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KOMMENTAR: Leichtathletik-WM: Magie siegt - trotz Problemen

Sportreporterin Raya Badraun zu der vergangenen Leichtathletik-WM in London.
Raya Badraun
Raya Badraun. (Bild: pd)

Raya Badraun. (Bild: pd)

Die Leichtathletik-WM in London war ein Volksfest. Daran konnten auch die Terroranschläge, die das Land zuletzt erschüttert hatten, nichts ­ändern – im Gegenteil. In den vergangenen Tagen verfolgten viele Familien das Spektakel im Stadion. Auch der Olympiapark war stets gut besucht. Von Nervosität oder einem erhöhten Sicherheitsaufgebot war nichts zu spüren. Insgesamt verfolgten über eine Million Zuschauer die Wettkämpfe im Stadion und am Rand der Marathonstrecke. Das sind so viele wie noch nie in der Geschichte des Grossanlasses.

Das grosse Interesse an der WM lag vor allem daran, dass die Briten ein sportbegeistertes Volk sind. Dies zeigte sich bereits während der Olympischen Sommerspiele in London vor fünf Jahren. Daraus einen Aufschwung der Leichtathletik abzuleiten, wäre übertrieben. Zu gross sind die Probleme dieser Sportart. Dazu gehören längst nicht nur die Doping­skandale oder die Kontroverse über zu hohe Testosteronwerte bei intersexuellen Athletinnen wie Caster Semenya. Der Sportart fehlen auch die schillernden Figuren – vor allem jetzt, nach dem Abgang von Sprintstar Usain Bolt und Langstrecken­läufer Mo Farah. In vielen Disziplinen siegten Athleten, an deren Namen sich bereits jetzt kaum mehr einer erinnert.

Hinzu kommt: Das Programm an Grossanlässen ist zu dicht, zu unübersichtlich und zum Teil auch zu unattraktiv. Doch in London war das egal. Die Zuschauer füllten das Stadion auch am Morgen und sorgten stets für eine magische Atmosphäre. In zwei Jahren jedoch findet die WM in Doha, Katar, statt. Dann wird das Bild wieder das gewohnte sein mit einem oft halb leeren Stadion wie 2013 in Moskau.

Raya Badraun

sport@luzernerzeitung.ch

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