Kriens-Luzern in Schaffhausen ohne Chance

Vernünftig gespielt – und doch klar verloren: Das ist die bittere Erkenntnis für die Krienser NLA-Handballer nach dem Auftritt bei Schweizermeister Kadetten Schaffhausen.

Drucken
Teilen
Konnte die Niederlage auch nicht abwenden: Kriens-Torhüter Roman Schelbert kam in der Halbzeit zum Einsatz. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Konnte die Niederlage auch nicht abwenden: Kriens-Torhüter Roman Schelbert kam in der Halbzeit zum Einsatz. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Dass Meister Kadetten Schaffhausen den Fokus nach dem Rückschlag in der VELUS EHF Champions League von der internationalen Königsklasse wieder auf das nationale Spielgeschehen gelenkt hat, das haben kürzlich auch schon andere Teams der Schweiz erfahren. Gegen den HC Kriens-Luzern nun legten die Schaffhauser einen erneuten Beweis dafür ab. Das breit aufgestellte und hochkarätig besetzte Kader des Meisters ging die Partie gegen die Zentralschweizer seriös und konzentriert an und landete letztlich einen Heimsieg, der auch mit 9 Toren Differenz durchaus in Ordnung geht.

Allerdings verkaufte der HC Kriens-Luzern seine Haut teurer, als es das nackte Resultat vermuten lässt. Gegen die unbeliebte 3-2-1-Deckung der Schaffhauser machte der HCK nämlich über weite Strecken des Spiels eine vernünftige Figur. Die Chancen waren zwar da – das Problem war, dass die Fehlerquote insgesamt deutlich zu hoch war. Im Abschluss scheiterten die Zentralschweizer (zu) oft an Quadrelli, weil deren Abschlüsse zu wenig präzise waren. Oder selbst freie Bälle wurden leichtsinnig vergeben. So erreichten  auf Seiten des HCK nur wenige Akteure wirklich eine gute Quote. Einer von ihnen war Linksaussen Pascal Willisch, der alle seine 5 Chancen verwertete und sich nach der langen Verletzungspause damit endgültig und eindrücklich zurückgemeldet hat. Im Rückraum aber – zuletzt noch das Paradestück des HCK, kam das Team nicht über eine Effizienz von 50% - deutlich zu wenig, um sich Siegesschancen ausrechnen zu können.

Es spricht aber für den HCK, dass das Team trotzdem kämpfte. Und trotz dieser Mängel vorwärts rannte Richtung Kadetten-Tor. Die wirklich empfindliche Niederlage konnte der HCK zwar vermeiden – um aber den Strohhalm auf dem Rheinfall wirklich in Griffnähe zu bekommen, da machten die Innerchweizer in entscheidenden Phasen eben dann doch zu viele Fehler. Muster gefällig: Auf 20:16 war der HCK an Kadetten herangekommen, als sich ihnen nach einem Fehler von Kukcka die Chance bot, auf 3 Toren heran und damit plötzlich wieder ins Spiel zu kommen. Das war in der 40. Minute – genug Zeit also, um noch einmal Dampf zu machen. Doch Steiger scheiterte, Fellmann musste kurz darauf vom Platz, und auch Hess und Stankovic scheiterten an den eigenen Nerven. Schaffhausen nahm das dankend an und zog wieder auf sieben Tore weg...

Allzu lange wird man im HCK-Lager diesen zwei Punkten aber nicht nachtrauern. Denn erstens hätte so ziemlich alles passen müssen an diesem Abend – was es ganz offensichtlich nicht tat. Und zweitens gastiert bereits am Samstag zum Brunch-Event Pfadi Winterthur in Kriens. Trübsal blasen bringt da nichts. Der enttrohnte Leader wird in Kriens hoffentlich von einer «hungrigen» Kulisse einheimischer Fans erwartet. Und spätestens dann wird auch das Team wieder bereit sein für den Versuch, auf die Siegerstrasse zurückzukehren und gegen einen der Grossen in der Liga so richtig dagegenzuhalten.

Am 8. Dezember trifft der HC Kriens-Luzern im Brunch-Spiel um 11 Uhr auf Pfadi-Winterthur. (Wir verlosen hier Tickets »)

Kadetten Schaffhausen – HC Kriens-Luzern 33:24 (16:10)

BBC Arena Schaffhausen, 150 Zuschauer SR Jergen/Zaugg

Spielverlauf: 1:0. 1:1, 3:1, 5:2, 6:3, 10:4, 11:6, 13:7, 16:9, 16:10; 18:11, 19:13, 20:16, 21:17, 23:17, 25:18, 25:20, 26:21, 30:22, 32:23, 33:24.

Strafen: Schaffhausen 2, HC Kriens-Luzern 3 x 2 Minuten.

Kadetten Schaffhausen: Quadrelli/Meier; Cvijetic (1), Kukucka (1), Emrich (4), Pendic (4), Mamic (2), Stojanovic (4), Prieto, Schelbert (5), Bucher (4), Ursic (2), Tominec (3), Dissinger (3).

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (31.); Fellmann, Mühlebach, Willisch (5), Petrig (1), Båverud (2), Steiger (5), Jeremias, Baviera (2), Hess (2), Stankovic (4), Baumgartner (3).

Bemerkungen: Kriens ohne Raemy, Jeremias auf dem Matchblatt. 4. Pendic verschiesst Siebenmeter (). 17. Stankovic scheitert mit Penalty an Quadrelli (11:6).

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern