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KLETTERN: Für Nino Grünenfelder geht es steil nach oben

Der Baarer Nino Grünenfelder arbeitet sich leidenschaftlich wie talentiert Wände hoch. In der Schweiz gehört der 15-Jährige vom Zentralschweizer Leistungssportzentrum zu den Besten seines Alters.
Michael Wyss
Nino Grünenfelder (hier beim Leadklettern in Ostermundigen) hofft, dereinst Olympionike zu werden. (Bild: SAC/davidschweizer.ch)

Nino Grünenfelder (hier beim Leadklettern in Ostermundigen) hofft, dereinst Olympionike zu werden. (Bild: SAC/davidschweizer.ch)

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

Nino Grünenfelder ist in seinem Leben sportlich unterwegs. Das bewies der 15-Jährige beim Interviewtermin in der Stadt Zug. Er kam mit dem Velo von seinem Wohnort Baar. Begleitet wurde er von seinem Vater Christian Andermatt und dem jüngeren Bruder Matteo (9). «Ich fahre sehr gerne Velo. Auch Biken gehört zu meinen liebsten Hobbys», sagt Nino Grünenfelder.

Seine ganz grosse Leidenschaft ist aber das Klettern. Seine Disziplinen sind Bouldern, Lead und Speed (siehe Box). Er begann schon früh damit. «Bereits mit vier Jahren kletterte ich in den Ferien in Tessiner Klettergärten.» Seine Fähigkeiten zum Klettern wurden dann später in einem Testing Day des Regionalzentrums Sportklettern Zentralschweiz (RSZ) entdeckt. Heute trainiert Grünenfelder mehrmals wöchentlich in den Hallen in Root und Kriens. «Ich bin ein naturverbundener Mensch und gehe natürlich auch im Freien klettern», führt Grünenfelder aus. Schöne Felsen und Routen zum Klettern gibt es in der Zentralschweiz viele. «Hier klettere ich oft und gerne.»

Die Erfolge lassen sich sehen

Im Alter von 11 Jahren begann der Zimmermannlehrling (1. Lehrjahr) wettkampfmässig mit dem Klettern. Und das tut er schon ganz erfolgreich, sein Palmarès beeindruckt. Im Jahr 2016 konnte er in der Kategorie U16 mehrere Podestplätze an der Schweizer Nachwuchsmeisterschaft feiern: Gold im Speed sowie je einen dritten Rang in Bouldern und Lead. Erfolgreich verliefen dieses Jahr die Schweizer U18-Meisterschaften: Im Speed wurde er Zweiter, im Bouldern verpasste er das Podest als Vierter knapp. Am nächsten Samstag, 28. Oktober, steht noch die Disziplin Lead auf dem Programm. Mit welchem Ziel reist Grünenfelder nach Uster? «Ich will einen Podestplatz, das ist eigentlich immer mein Ziel», stellt er klar. Auch in der Jahres-Gesamtwertung ist der Baarer bei den Besten seines Jahrgangs der Schweiz: 2016 wurde er Zweiter, in der laufenden Saison ist er Dritter.

Grünenfelder, der die Aufnahme ins RSZ geschafft hat, wurde vermutlich mit dem Klettergen geboren. Sein Vater Christian ist diplomierter Bergführer, die Mutter Petra und der Bruder Matteo sind ebenfalls leidenschaftliche Kletterer. «Ich versuchte mich auch im Judo- und Fussballklub sowie in der Leichtathletik. Mit 13 Jahren musste ich mich dann zwischen der Leichtathletik und dem Klettern entscheiden. Beides konnte ich nicht auf höherem Niveau betreiben. So habe ich mich für das Sportklettern entschieden, und bis heute habe ich diesen Entscheid nie bereut», sagt Nino Grünenfelder. Und wie erlebt Vater Christian seinen Sohn Nino? «Er ist aufgestellt, interessiert und ehrgeizig. Ein Realist, der sich Ziele steckt, die machbar sind. Das ist wichtig, um weiterzukommen.»

Unterstützt wird er bei der Ausübung dieses Hobbys von seinen Eltern, die ihm das Klettern mitfinanzieren. «Es ist eine Randsportart, Sponsoren zu finden, ist daher eher schwierig», weiss der Lehrling. Auch sein Arbeitgeber zeige sich sehr kulant und verständnisvoll. «Ich kann freinehmen, wenn ich es rechtzeitig melde – das ist super.» Eine grosse Stütze ist auch sein Trainer Sebastian Stuppan vom Leistungszentrum RSZ. Grünenfelder: «Ich kann viel von ihm profitieren. Er ist ein wichtiger Wegbegleiter für mich.»

Im olympischen Programm

Und welche Ziele verfolgt Grünenfelder? Hat er auch Träume? «Ja klar. Ich möchte nächste Saison ins Nationalkader aufgenommen werden. Das wäre super, so könnte ich auch an internationalen Wettkämpfen starten. Und eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen, das wäre natürlich ein grosser Wunsch.» Sportklettern wurde kürzlich ins olympische Programm aufgenommen und kommt 2020 in Tokio erstmals zur Austragung. Und wer ist sein Idol? «Der deutsche Sportkletterer Alexander Megos. Er hat schon viel erreicht und ist international erfolgreich.» Sein Vater ergänzt: «Nino übt sein Hobby mit Freude und viel Spass aus. Das war mir und meiner Frau immer wichtig. Er macht das aus seinem freien Entscheid, nicht weil wir das so wollen. Unsere Kinder sollen einfach das Klettern aus Leidenschaft ausüben. Es sind nicht nur die Medaillen und Pokale, die wichtig sind. Es geht um das Hobby und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zum Berufsalltag.» Und Klettern ist kein Risikosport, wie Christian Andermatt betonte.

Mit einer langwierigen Verletzung musste sich Nino Grünenfelder aber bereits herumschlagen. Weil beim Mittelfinger die Epiphysenfuge – eine Wachstumsfuge – gebrochen war, durfte er acht Monate nicht klettern. «Das war eine harte Zeit für mich. Dann schätzt man es umso mehr, wenn man gesund ist.»

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