KRIENS - BASEL 224:24: «Teamkampf» gegen «Einmann-Genie»

Nach einem packenden Finish und einer sehr strittigen Schlussszene (Penalty oder nicht nach 60.00 Spielzeit – man darf auf die TV-Bilder gespannt sein ... ) trennten sich der HC Kriens und der RTV Basel vor 900 Zuschauern mit 24:24 (14:12).

Drucken
Teilen
Der Krienser Daniel Schmid (rechts) gegen Alexander Milovanovic (links) und Florian Goepfert (rechts). (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der Krienser Daniel Schmid (rechts) gegen Alexander Milovanovic (links) und Florian Goepfert (rechts). (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Zweimal war der HCK eigentlich bereits «weg» - und zweimal führte Basels südkoreanischer Ausnahmekönner Hwangbo (13 Tore) seinen RTV wieder heran. Am Schluss «stimmte» das Unentschieden - Basels asiatisches «Einmannorchester» entführte den einen Punkt, weil der HCK in der Offensive eine klar zu hohe Fehlerquote aufwies.

Auf Krienser Seite waren die Voraussetzungen nicht gerade ideal: Dani Schmid kämpfte mit Adduktorenproblemen und war nicht über die ganze Spielzeit einsetzbar. Und Michi Schlegel hatte in der rustikalen Basler Abwehr einen schweren Stand. Viele seiner guten Aktionen konnten nur mit Fouls gestoppt werden, die kaum adäquat geahndet wurden. Eines davon löste die strittige Szene aus in der 60. Minute, als sich die sonst vernünftig pfeiffenden Unparteiischen nicht auf einen Siebenmeterpfiff einigen konnten...

Penalty oder nicht - das war klar nicht das Problem. Vielmehr war es die Offensive, in welcher der HC Kriens (zu) früh den Faden verlor. Zwar wurden schon in der ersten Hälfte beste Chancen vergeben. Dennoch kam der Gastgeber (fast zu) leicht weg. 13:7 führte Kriens nach 22 Minuten – und vieles deutete auf einen Krienser Erfolg hin. Wohl zu vieles. Denn der RTV Basel gab sich nicht auf, kämpfte weiter – und kämpfte sich wieder heran. Was dem HCK lange Zeit zu einfach lief, wollte jetzt nicht mehr klappen. Da nützte es auch nichts, dass die Deckung mit einem einmal mehr brillanten Roman Schelbert im Tor über weite Strecken stabil war.

Einzig Basels Ausnahmekönner Hwangbo war es, der sich effizient gegen die Krienser Deckung stemmte. 13 Tore hatte er am Schluss auf seinem Konto – mehr als die Hälfte. «Genie Hwangbo» gegen «Teamkampf HCK». Warum keinen enge Deckung gegen den Koreaner? HCK-Trainer Rolf Dobler kennt die Antwort: «Seit fünf Jahren versuchen die Teams, diesen Mann zu stoppen - ohne Erfolg. Er weiss sehr genau, was er dann machen muss.»

Zudem: Hätte der HC Kriens in der Offensive nur eine annähernd anständige Angriffsquote erreicht, hätte es in dieser Partie einen Sieger gegeben. Und der hätte Kriens geheissen. Zu sehr aber baute der HCK in der zweiten Spielhälfte ab. Boris Stankovic zog einen schwarzen Tag ein, Okan Yalciner verlor in der Garderobe den Mut zum Schiessen und David Nyffenegger war zu sehr auf sich gestellt.

Benedikt Anderes / HC Kriens


HC Kiens - RTV 1879 Basel 24:24 (14:12)
Kauerhalle Kriens, 900 Zuschauer. SR Vitzthum/Choquard.

Spielverlauf: 0:1, 2:1, 3:3, 5:3, 6:4, 7:5, 8:6, 10:10, 11:7, 14;7, 14:12; 16:12, 18:13, 18:17, 20:17, 21:18, 22:19, 22:22 (55.), 22:23, 23:23, 24:23, 24:24.

HCKriens: Schelbert/Portmann; Müller, Schmid, Mitrovic, Schlegel (5), Nyffenegger (4), von Deschwanden, Tschannen, Stankovic (4), Yalciner (4/1), Bislimi (1), Willisch (2), Zimmermann.

RTV Basel: Stauber/Rätz/Kern; Hwangbo (13/1), Milovanovic (2), Gulbicki, Goepfert (2), Stamenov (4), Mettler, Kuppelwieser, Fran (2), Hlavtur (1), Stalder, Jovovic.

Bemerkungen: Strafen: HC Kriens 2, RTV 3 x 2 Minuten. Penalties: 5.
Stankovic scheiert an Stauber (5., 1:1), Schelbert hält Penalty von Stamenov (23., 14:7), Yalciner verschiesst gegen Stauber (28., 14:10), Schelbert hält Penalties von Hwangbo und Goepfert (37., 17:13).