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Kriens fast wie Prinz Harry und Meghan

Die Verpflichtung von Trainer Bruno Berner (40) war ein Volltreffer. Der ehemalige Premier-League- und Bundesliga-Profi steigt mit dem SC Kriens in die Challenge League auf. «Wir wollen eine Bereicherung für die zweithöchste Liga sein», sagt er.
Turi Bucher
Aufstieg geschafft! Bruno Berner jubelt nach dem Krienser 2:1-Sieg gegen La Chaux-de-Fonds. (Bild: Philipp Schmidli (La Chaux-de-Fonds, 19. Mai 2018))

Aufstieg geschafft! Bruno Berner jubelt nach dem Krienser 2:1-Sieg gegen La Chaux-de-Fonds. (Bild: Philipp Schmidli (La Chaux-de-Fonds, 19. Mai 2018))

Nein, sie wurden nicht verdrückt, die Krienser liessen am vergangenen Samstag nach dem 2:1-Sieg in La Chaux-de-Fonds ihren Tränen freien Lauf: Die Rückkehr in die Challenge League nach dem Absturz im Jahr 2012 ist perfekt. Kriens ist wieder wer im Schweizer Fussball, steht in den Top 20. Für ihre Auswärtsspiele durften die Krienser diese Saison den offiziellen Mannschaftsbus der Schweizer Nationalmannschaft benützen. Als der Car am Samstag kurz vor 22 Uhr aus La Chaux-de-Fonds in Kriens eintraf, wurde das Team von rund 200 Fans und vielen weiteren Schaulustigen auf dem Dorfplatz erwartet. Mit viel Feuerwerk, das zuvor im Stadion – zum grössten Teil jedenfalls – aufgespart wurde.

Grossen Anteil am Aufstieg in die zweithöchste Liga hat SCK-Trainer Bruno Berner. Letzten Sommer war der Zürcher sehr kurzfristig engagiert worden. Der damalige Trainer Marinko Jurendic hatte Kriens seinen Abgang nach Aarau – wo er unterdessen wieder entlassen wurde – ebenso kurzfristig mitgeteilt, innert zwei Tagen verpflichtete Kriens-Sportchef Galliker seinen neuen Mann. Und nun die sofortige Promotion mit dem SC Kriens, weg von der Promotion League.

Meltem schaute lieber Meghan

Am Samstag war Berners Familie nicht mit nach La Chaux-de-Fonds gereist. Ehefrau Meltem, Tochter und Sohn hatten sich mit weiteren Bekannten auf einen royalen TV-Nachmittag verabredet, verfolgten die Heirat von Prinz Harry und Meghan Markle. Ja, was geht denn nun mehr unter die Haut – dieser vereinshistorische Aufstieg oder die Hochzeit in Windsor? Berner: «Ich finde, unser Aufstieg ist irgendwie auch royal.» Immerhin: Berners Eltern waren von Glattbrugg in den Jura gereist, Mutter Heidy hatte sich extra grüne Hosen besorgt.

Seine ersten Ausbildungen für den Trainerjob hatte sich Berner schon in England angeeignet, als er als Leicester-City-Profi auch das eine und andere Juniorenteam betreute. Einer der ersten Gratulanten am vergangenen Samstag war übrigens Stéphane Henchoz, sein ehemaliger Teamkollege bei den Blackburn Rovers und heutiger Assistenztrainer bei Neuchâtel Xamax. Henchoz gratulierte per SMS… und in englischer Sprache. «2012, in dem Jahr, als Kriens aus der Challenge League abstieg, hörte ich mit dem Profifussball auf», erzählt Berner. «Ich wollte eine Trainerausbildung, aber weil ich in 15 Profijahren 15 Trainer erlebte, wollte ich auch ein zweites Standbein. Gerade wir in der Schweiz sind Weltspitze, was die Trainerwechsel betrifft.» Berner bildete sich zum Marketingfachmann aus, hatte plötzlich wieder mehr Zeit für seine Familie.

«Als das Angebot aus Kriens kam, rollte meine Frau, die selber in einem 80-Prozent-Pensum bei einer Grossbank arbeitet, zuerst mit den Augen. Denn ein Engagement in Kriens bedeutete: wieder weniger Zeit für die Familie.» Doch Berner erklärte seiner Meltem auch: «Das ist Kriens, das ist nicht irgendeine Adresse.» Meltem gab das Einverständnis – mit der Order: «Aufstieg!»

Für Kriens, das hat diese Saison gezeigt, ist Berner ein Glücksfall. «Ich habe schon vor dem Saisonstart gesagt: Für mich zählen Kopf, Bauch und Herz. Ich habe als Spieler von Trainern wie Nigel Pearson, Volker Finke und Mark Hughes gelernt. Von Pearson, was Stabilität und Ruhe in der Mannschaft bewirken kann, von Finke, dass der Fussball nicht nur auf dem Platz stattfindet, von Hughes die intensiven Trainings. Von all dem versuche ich in Kriens einen Teil an meine Spieler weiterzugeben.» Das Team habe diese Saison aber auch, so Berner weiter, von der Arbeit des Mentaltrainers Erich Föllmi profitiert.

Berner betont stolz, dass sein Team in dieser Saison am meisten Siege aller Teams holte (21 in 29 Spielen), dass es die meisten Tore erzielte (70/Yverdon 64), die wenigsten Gegentreffer erhielt (30/Nyon 32) und dass der SCK in der Fairplay-Rangliste (gelbe/rote Karten) aller 58 Erstliga-Teams in den Top Ten steht. «Das meine ich mit Stabilität», erklärt Berner. «Nyon beispielsweise steht dort an 54. Stelle. Ich hatte viel weniger gesperrte Spieler, musste viel weniger deswegen das Team umstellen.»

Eine Aufstiegsprämie, aber keine königliche Summe

Für den Aufstieg streicht Berner beim SC Kriens eine Aufstiegsprämie ein. Der Betrag liegt im vierstelligen Bereich. «Nichts Royales», betont Berner schmunzelnd, «aber etwas an die Ferien mit der Familie.» Ein paar Tage in Italien, mehr liegt wohl gar nicht drin, denn kurz nach Schulferienbeginn startet auch schon das Challenge-League-Abenteuer.

Was muss sich beim SC Kriens ändern, damit auf diesem höheren Niveau nicht der sofortige Absturz folgt? Berner sagt: «Das Beispiel von Rapperswil-Jona, dem letztjährigen Aufsteiger, zeigt, dass gar nicht so viel geändert werden muss. Gut, unsere Spielart muss noch schneller, noch intensiver werden. Ich weiss, dass meine Spieler noch Steigerungspotenzial haben.» Die Aufstiegseuphorie solle mit in die neue Meisterschaft genommen werden, aber man müsse sich bewusst sein, dass der SCK nicht mehr so viele Spiele dominieren können wird wie in dieser Saison, die am kommenden Samstag (16.00) mit dem Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy zu Ende geht. Der Krienser Aufstiegstrainer Berner sagt: «Wir wollen eine Bereicherung für die Challenge League sein. Und Challenge ist der richtige Ausdruck: Es wird eine Herausforderung für uns.»

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