Knüppeldicke Krienser Keeper- und Kaderkrise

Vor dem Heimspiel am Mittwochabend gegen den Tabellenletzten Chiasso (18.15, Kleinfeld) herrscht beim SC Kriens weiterhin Personalnot.

Turi Bucher
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Ist im Moment die Nummer Eins im SCK-Tor: Pascal Brügger.

Ist im Moment die Nummer Eins im SCK-Tor: Pascal Brügger.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Kriens, 20. Juni 2020)

Der Krienser Stadtrat ist nach der Wahl vom vergangenen Wochenende komplett neu aufgestellt. Das wird beim Challenge-League-Team vom Krienser Kleinfeld heute vor dem Spiel gegen das Tessiner Schlusslicht aus Chiasso nicht der Fall sein: SCK-Trainer Bruno Berner hat keine Alternativen – Verletzte, Gesperrte, Abwesende und Abtrünnige zwingen den Chef dazu, ehemalige Wackelkandidaten zu Stammspielern zu befördern.

Ja, in der Kaderkrise kommt’s für Kriens jetzt knüppeldick. Einerseits bringt der SCK kaum genügend Ersatzspieler auf die Bank, andererseits droht am Saisonende per Anfang August der Ausverkauf. Doch der Reihe nach.

Nach dem vorzeitigen Absprung von Stammtorhüter Sebastian Osigwe, der den bis Sommer 2021 dauernden Vertrag auf eigenen Wunsch vorzeitig auflösen liess, muss Kriens einen neuen Goalie suchen. «Sebastian war in all den Jahren ein Eckpfeiler für den SC Kriens, ist für mich einer der besten drei Torhüter der Challenge League», sagt Trainer Berner. «Es stellt sich jetzt die Frage: Holen wir einen routinierten Keeper als Nummer Eins oder holen wir einen, der mit Pascal Brügger um die Nummer Eins kämpfen soll?»

Wechselt Goalie Osigwe zum FC Thun?

Dem Vernehmen nach wollte Osigwe zu Stade Lausanne-Ouchy wechseln, der Wechsel soll aber an der Transfersumme gescheitert sein. Gemunkelt wird von 150’000 Franken. «Natürlich wollen wir etwas verdienen, wenn wir einen Spieler abgeben, erst recht, wenn er zu einem Ligakonkurrenten will. Aber diese Zahl ist massiv vom richtigen Betrag entfernt», sagt SCK-Sportchef Bruno Galliker. Osigwe sagt unzufrieden:

«Am Schluss ist es für mich in Kriens schon sehr komisch gelaufen.»

Im Zusammenhang mit dem Abgang von Osigwe, dessen Vater einst U17-Nationalspieler in Nigeria war, brachte unterdessen die nigerianische Website www.sportinglife.ng den FC Thun ins Spiel: Sie vermutet einen Wechsel zu den Bernern, damit Osigwe von der Super League aus den Sprung zu den Super Eagles (Nationalmannschaft von Nigeria) schaffen kann. Auch Xamax und der FC Zürich sind mögliche Vereine.

Des Weiteren muss per Ende Juli mit den Abgängen von Elvedi, Dzonlagic, Follonier, Kukeli, Sadrijaj und/oder Abubakar gerechnet werden. Cheftrainer Berner hebt allerdings den Mahnfinger: «Halt, Vorsicht! Der SC Kriens ist nicht die letzte Adresse in der Challenge League. Der SCK steht auf dem vierten Rang und ist mittlerweile eine gute Adresse. Das muss sich der eine oder andere Spieler, der mit der Super League liebäugelt, gut überlegen.»

Der Trainer hebt den Mahnfinger

Für das Spiel am Mittwoch gegen Chiasso rückt der wieder spielberechtigte Elia Alessandrini für den neu gesperrten Albin Sadrijaj ins Kader nach. Es fehlen weiterhin Teixeira, Mijatovic, Costa, Fäh, Fanger (alle verletzt), Kukeli (Trainerkurs in Albanien) sowie Urtic (Begründung des Vereins: aus beruflichen Gründen übermüdet). Berner über die aktuellen spielerischen Mittel beim SCK: «Für jene, die glauben, das wird gegen Chiasso ein Selbstläufer, könnte es schmerzhaft werden. Wir wollen nicht in geduckter Haltung antreten, aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen: Wie die Realität aussieht, hat das 2:4 in Vaduz gezeigt.»