Kriens-Luzern tankt Moral für Europacup

20 Minuten Krampf, dann 40 Minuten Gala: Der HC Kriens-Luzern siegt bei der Hauptprobe für den Europacup gegen einen fehlerhaften und limitierten HSC Suhr-Aarau mit 33:20.

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HCK-Spieler Daniel Fellmann im Angriff (hier im Spiel gegen Wacker Thun). (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

HCK-Spieler Daniel Fellmann im Angriff (hier im Spiel gegen Wacker Thun). (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Die Krienser Handballer lösen auch die «Pflichtaufgabe» gegen den HSC Suhr-Aarau letztlich mit Stil. Knappe 20 Minuten loderte auf Seiten der Gäste so etwas wie ein Hoffnungsflämmchen. Nach dem 7:7 aber war Ende – und der Gast segelte seinem Waterloo entgegen. Dass die Aargauer ihre Segel aber wenigstens 20 Minuten im Wind halten konnten, war weniger eigenes Verdienst der Gäste als vielmehr das «Verschulden» der Hausherren. Denn sie leisteten sich in der Anfangsphase des Spiels ungewohnt viele Fehler und kämpften lange darum, Stil, Linie und Ordnung zu finden.

Eine Bilanz von 1:7 (1 Tor nach 7 Angriffen) war dann aber auch für die Krienser selber zu viel. Sie besannen sich ihrer wahren Qualitäten. Und die waren weit weg von jenen des Gegners. der HC Kriens-Luzern fand Tritt. Danach gab es kaum ein Halten mehr.

Gesamtes Kader im Einsatz

Je länger das Spiel dauerte, umso mehr zeigten die Gastgeber, welches Potenzial im Team steckte. Aus einer sehr soliden Deckung heraus (Suhr-Aarau brauchte 37 Minuten für 10 Tore - ein starker Wert) spielte der HCK schnell, druckvoll und vor allem auch variantenreich. Dazu nutzte Trainer Torben Winther die Gelegenheit des früh entschiedenen Spiels, seinem gesamten Kader Einsatzzeiten zu gewähren.

Letztlich löste der HC Kriens-Luzern die «Aufgabe Suhr-Aarau» mit einer tollen Mannschaftsleistung. Zu den Aktivposten auf Krienser Seite gehörten Ankermann Dani Fellmann in der Defensive sowie in der Offensive das Duo Beljanski und Raemy. Beljanski wird offensichtlich immer besser ins Krienser Spiel eingebunden und erhält jetzt auch die Bälle, die er als Kreisläufer braucht. Und Nicolas Raemy sprudelte vor Spielfreude, hat zwar den einen oder andern Nuller auf dem Matchblatt, machte diese aber mit 9 Toren (bei 4 Siebenmetern) wieder wett.

Moral für Europacup

Dass sich der Gegner kaum auf Augenhöhe bewegte, spielt da bald schon keine Rolle mehr. Der HCK hat einen weiteren wichtigen Sieg eingefahren, ist in der Meisterschaft auf Kurs und tankte nicht zuletzt auch Moral für die Europacup-Reise, welche das Team am Freitag antreten wird. Dann gehts nach Porto. Und dort wartet mit Bestimmtheit ein Gegner auf den HCK, der von anderem Format sein wird als Suhr-Aarau.

Benedikt Anderes/HC Kriens-Luzern

Kriens-Luzern - HSC Suhr-Aarau 33:20 (14:8)

Krauerhalle Kriens. 700 Zuschauer. SR Brunner / Salah.

Spielverlauf: 2:0, 2:2, 4:2, 5:3, 5:6, 6:7, 11:7, 12:8, 14:8; 17:8, 18:9, 20:12, 22:13, 23:15, 26:15, 28:18, 33:19, 33:20.

Strafen:HCK 6x, HSC Suhr-Aarau 4x 2 Minuten plus rote Karte gegen Sarac (50.)

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (ab 44.); Fellmann (2), Willisch (2), Hedin, Båverud (5), Steiger (2), Raemy (9/4), Beljanski (2), Nyffenegger (2), Hess (1), Stankovic (6/1), Petrig (2).
HSC Suhr-Aarau: Wipf/Willimann (für 1 Penalty und ab 48.); Ekberg, Reichlin (1), Milasevic (2), Kaufmann (2), Sarac (2), Romann (1), Wessner, Stalder (1), Navarin (8), Mark Schelbert (3), Strebel.

Bemerkungen: Kriens ohne Schmid (rekonvaleszent) und Baviera. Penalties: 1. Steiger scheitert an Willimann (0:0), 17. Stankovic scheitert an Willimann (5:5). 47. Schelbert hält Penalty von Reichlin (26:15).

J-P. Chenet Best Player Award: Beljanski (HCK) und Navarin (Suhr).