Königliche Tipps für Samuel Giger und die Thurgauer Schwinger

Am Sonntag startet  mit dem Thurgauer Kantonalschwingfest in Frauenfeld die Kranzfestsaison. Die Gastgeber um Teamleader Samuel Giger absolvierten im Winter Trainings mit Schwingerkönig Thomas Sutter.

Ives Bruggmann
Drucken
Teilen
Samuel Giger gewann im vergangenen Jahr in Lengwil als erster Thurgauer seit 1989 das eigene Kantonalfest (Bild: Reto Martin)

Samuel Giger gewann im vergangenen Jahr in Lengwil als erster Thurgauer seit 1989 das eigene Kantonalfest (Bild: Reto Martin)

In weniger als vier Monaten findet das Eidgenössische Schwingfest in Zug statt. Der Grossanlass, der nur alle drei Jahre durchgeführt wird, wirft schon lange seine Schatten voraus. Alle Schwinger, die in Zug etwas erreichen wollen, haben im Wintertraining ihr Trainingspensum nochmals erhöht. So auch die Thurgauer, die als erster Verband in der Nordostschweiz ihr Kranzfest durchführen.

Vor einem «Eidgenössischen Jahr» werden sowohl auf kantonaler als auch auf Teilverbandsebene mehr Trainings angeboten. So trainierten beispielsweise der Thurgauer Samuel Giger, der Bündner Armon Orlik und der St. Galler Daniel Bösch häufig im selben Schwingkeller. «Im Hinblick auf das Eidgenössische ist das gemeinsame Training der Top-Athleten ein wichtiger Faktor», sagt Manuel Strupler, der Technische Leiter der Thurgauer. Denn die Nordostschweizer Schwinger wissen: Nur wenn sie mit den Besten trainieren, können sie sich weiterentwickeln.

Als Gruppe zusammengefunden

In Zug werden die Ostschweizer nur in Ausnahmefällen aufeinandertreffen. In erster Linie treten sie gegen die Berner, die Innerschweizer, die Nordwest- und die Südwestschweizer an. Da gilt es, die Kräfte zu bündeln. «Die Schwinger sind als Gruppe zusammengewachsen», sagt Strupler. Die Teamleader hätten einen guten Draht zueinander. In vielen gemeinsamen Einheiten und auch in einem Trainingslager forderten und förderten sie sich gegenseitig. Strupler sagt:

«Sie wissen, dass sie einander brauchen»

Die Thurgauer Schwinger konnten für ihre kantonalen Zusammenzüge einen prominenten Übungsleiter gewinnen: den Schwingerkönig Thomas Sutter. Der 45-jährige Appenzeller gab an einigen Samstagen im Winter sein Wissen weiter. Und dieses hat es in sich, schliesslich galt Sutter mit seiner Kombination aus Athletik, Technik und mentaler Stärke als einer der attraktivsten und besten Schwinger seiner Zeit. «Wenn Sutter etwas sagt, glauben ihm die Schwinger. Denn er hat es ja oft genug bewiesen», sagt Strupler. Vor allem Giger, der einen ähnlichen Schwingstil wie Sutter pflegt und ebenfalls die höchsten Ziele verfolgt, dürfte von den königlichen Tipps profitiert haben. Am ersten Kranzfest der Saison in Frauenfeld tritt der 21-Jährige als Titelverteidiger an. Neben ihm stehen zwölf weitere Eidgenössische Kranzschwinger am Start.

Auch der Clubpräsident tritt an

Giger ist am Thurgauer Kantonalfest nicht nur Titelverteidiger, sondern auch Favorit. In der vergangenen Saison gewann er alle sechs Kranzfeste, an denen er teilnahm. Nur an Regionalfesten musste er Niederlagen einstecken. Eine solche setzte es auch zu Jahresbeginn am Berchtold-Schwinget in Zürich ab. Gegen den Bündner Orlik verlor er den Schlussgang in der Saalsporthalle. Zum Auftakt kommt es in Frauenfeld aber nicht zu einer Neuauflage. Einteiler Strupler entschied sich für die Gänge Bösch gegen Orlik und Giger gegen David Schmid. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die meistgenannten Favoriten Orlik und Giger zu einem späteren Zeitpunkt aufeinandertreffen. Strupler will den Sieg im Thurgau behalten, «auch wenn mehr als einer etwas dagegen hat». Den einheimischen Eidgenossen Beni Notz, Stefan Burkhalter, Domenic Schneider und Tobias Krähenbühl ist an einem guten Tag ein Spitzenresultat zuzutrauen. Vor allem für Krähenbühl ist es als Präsident des ausrichtenden Schwingerverbands Unterthurgau und OK-Mitglied des Anlasses ein spezielles Fest.