FUSSBALL
Kriens-Präsident Baumgartner: "Wir lassen die Köpfe nicht hängen"

Chancenlos? Der SC Kriens muss am Sonntag (14.15) als klarer Underdog und Tabellenletzter zum FC Vaduz.

Turi Bucher
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Kriens-Präsident Werner Baumgartner hofft auf einen baldigen Exploit seiner Challenge-League-Mannschaft.

Kriens-Präsident Werner Baumgartner hofft auf einen baldigen Exploit seiner Challenge-League-Mannschaft.

Bild: Jakob Ineichen (Kriens, 18. September 2019)

Nach dem miserablen 0:2-Auftritt im Nachholspiel gegen den FC Wil heisst es beim SC Kriens: Wunden lecken und Zuversicht signalisieren. Schon als SCK-Trainer Davide Morandi nach der bitteren Niederlage vom vergangenen Freitag an der Seitenlinie mit Interviews beschäftigt war, rief sein Präsident Werner Baumgartner dazwischen: «Dauert es noch lange?» Baumgartner nämlich wollte seinen Trainer in die Umkleidekabine zur Mannschaft rufen. Dort stand das Vereinsoberhaupt vor das gesamte Team und manifestierte: «Wir lassen die Köpfe nicht hängen!»

Er habe, so Baumgartner, in den Stadionkatakomben energisch, aber sehr positiv gesprochen. «Und was ich gesagt habe, meine ich auch so. Natürlich war ich nach dem 0:2 enttäuscht.» Und natürlich müsse man über die Bücher, «die Köpfe zusammenstecken und im kleinen Kreis eine Auslegeordnung machen». Verzagen, das signalisiert Baumgartner, das finde beim SC Kriens sicher nicht statt.

Trainer Morandi hatte zuvor den anwesenden Medien erklärt, dass er von seiner eigenen Leistung enttäuscht sei. «Diese Niederlage geht auf meine Kappe», sagte er. Näher wollte er sich nicht erklären, gemeint waren wohl Fehlgriffe im personellen und taktischen Bereich. Morandi appellierte aber auch an seine Profis: «Sie spielen nicht für den Trainer, sondern für den Verein. Jeder Spieler muss jetzt in den Spiegel schauen und sich selber hinterfragen.» Nun, das sind eindeutig Parolen eines Trainers, der seine Mannschaft und sich in Bedrängnis sieht.

Sportchef und Trainer: Dreistündiges Gespräch

Was am Ende der 0:2 verlorenen Partie gegen Wil besonders wehtat – Trainer Morandi hatte eine Woche zuvor, nach dem Heimspiel gegen Winterthur (2:3), gesagt: «Das war ein Schritt nach vorne. Wir werden immer besser.» Diese Aussage, diese Ansicht musste er nach dem Wil-Spiel revidieren. «Ja, es war ein Rückschritt. Wir sind alle enttäuscht, es war ein schlechtes Spiel von uns», gestand Morandi ein. Der Cheftrainer hatte schon vor diesem Nachtragsspiel erklärt, auch bei einem Sieg gegen Wil würde der SC Kriens ein Abstiegskandidat bleiben. Jetzt ist er es erst recht.

Morandi hatte seinem Team auch aufgezeigt, dass es nun vor dem Scheideweg stehe, dass die Strasse in die bewölkte oder in die sonnige Gegend führen würde. Der aktuelle sportliche Wetterbericht unterhalb des Pilatus: stark bewölkt, sehr grau.

Aber Morandi sieht auch Lichtblicke, Aufhellungen: «Denn wir wissen, was zu tun ist, um ein besseres Spiel zu bieten. Wir müssen um jeden Raum, um jeden Ball kämpfen. Wir müssen konsequenter in die Zweikämpfe und einfacher nach vorne spielen.»

Morandi erzählt, er habe am Dienstag mit Sportchef «ein hervorragendes Gespräch» geführt. Das Gespräch soll drei Stunden gedauert haben, aber keine Krisensitzung gewesen sein. «Wir sind auf derselben Linie. Allen beim SCK ist schliesslich klar, dass es gegen Vaduz mindestens eine Leistungssteigerung braucht. Dieses Gespräch mit dem Sportchef hat mir viel Kraft gegeben, und ich habe mich hinterher bei Galliker per Whatsapp bedankt.»

Auch gegen den FC Vaduz keine Punkte?

Jetzt kommt also die schwierige Aufgabe am Sonntagnachmittag (14.15) in Liechtenstein. Aussichtslos für den SC Kriens, reine Formsache für den FC Vaduz? Einiges deutet darauf hin. Den Kriensern fehlt neben den Dauerverletzten Elia Alessandrini und Ashvin Balaruban in Vaduz auch Rechtsverteidiger Marijan Urtic. Der SCK-Captain kassierte im Spiel gegen Wil in der Schlussphase einen Platzverweis nach zwei sehr hart diktierten gelben Karten.

Kriens-Präsident Werner Baumgartner wird die Auswärtspartie aus den Ferien verfolgen und auf einen Exploit hoffen. Ist die Krienser Leistung gegen Wil der Massstab für das Auswärtsspiel vom Sonntag in Vaduz, dann ist die Ausgangslage diese: Ein Punktgewinn des Tabellenletzten bei den Liechtensteinern käme einem kleinen Fussballwunder gleich.

Hinweis

Der Vorverkauf für den Cuphit SC Kriens – FC Zürich vom Freitag, 17. September (19.30), läuft: Tickets sind erhältlich via www.sckriens.ch oder im SCK-Fanladen im Stadion Kleinfeld. Die Preise für Erwachsene: Tribüne 35 Franken; Stehplatz 20 Franken (letzte Tickets an der Abendkasse vor dem Spiel). Ein Covid-Zertifikat ist erforderlich.