Kriens-KRISE

SC Kriens-Sportchef Galliker: «Jetzt müssen die Ärmel hochgekrempelt werden»

Die Fussballer des SC Kriens sind am Freitag (20.00) in der Challenge League bei Leader Grasshoppers der Underdog.

Turi Bucher
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Bruno Galliker, Sportchef des SC Kriens, im Stadion Kleinfeld.

Bruno Galliker, Sportchef des SC Kriens, im Stadion Kleinfeld.

Patrick Hürlimann

Es ist keine einfache Zeit für den SC Kriens. Letzte Saison war der SCK unter den 20 Profiklubs eines der grossen sportlichen Ereignisse. «Und jetzt», das muss auch Sportchef Bruno Galliker eingestehen, «hat uns die Realität wieder eingeholt». Die Realität ist: kein Sieg aus sechs Spielen in Folge. Zwischenrang 7, aber Rang 9 – also der vorletzte Platz – nach Verlustpunkten. «Wir müssen wieder zurück in die Spur finden», sagt Galliker, und verrät auch gleich, zu welcher Erkenntnis er zusammen mit Trainer Bruno Berner in der Analyse der Krise gekommen ist: «Zurück zur Basis – das Einfache richtig und gut machen!»

Galliker weiss, dass seinem SC Kriens einige Punkte fehlen, «weil es in den letzten Spielen teilweise gegen und nicht für uns gelaufen ist». Nun, so ist das in der Regel bei verlorenen Spielen. Aber Galliker kann schon Beispiele aufzählen: Kein Penaltypfiff in Schaffhausen, kein Penaltypfiff in Aarau, kein fataler Fehlpass gegen Thun, kein verschossener Penalty gegen Chiasso – und Kriens würde in der Tabelle plötzlich mit 5 bis 7 Punkten mehr aufscheinen. Was schon wieder fast einen Spitzenplatz bedeuten würde.

Aber, so Galliker: «Unsere jungen Spieler müssen realisieren, dass sie in Kriens die Ärmel noch mehr hochkrempeln müssen.» Das hat die 0:2-Ohrfeige daheim gegen Stade Lausanne-­Ouchy zuletzt deutlich gezeigt. Trainer Berner hatte das Unheil kommen sehen und an der Seitenlinie schon in der ersten Viertelstunde versucht, Einfluss zu nehmen: «Ich habe energisch und vehement versucht, mein Team wachzurütteln», sagt Berner rückblickend. Und zur missglückten, viel zu optimistischen Dreimann-Abwehr: «Sollen wir uns in einem Heimspiel verbarrikadieren? Nein, ich will nach vorne spielen. Und diesen Vorwärtsfussball will ich auch weiterhin.»

Diese Saison könnte es eine Abstiegsbarrage geben

Zum Glück gibt es ja noch den FC Chiasso, der jedes Jahr Topkandidat für den Abstiegsplatz ist. Aber Chiasso hat gerade eben gegen Super-League-Absteiger Xamax Neuchâtel den ersten Saisonsieg gelandet und demonstriert, dass es nicht bereit ist, sich kampflos dem Abstieg zu ergeben. «Wir unterschätzen Chiasso in keiner Art und Weise», sagt Galliker, «wir sind wach. Gerade deshalb wäre es gut für uns, wenn wir bis Weihnachten noch Punkte sammeln könnten.»

Übrigens: Selbst wenn die Saison in der Promotion League infolge Corona nicht beendet werden könnte, hiesse das im Frühling nicht, dass der Letztplatzierte der Challenge League automatisch in der Liga verbleiben würde (so, wie Chiasso im letzten Sommer profitierte). Bei einem definitiven Saisonabbruch würde der Erstplatzierte der Promotion League (aktuell Yverdon) Barragepartien gegen das Challenge-League-Schlusslicht zugute haben.

Vor dem GC-Spiel: «Es wird sehr schwierig für uns»

«Wir wissen, wer wir sind – wenn eine Saison beginnt, kämpft der SC Kriens grundsätzlich gegen den Abstieg», erklärt Sportchef Galliker. Nun, da die Challenge League mit Riesenschritten der Saisonhälfte entgegeneilt, soll es für den SCK vor der Weihnachtspause aber heissen: grundsätzlich weit weg vom Abstiegsrang entfernt sein. Das wäre die erhoffte Bescherung.

Ob Kriens morgen schon nach dem Spiel gegen Spitzenreiter Grasshoppers Punkte unter den Weihnachtsbaum legen darf, muss bezweifelt werden. Topskorer Asumah Abubakar fehlt mit einem Muskelfaserriss. Marijan Urtic ist zudem gesperrt. Burim Kukeli könnte ins Team zurückkehren. Berner: «Wir freuen uns auf dieses Spiel gegen den Aufstiegsfavoriten. Wir werden alles dafür tun, um einen Punkt zu holen.» Galliker: «Es wird sehr schwierig für uns. Wir reisen als klarer Underdog nach Zürich, aber nach dem 5:2-Heimsieg gegen GC wissen wir: Wir können sie schlagen.»

Damals, in der zweiten Halbzeit des 5:2, hatten die Krienser tatsächlich die Ärmel hochgekrempelt.