Kriens-Luzern wehrt sich gegen umstrittene Spielwertung

Das Handball-Spitzenspiel zwischen dem HC Kriens-Luzern und den Kadetten Schaffhausen endete 24:24. Doch wegen eines nicht erfassten Schaffhauser Tors wurden die Ostschweizer nachträglich zum Sieger erklärt. Der HCK zieht den Entscheid nun weiter.

Cyril Aregger
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Der Krienser Filip Gavranovic (rechts)  kommt gegen die Kadetten Schaffhausen frei zum Abschluss.

Der Krienser Filip Gavranovic (rechts)  kommt gegen die Kadetten Schaffhausen frei zum Abschluss.

Patrick Hürlimann (Kriens, 21. Februar 2020)

«Wir können den Entscheid der Kommission nicht nachvollziehen», sagt Nick Christen, CEO des HC Kriens-Luzern. Die Disziplinarkommission Leistungssport (DKL) hat in erster Instanz entschieden, das Spiel mit 25:24 für Schaffhausen zu werten, da ein von den Schiedsrichtern anerkannter Treffer in der 36. Minute beim Stande von 15:13 für Schaffhausen nicht gezählt wurde.

«Das ist nicht fair»,

findet Christen. «Natürlich war es ein unschöner Fehler, natürlich muss der korrigiert werden.» Die Krienser sind aber der Ansicht, dass dies mittels Wiederholungsspiel geschehen sollte. «Das Resultat beeinflusst das Spiel extrem. Es ist ein grosser Unterschied, ob man mit einem Tor führt oder mit einem, zwei Toren im Rückstand liegt. Und mit einer Alles-oder-Nichts-Strategie am Ende kann im Handball auch ein Rückstand von ein, zwei Toren innert Minutenfrist aufgeholt werden», erklärt Christen.

HC Kriens-Luzern will Fakten sprechen lassen

Deshalb wird Kriens-Luzern den Entscheid der DKL auch beim Verbandssportgericht anfechten. Die Kommission war bei ihrem Entscheid der Ansicht, dass die Chance auf ein Remis für Kriens-Luzern klein gewesen wäre, hätte das Schaffhauser Tor korrekt gezählt. Zudem würde dem HCK mit einem Wiederholungsspiel die Chance auf einen Sieg eingeräumt. Ein Resultat, das gemäss Einschätzung der Kommission «bei korrekter Resultatführung praktisch unmöglich gewesen wäre».

Christen überzeugt die Begründung nicht. Sie basiere auf lauter Hypothesen. «Wir würden mit einem Wiederholungsspiel gerne Fakten sprechen lassen.» Die Erfolgsaussichten des Weiterzugs kann Christen derzeit nicht abschätzen. Die Erfolgsaussichten des Weiterzugs kann Christen derzeit nicht abschätzen.« In anderen Ligen ist ein Wiederholungsspiel jedenfalls möglich. In der NBA wurden gar einmal bloss die letzten gut 50 Sekunden der Partie zwischen Atlanta und Miami wiederholt...»

Protest gegen die Wertung des Spiels haben Pfadi Winterthur und St. Otmar St. Gallen eingelegt – direkte Konkurrenten von Kriens-Luzern.

Wie weiter in der Meisterschaft?

Ob Wiederholungsspiel oder nicht: Für den HC Kriens-Luzern geht es am Samstag weiter mit dem Spiel gegen den BSV Bern (18.00, Maihofhalle Luzern). Das wegen dem Corona-Virus notwendige Gesuch beim Kanton Luzern wurde eingereicht. Ob gespielt werden kann, könnte aber auch vom Bund abhängen, der heute einheitliche Richtlinien für Veranstaltungen vorlegen will. «Vor Donnerstag wird es kaum Klarheit geben», so Christen. Er hofft, dass der Meisterschaftsbetrieb weiter geführt werden kann: «Ein Aussetzen oder gar ein Abbruch wäre für uns wirtschaftlich wohl zwar weniger schlimm als für den Fussball oder das Eishockey – aber dennoch äusserst schmerzhaft.»

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