Handball
Kriens-Luzern verschenkt Punkt, findet den Weg aus der Krise noch nicht

HC Kriens-Luzern führt fast während des ganzen Spiels, kommt gegen Suhr Aarau aber nicht über ein 24:24 hinaus.

Stephan Santschi
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Völlig von der Rolle: der Krienser Milos Orbovic.

Völlig von der Rolle: der Krienser Milos Orbovic.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 2. Oktober 2021)

Konsternation im Lager des HC Kriens-Luzern: Suhr Aarau nutzt die letzten Sekunden zu einer 7:6-Überzahl, schafft wenige Sekunden vor Schluss den Treffer zum 24:24-Remis. Anstatt mit einem Sieg einen weiteren Schritt aus der Krise zu machen, muss bei den Zentralschweizern wieder gehadert werden. Praktisch über die gesamte Spielzeit hinweg lagen sie nämlich in Führung. Die 5:1-Abwehr des Gegners überlistete man mit Anspielen an den linken Flügel, wo On Langenick mit vier Treffern stark ins Spiel startete. Der Angriff der Aargauer, die ohne Führungsspieler Tim Aufdenblatten antraten, war zahm – der Krienser Goalie Rok Zaponsek schraubte seine Abwehrquote vorübergehend auf 72 Prozent hoch. Nach 21 Minuten führte der Gastgeber 9:4, hatte alles unter Kontrolle.

Dann aber kam es zum Bruch, ausgelöst durch eine Zweiminutenstrafe gegen Abwehrchef Aljaz Lavric. Fortan wirkten die Luzerner unkonzentriert, fahrig, zuweilen gar überheblich, wie etwa Milos Orbovic, der bei einem Gegenstoss einen Trickwurf versuchte und prompt nur die Latte traf. Zuerst die Arbeit, dann die Kür – diese Lehre darf der serbische Nationalspieler aus dieser Aktion mitnehmen. Suhr Aarau hatte zu diesem Zeitpunkt nämlich längst in die Partie zurückgefunden und tat nun das, was es am besten kann: kämpfen.

Milos Orbovic völlig von der Rolle

Besserung trat in Halbzeit zwei keine ein. Die Krienser Verteidigung tat sich gegen die nun entschlossener angreifenden Aargauer schwer und schwächte sich mit Zweiminutenstrafen selbst. Vorne ging der Spielfluss verloren, der verletzte, nur für die Penalties aufs Feld kommende Hleb Harbuz verschoss zwei Siebenmeter und Orbovic hatte sonderbarerweise kaum Einfluss aufs Spiel.

«Er hatte einen schwarzen Tag, keine Ahnung woran es lag»,

rätselte Trainer Goran Perkovac über jenen Mann, der mit seiner Klasse solche Spiele entscheiden müsste.

Trotzdem führte der HC Kriens-Luzern acht Minuten vor Schluss immer noch mit 24:21, schien einem dreckigen Arbeitssieg entgegenzustreben. Dann erzielte er aber kein Tor mehr, leistete sich vorne wie hinten schlimme Aussetzer und lud den Gegner noch zum Ausgleich ein. Das Team bleibt damit auf Platz acht stecken. Perkovac wird die Arbeit während der Länderspielpause nicht ausgehen.

Kriens-Luzern – Suhr Aarau 24:24 (12:9)
Krauerhalle. – 225 Zuschauer. – SR Capoccia/Jucker. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 5-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau. – Kriens-Luzern: Zaponsek (12 Paraden)/Eicher; Wanner (4 Tore), Orbovic (1), Lapajne (1), Rellstab (5), Langenick (6), Sikosek Pelko (1), Lavric; Delchiappo (1), Oertli, Harbuz (5/5), Vekic, Schlumpf. – Suhr Aarau: Scheidiger (2 Paraden)/Durica (3)/Grazioli (4); Attenhofer, Ferraz (5 Tore), Muggli (1), Zehnder (8/3), Reichmuth (2), Pejkovic, Slaninka (5), Strebel; Hofer (2), De Sousa Martins, Laube, Parkhomenko (1). – Bemerkungen: Zaponsek pariert Penalties von Zehnder (10./4:2; 49./21:19). Durica pariert Penalty von Harbuz (23./9:5). Grazioli pariert Penalty von Harbuz (46./19:18).