. Schär (SUI) 22:21. 41. Frank (SUI), gleiche Zeit. 44. Van Avermaet (BEL) 24:25. 52. Küng 26:30. 75. Yates (GBR) 28:54. 86. Dillier (SUI), gleiche Zeit. 109. Sagan (SVK) 31:29. – Aufgegeben u.a.: Gaviria (COL), Groenewegen (NED) und Greipel (GER). – Nicht gestartet: Uran (COL).

Gesamtklassement: 1. Thomas 49:24:43. 2. Froome 1:39. 3. Dumoulin 1:50. 4. Nibali 2:37. 5. Roglic 2:46. 6. Bardet 3:07. 7. Landa 3:13. 8. Kruijswijk 3:43. 9. Quintana 4:13. 10. Martin 5:11. 11. Fuglsang 5:45. 12. Valverde 9:07. 13. Jungels 9:09. – Ferner: 22. Yates 34:55. 43. Frank 1:07:20. 49. Küng 1:11:57. 97. Dillier 1:41:52. 104. Schär 1:44:54.

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