Kriens-Luzern zeigt in St. Gallen Moral

Cool und abgebrüht: Der HC Kriens-Luzern bleibt auch in Spiel Nummer 7 in Folge ungeschlagen und bezwingt einen härtnäckig kämpfenden TSV St. Otmar St. Gallen letztlich hochverdient mit 32:27.

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Sven Hess (mitte) in Aktion. (Bild: Roger Zbinden/Neue LZ)

Sven Hess (mitte) in Aktion. (Bild: Roger Zbinden/Neue LZ)

Die Zentralschweizer hatten sich dabei scheinbar spielend leicht aus einer brenzligen Situation befreit und einen 5-Tore-Rückstand innert Minuten wettgemacht. Danach gab der Tabellenzweite den Ton an und eilte erneut dank grösserer Kaderbreite einem sicheren Sieg entgegen.

Gute Torwartleistung

Abgebrüht war der Auftritt, weil Coach Torben Winther einmal mehr die richtigen Alternativen aus seinem bewundernswert breiten Repertoire mit diesem Team zog. Zum einen wechselte er Goalie Schelbert nach 19 Minuten aus - eben nachdem dieser einen Gegenstoss Linigers alleine pariert hatte. Was Marius Aleksejev dann zeigte, rechtfertigte den Wechsel und verdiente das Prädikat «grosse Klasse». Er wurde nach Spielschluss zu recht zum besten Mann seines Teams ausgezeichnet. Die Sicherheit, die der Estnische Nationalkeeper austrahlte, wirkte auf den Gastgeber offensichtlich lähmend.

Keine unnötige Hektik

Aleksejevs Sicherheit half aber auch entscheidend mit, die eigene Deckung zu stabilisieren. Denn Otmar nutzte die fehlende Aggressivität in der Krienser Deckung mit einigen Stellungsfehlern zu einer 11:6-Führung. Erstaunlicherweise blieb die Krienser Bank ruhig, liess unnötige Hektik gar nicht erst aufkommen, sondern wechselte geschickt aus. Weil das auf Otmar-Seite etwas weniger geschickt geschah (Hojc musste seinen Platz Parolo überlassen), konnte Kriens noch vor der Pause selber in Front gehen.

Diesen Zug nahm der Gast aus der Zentralschweiz in die zweite Hälfte mit. Was Otmar beim 11:6 verpasste, gelang jetzt Kriens: Tor umd Tor legte der Gast zwischen sich und den verzweifelt um Punkte und Finalrundenchancen ringenden Gegner. Bis zum 15:22 zog Kriens davon. Der Sack war (fast schon) zu.

Time Out zeigte Wirkung

Offensiv wechselte Winther sein Team bis auf Steiger immer wieder durch, womit auch in der Schlussphase noch Luft blieb. Luft für die nächste geniale Szene: Otmar hatte seine Deckung nun in der puren Verzweiflung ganz ofensiv ausgerichtet und deckte Hofstetter kurz. Das nutzte zuerst, Otmar schloss bis auf zwei Tore auf. Dann nahm Torben Winther sein Time Out und schickte danach mit Hess seinen zweiten nominellen Mittelmann neben Hofstetter auf den Platz. Und er war es, der in den Schlussminuten das Spiel entscheidend ordnete.

Aus einem geschlossenen Team ragte neben Goalie Aleksejev (14 Paraden in 41 Minuten) vor allem Boris Stankovic heraus. Der serbische Linkshänder musste in den letzten Partien unten durch, glänzte diesmal aber als topseriöser «Knipser» und glänzte mit einer makellosen Bilanz: 10 Schüsse - 10 Tore.

Benedikt Anderes/HC Kriens-Luzern
bep

TSV St. Otmar St. Gallen - HC Kriens-Luzern 27:37 (14:16)
Kreuzbleiche, 800 Zuschauer,. SR Sager/Styger.

Spielverlauf: 2:0, 2:3, 4:4, 5:4 6:6, 11:6, 12:8, 12:13 (26.), 13:13, 13:15, 14:16; 14:17, 15:17, 15:22, 16:24, 19:25, 20:26, 22:26, 23:28, 26:28, 26:31, 27:31, 27:32.

St. Otmar: Isenrich/Kindler (ab 33.); Engeler (6), Pendic, Christ (6), Wild, Keller (2), Liniger (1), Usik (4), Matthiesen (3), Häni, Parolo (1), Keel, Hojc (4).

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Aleksejev (ab 19.); Willisch (1), Schmid, Steiger (5), Raemy (2), Hess (1), Stankovic (10/4), Yalciner, Vukelic (3), Zimmermann (3), Podvrsic, Hofstetter (7).

Bemerkungen: Kriens ohne Nyffenegger und Schlegel (verletzt) sowie Lengacher (überzählig)