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Klubkollegen: «Er bleibt trotzdem unser Max»

Sven Aregger

Immensee Als Max Heinzer in seinem letzten Gefecht einen Treffer landet, bellt Hündin Nina wie auf Kommando. Ansonsten ist es ziemlich still im Clubhaus des Yachtclubs Immensee. Die Mienen der Leute, die vor der Leinwand sitzen, sind angespannt. Sie sehen, wie Heinzer noch einmal volles Risiko geht, wie er wie ein Gummiball hüpft, wie er artistische Einlagen zeigt.

Rund 20 Mitglieder des Yachtvereins verfolgen den Teamwettkampf der Schweizer Degenfechter. Sie wollen ihren Max unterstützen, den Klubkollegen. Einer von ihnen ist Thomas Wengel (50). Bei ihm hat Heinzer die Bootsprüfung absolviert. Wengel beschreibt den 29-jährigen Immenseer als Perfektionisten, der nichts dem Zufall überlässt. «Zwei Tage vor der Bootsprüfung hat Max alle Manöver mit der Kamera aufgenommen, um sich optimal vorzubereiten. Am Schluss hat er alles fehlerfrei gemacht», erzählt Wengel.

Mann ohne Starallüren

Im Club ist Heinzer aber auch als angefressener Fischer bekannt, der schon morgens früh oder noch abends spät auf dem Zugersee seine Köder auswirft. Auch Patrick Meier hat schon gemeinsam mit Heinzer gefischt. Und er hat über ihn nur Gutes zu berichten. Ein umgänglicher Typ sei Heinzer, weit entfernt von Starallüren. «Ich kenne ihn als zurückhaltenden, introvertierten und flotten Kollegen – ganz im Gegensatz zu seinem aggressiven und impulsiven Fechtstil», sagt der 49-Jährige. In seiner Jugend hat Meier in Küssnacht selber gefochten, bis ihn eine Knieverletzung stoppte. Er betont: «Im Fechten liegt die Spitze unglaublich nahe beisammen. Heute kannst du Olympiasieger werden und morgen in der ersten Runde ausscheiden.»

Während des Auftritts der Schweizer leidet Meier vor der Leinwand sichtlich mit. Heinzer gewinnt zwar das letzte Duell spektakulär, aber es nützt alles nichts. Die Hypothek aus den vorausgegangenen Kämpfen ist zu gross. Die Schweizer Degenfechter scheitern im Viertelfinal. Der Traum von der Olympia-Medaille ist ausgeträumt.

Am Ende ist Meier wie alle seine Klubkollegen enttäuscht. «Wir hätten ihm eine Medaille sehr gegönnt, aber trotzdem bleibt er unser Max», sagt Meier. Und ergänzt: «Er ist im besten Fechtalter, seine Zeit ist nicht vorbei.»

Viele Fische warten

Trotz der Enttäuschung über Heinzers frühes Ausscheiden lässt man sich im Clubhaus den Spass nicht verderben. «Natürlich ist es schade, aber wir feiern trotzdem weiter», sagt Bootsfahrlehrer Wengel, während ein Kollege ein paar Bierchen aus dem Kühlschrank nimmt. Die Klubkollegen wissen, wie sie auch Heinzer nach der Rückkehr aus Rio de Janeiro wieder aufbauen können. «Auf ihn warten viele Rötel, Felchen und Egli im Zugersee», sagt Patrick Meier mit einem Schmunzeln.

Sven Aregger

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