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Ein Schicksalsspiel für Niko Kovac

Bayern München steht am Dienstag in der Champions League gegen Benfica Lissabon vor einer heiklen Aufgabe. Für Bayern-Trainer Niko Kovac geht es bereits um den Job.
Jürgen Knappenberger
Steht Niko Kovac am Dienstag zum letzten Mal bei Bayern an der Seitenlinie? (Bild: AP Photo/Matthias Schrader/AP (München, 3. November 2018))

Steht Niko Kovac am Dienstag zum letzten Mal bei Bayern an der Seitenlinie? (Bild: AP Photo/Matthias Schrader/AP (München, 3. November 2018))

Nein. Niko Kovac hatte noch nicht alle Befürworter verloren. Es gab noch einige, die darauf verwiesen, dass der Trainer des FC Bayern einfach Zeit brauche. Dass er den ziemlich undankbaren Job habe, eine Mannschaft, die über dem Zenit sei, umzugestalten – und damit nur die Versäumnisse der letzten Jahre ausbaden müsse. Dass er dazu auch noch mit der grössten Verletztenmisere der letzten Jahre zu kämpfen habe. Ja, es gab gute Gründe zu diesem Trainer zu halten.

Am Samstag gegen 17.20 Uhr hat er jedoch die meisten dieser Gefolgsleute verloren. Weil er die DNA des FC Bayern verraten hatte. In der Nachspielzeit wechselte er den offensiven Thomas Müller aus – und den defensiven Mats Hummels ein. Um Zeit zu schinden und ein 3:2 über Fortuna Düsseldorf zu retten. Zeit schinden! Der FC Bayern! Zuhause! Gegen den Tabellensiebzehnten! Mia san mia? Eher: Mia san Angsthasen. Die Strafe folgte umgehend. Düsseldorf schoss noch das 3:3 – und Bayern damit in die grösste Krise seit fast 30 Jahren.

Die Zahlen des Grauens belegen dies eindrucksvoll. In den vergangenen acht Spielen sind aus vier Punkten Vorsprung auf den Meisterschafts-Rivalen Borussia Dortmund neun Punkte Rückstand geworden. Keines der letzten vier Heimspiele in der Liga wurde gewonnen.

Arsène Wenger geistert durch München

Ist Kovac dafür allein verantwortlich? Ganz sicher nicht. Aber er schafft es auch nicht, das Team hinter sich zu bringen, eine Einheit zu formen. Weder fussballerisch, noch mental. Der FC Bayern hat auf dem Platz eine Scheindominanz. Aber er hat kein Offensivkonzept.

Doch da sind wir schon bei der Mannschaft. Einem Team, in der fast jeder unter seinem Niveau spielt und Fehler macht, die kein Mensch für möglich gehalten hat. Top sind die Spieler nur noch darin, Interna aus der Kabine schnellstmöglich nach aussen zu befördern, um die Position des Trainers weiter zu schwächen. Nicht nur in der Öffentlichkeit – auch in der Vereinsführung.

Womit wir beim nächsten Problem der Münchner wären. Eine Führung, die keine Lösung für die Zukunft hat. Weder was die eigene Nachfolge, noch was den Generationenwechsel in der Mannschaft betrifft. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeness sind zuletzt nur noch durch verbale Rundumschläge bei gleichzeitiger Dünnhäutigkeit aufgefallen. Zu allem Überfluss hat Hoeness Kovac am Samstagabend deutlich öffentlich angezählt. In dem er zu den Medienvertretern ging, um Sätze mit den Worten «schlecht», «uninspiriert» und «nicht akzeptabel» abzufeuern. Und schon geistert der Name Arsène Wenger durch München. Der Ex-Arsenal-Coach ist derzeit der wahrscheinlich renommierteste Name auf dem Trainermarkt.

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