HC Kriens-Luzern beisst auf Winterthurer Granit

Kriens-Luzern verliert zum achten Mal in Serie in Winterthur. Die gestrige 21:24-Niederlage wäre allerdings vermeidbar gewesen.

Stephan Santschi
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Kein Durchkommen für die Krienser gegen die Pfadi-Abwehr.

Kein Durchkommen für die Krienser gegen die Pfadi-Abwehr.

Bild: Archiv Patrick Huerlimann (Kriens, 29. Januar 2020)

«Was Pfadi verlangt, ist sinnlos.» Goran Perkovac, der Krienser Trainer, gab sich im Interview mit dem TV-Sender MySports schon vor dem NLA-Spitzenkampf in Winterthur angriffig. Thema war der Protest von Winterthur gegen die Wertung des Krienser Unentschiedens vor einer Woche gegen Schaffhausen (24:24), in dem ein reguläres Tor des Gegners nicht gewertet worden war. Pfadi möchte die Richtigstellung des Resultats ohne Wiederholungsspiel. Die Krienser erachten dies als unfair, weil sie vom falschen Resultat auch getäuscht worden waren.

So deutlich der Trainer Stellung bezog, so lasch war der Auftritt seiner Mannschaft zu Beginn. Die Krienser fanden in der spärlich besetzten Axa-Arena schlecht ins Spiel, lagen bereits nach sechs Minuten mit 1:5 im Rückstand. «Wir müssen uns in der Abwehr mehr bewegen, besser zusammenrücken und die gleiche Sprache sprechen», monierte Perkovac in einem ersten, frühen Time-out.

Hleb Harbuz kommt zunächst nicht in Fahrt

Besser wurde der Auftritt vorderhand aber nicht. Der Deckung fehlte es an Beweglichkeit und Abstimmung. Und im Angriff hatte vor allem Liga-Topskorer Hleb Harbuz gegen die kompakte 3:2:1-Abwehr der Winterthurer einen ganz schweren Stand. «Wenn einer das Duell gegen mich verlor, war schon ein Zweiter da», sagte der 25-jährige Weissrusse und er merkte an: «Pfadi hat wirklich guten Handball gespielt.» Nach 23 Minuten führte Winterthur mit 12:6, die Rollen waren klar verteilt. Mit der Einwechslung von Goalie Paul Bar fanden die Gäste jedoch allmählich zu mehr Stabilität, und als sich auch die Winterthurer den einen oder anderen Aussetzer leisteten, wurde die Partie offener.

Bis zur Pause verkürzten die Luzerner den Rückstand auf 11:15 und nach dem Seitenwechsel kamen sie mit dem Kontrahenten sogar wieder in Tuchfühlung. Harbuz drehte vorne auf, die Abwehr agierte deutlich verbessert und der Rückstand war bis zur 39. Minute auf einen Treffer verkürzt (17:16). «Die Moral des Teams war unglaublich gut», lobte Christen, doch der Geschäftsführer der Krienser stellte auch fest: «Letztlich fehlte es bei uns an zu vielen Orten. Winterthur gab uns genug Chancen, um zu gewinnen.»

Regisseur Tom Hofstetter fehlt die Spielpraxis

Angesprochen war vor allem die Angriffsleistung. Neben Harbuz erzielte in Halbzeit zwei kaum ein anderer Rückraumspieler ein Tor. Spielmacher Tom Hofstetter fehlt nach der langen Absenz sichtlich die Spielpraxis. Auch das Überzahlspiel und die Abschlussquote von den Flügeln waren ungenügend. Zusammenfassend hielt Christen nach der 21:24-Niederlage fest: «Pfadis Deckung war sehr unangenehm. Wir kamen vorne nie richtig ins Rollen, uns fehlte die Cleverness.» Damit verlor Kriens-Luzern in Winterthur zum achten Mal in Serie und muss dem Konkurrenten wieder Platz zwei überlassen.