Kommentar
Schweiz gegen Weissrussland in Serbien: Das Spiel ist politisch so brisant, dass es so nicht stattfinden darf

Die Nationalmannschaft soll ausgerechnet in Serbien in der EM-Qualifikation gegen Weissrussland antreten. Kann Serbien in diesen Zeiten wirklich als neutraler Spielort gelten?

Raphael Gutzwiller
Raphael Gutzwiller
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Sollen die Schweizer Nationalspieler Ardon Jashari, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri wirklich in Serbien gegen Weissrussland auflaufen?

Sollen die Schweizer Nationalspieler Ardon Jashari, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri wirklich in Serbien gegen Weissrussland auflaufen?

Toto Marti/Freshfocus

Das birgt politischen Zündstoff: Die Schweizer Fussballnationalmannschaft soll im März in der EM-Qualifikation gegen Weissrussland antreten – ausgerechnet in Serbien. Dieses Spiel darf in diesen Zeiten so nicht stattfinden. Aus zwei Gründen.

Zum einen wegen des sportlichen Gegners. Weissrussland darf noch immer europäisch mitkicken, obwohl das Land seit Beginn des russischen Angriffskrieges Putin unterstützt. Während Russland von den internationalen Wettbewerben ausgeschlossen ist, gilt dies für Belarus zwar im Eishockey, nicht aber im Fussball. Dieser Unterschied ist unverständlich und kaum erklärbar.

Zum anderen wegen des Austragungsorts. Dass der europäische Fussballverband Uefa das Spiel im serbischen Novi Sad austragen will, ist eine Farce. Die Partien zwischen Serbien und der Schweiz mit Xhaka & Co waren schon an den letzten beiden Weltmeisterschaften extrem belastet. Nun kommt noch ein anderer Faktor dazu. In den vergangenen Tagen haben sich die politischen Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo verschärft. Es droht gar eine militärische Eskalation. Von «neutralem Terrain» kann jetzt definitiv keine Rede mehr sein.

Deshalb ist klar: Die Uefa muss ihre Entscheidung gründlich überdenken. Besser als bloss den Spielort zu wechseln wäre es, Kriegsunterstützer Weissrussland ganz von der Qualifikation auszuschliessen.