Interview
FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza: «Kriens mischt zu Recht da vorne mit»

Der SC Kriens empfängt morgen (17.30) den FC Wil. An der Seitenlinie bei den Ostschweizern steht Nati-Legende Ciriaco Sforza.

Simon Wespi
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Ciriaco Sforza trainiert den FC Wil und fordert am Samstag den SC Kriens.

Ciriaco Sforza trainiert den FC Wil und fordert am Samstag den SC Kriens.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (12. Juli 2019)

Sie waren in den letzten Tagen angeschlagen, beim letzten Spiel gegen Schaffhausen waren Sie nicht auf der Trainerbank. Was fehlte Ihnen? Sind Sie nun wieder gesund?

Ciriaco Sforza: Langsam geht es wieder aufwärts. Ich hatte eine Grippe mit Fieber. Am Samstag stehe ich wieder an der Seitenlinie.

Sie spielen am Samstag gegen Kriens. Freuen Sie sich auf die Reise in die Innerschweiz?

Ich freue mich auf das Spiel in Kriens. Zudem ist die Innerschweiz eine sehr schöne Gegend. Ich hatte eine tolle Zeit in Luzern.

Sie trainierten zwei Jahre den FC Luzern (Juli 2006 bis August 2008). Was haben Sie für Erinnerungen an diese Zeit?

Sehr positive. Luzern war meine erste Trainerstation. Wir hatten eine junge Mannschaft, die von der Challenge League aufgestiegen ist. Es war nicht einfach, sich mit diesem Team zu behaupten, doch dies ist uns geglückt, und wir haben mit vielen jungen Spielern den Einzug in den Cupfinal geschafft. Zudem konnten wir Fabian Lustenberger schon bald in die Bundesliga zu Hertha Berlin transferieren. Das war ­lukrativ für den Verein.

Seit April trainieren Sie nun den FC Wil. Nach der Niederlage gegen Kriens wurde Ihr Vorgänger Konrad Fünfstück freigestellt. Wie wohl fühlen Sie sich in der Ostschweiz?

Ich fühle mich sehr wohl hier. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur und die Aufgabe hier reizt mich sehr. Wir haben eine junge Mannschaft und sehr viele Talente. Ich möchte diese weiterentwickeln. Wir sind auf einem guten Weg.

Auffallend ist, dass renommierte Trainer wie Sie, Herr Sforza, Murat Yakin, Uli Forte oder Giorgio Contini in der Challenge League tätig sind. Junge noch unerfahrene Trainer wie Gerardo Seoane, Thomas Häberli oder Ludovic und Joël Magnin arbeiten in der Super League. Was sagen Sie dazu? Ist dies nur eine Momentaufnahme oder ein Trend?

Es ist immer eine Momentaufnahme im Fussballbusiness. Doch jeder Verein hat seine Strategien. Die Challenge League hat sich gut entwickelt. Die In­frastrukturen sind vorhanden, um erfolgreich zu arbeiten. Dies ist natürlich interessant für uns Trainer. Auch ist der Niveau-­Unterschied zur Super League nicht mehr so gross wie früher.

Was sagen Sie zu Bruno Berner, Ihrem Trainer-­Kollegen in Kriens?

Bruno macht eine sehr gute Arbeit. Ihm gibt man in Kriens Zeit, mit Jungen zu arbeiten. Das zahlt sich aus. Sie sind verdientermassen da, wo sie jetzt stehen.

Nico Siegrist ist zurück im Kader

Der SC Kriens kommt in der Challenge League zum zweiten Heimspiel in Folge und zugleich zur Heimspiel-Derniere des Kalenderjahres. Zu Gast im Kleinfeld ist der FC Wil. Die Ostschweizer sind auf dem dritten Tabellenplatz rangiert. Zwei Punkte dahinter lauern bereits die Krienser. Während der SCK aus den letzten drei Partien sechs Punkte holte, erspielte sich Wil in selbiger Zeit nur gerade einen Punkt. Trainer Bruno Berner erwartet ein ausgeglichenes Spiel: «Es wird ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Mit Ciriaco Sforza steht ein erfahrener Trainer an der Seitenlinie. Dennoch wollen wir das Spiel bestimmen.» Die Krienser haben zuletzt gegen Lausanne überzeugt, auch wenn sie am Schluss als Verlierer vom Platz mussten. Igor Tadic ist nach seiner roten Karte gesperrt. Dafür ist Nico Siegrist nach seiner Verletzung zurück im Kader. (swe)

Aus den letzten vier Spielen holte Wil nur gerade einen Punkt. Woran hapert es im Moment?

Nein, es hapert nicht. Wir haben eine junge Mannschaft, da gibt es solche Phasen. Das ist ganz normal. Wir haben viele Spieler, die noch nicht, oder gerade einmal 21 Jahre alt sind.

Dennoch ist Wil aktuell auf dem dritten Tabellenplatz rangiert. Wie zufrieden sind Sie bislang mit der Saison?

Ich bin sehr zufrieden. Ich habe eine tolle Mannschaft. Die Zusammenarbeit macht mir Spass. Wir sind vorne mit dabei und haben noch viel Potenzial.

Kriens hatte zuletzt gute Leistungen gezeigt. Was erwarten Sie für einen Gegner? Was für ein Spiel?

Kriens ist sehr gut organisiert. Sie haben eine gute Mannschaft. Es wird nicht einfach für uns. Sie mischen zu Recht da vorne mit.

Was für Ziele verfolgen Sie mittelfristig mit dem FC Wil?

Ich möchte die Mannschaft und die vielen jungen Talente weiterentwickeln. Das braucht Zeit. Wir haben viele U19- und U21-Spieler. Wir geben ihnen die Zeit und das Vertrauen. Dies ist leider heutzutage ein grosses Manko. Die Geduld ist vielerorts nicht vorhanden. Doch die jungen Spieler in der Schweiz benötigen diese Zeit, um den nächsten Schritt zu machen. Wil soll eine interessante Adresse für Talente aus der ganzen Schweiz sein.