Kriens-Luzern gewinnt 31:25

Nur einmal wankte der Favorit – fiel aber nicht: Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern fuhren die budgetierten Heimpunkte gegen den TSV St. Otmar verdient ein und kletterten mit dem 31:25-(14:10)-Heimerfolg auf Rang 2 der Tabelle.

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Benjamin Steiger beim Abschluss. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Benjamin Steiger beim Abschluss. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Letztlich geht der Vollerfolg des HC Kriens-Luzern vollauf in Ordnung. Die Krienser bauten auf eine starke Defensive (mit Daniel Fellmann als unermüdlichem Antreiber und Anchorman der Deckung) und einen erneut starken Keeper Marius Aleksejev. Solange Defensive und Aleksejev fokussiert waren, gab es am HCK-Sieg kaum Zweifel. Da konnte nicht mal die eigene, zuerst ungenügende Chancenauswertung etwas daran ändern. 6:2 lag der HCK in Front – und es hätte gut und gerne 11:2 heissen können – oder heissen müssen. Denn schon in diesen ersten 10 Minuten hatten die Krienser schon zahlreiche «Grosschancen» in den Sand gesetzt (davon alleine 3 Gegenstösse, die nicht verwertet werden konnten).

Auf Seiten Otmars fehlte es an Überzeugungskraft, an Entschlossenheit und letztlich auch an Substanz, um gegen die massierte HCK-Abwehr zu reellen Torchancen zu kommen. Der HCK leistete mit seiner weitgehend guten Deckungsarbeit einen wichtigen Beitrag, dass Otmar nie so richtig Tritt fand.

Offensiv wechselten beim HCK Licht und Schatten schnell ab. Ein Zeichen des Zusammenwachsens, in dem sich das Team nach wie vor befindet. Kreisläufer Bojan Beljanski etwa war noch zu isoliert, die Flügel zu wenig effizient. Stattdessen übernahmen die Rückraumspieler das Diktakt.

Dass Beni Steiger (5) und Boris Stankovic (5) treffsicher sind aus der zweiten Rehe, das kennt man. Dass Nicolas Raemy (7) als diesmal bester Skorer ebenfalls wieder aus seiner WM-Übermüdung findet, war angesichts seines Potenzials zu erwarten. Überraschend war diesmal der Auftritt von Mittelmann Sven Hess. Er spielte eine wichtige Rolle im Spielaufbau – und sorgte auch für den Knackpunkt im Spiel. Denn er war es, der in der heiklen Phase für die wichtigen Impulse sorgte. Als Otmar Mitte der zeiten Spielhälfte vom 15:21 und 20:21 aufgeholt hatte, fasst sich der junge Horwer ein Herz und wuchtete den Ball bei angezeigtem Zeitspiel zum 22:20 ins Otmar-Netz. Eine, wenn nicht DIE entscheidende Szene auf dem Weg zu einem am Schluss verdienten und ungefährdeten Sieg.

Das Tor machte den Weg endgültig frei. Der Rest war Kür: 31:25 siegte der HC Kriens-Luzern am Schluss. Und das verdient. Bessere Deckung, bessere Gegenstoss-Auslösung, effizienter und letztlich kreativer in der Offensive, mehr Dynamik, mehr Torinstikt: Es sprach fast alles für den HCK an diesem Abend. Da war der Gastgeber so etwas wie der logische Sieger, der auch mehr für den Vollerfolg tat.

Der HC Kriens-Luzern markierte damit eine Woche vor dem Spitzenspiel gegen Pfadi Winterthur das Revier. «Wir sind bereit» war so etwas wie die Botschaft. Denn beim HCK war es tatsächlich das Team, das für die Schlagzelen sorgte. Nicht einzelner Spieler, sondern der kollektive Wille, das bessere Ende für sich zu behalten. Mit dem Sieg reist der HCK als Zweitplatziertes Team am kommenden Wochenende nach Winterthur und erhält die Chance zu einer Standortbestimmung auf Augenhöhe mit einem direkten Konkurrenten. Damit ist die Saison aus Sicht des HCK definitiv lanciert.

Benedikt Anderes / HC Kriens

Die Bilder vom Spiel »

HC Kriens-Luzern - TSV St. Otmar St. Gallen 31:25 (14:10)
Krauerhalle, 600 Zuschauer. SR Boskoski/Stalder.
Spielverlauf: 0:1, 1:2, 6:2, 7:4, 8:6, 11:7, 14:10; 15:10, 18:12, 21:15, 21:20 (47.), 22:20, 24:22, 27:23, 29:25, 31:25.
HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert; Fellmann (1), Willisch (3), Hedin, Båverud (3), Steiger (5/1), Raemy (7), Beljkanski (1), Nyffenegger, Baviera, Hess (4), Stankovic (5), Petrig (1).
St. Otmar: Isenrich/Kindler; Engeler (2), Pendic (1), Fröhlich (1), Wild, Liniger (5/2), Usik (4), Häni, Parolo (5), Hojc (1), Filip (5).
Bemerkungen: Kriens ohne Schmid, Otmar ohne Matthiesen. Strafen: Kriens 3, Otmar 2 x 2 Minuten. Spiel beginnt mit Trauerminute für den verstorbenen Wacker Thun-Spieler Christoph Lanz.
J.P. Chenet Best Player Award: Daniel Fellmann (HCK).