Challenge League

Ohne «Frustschutzmittel»: Der SC Kriens verliert das Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy

Sang- und klanglos: Der SC Kriens unterliegt Stade Lausanne-Ouchy mit 0:2 (0:2). Es ist die sechste Partie ohne Sieg in Folge.

Turi Bucher
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Frost und noch viel mehr Frust im Kleinfeld-Stadion: Der SC Kriens wurde an diesem Freitagabend bei eiskalten Temperaturen nach allen Regeln der (Challenge League-)Fussballkunst vorgeführt. Was das Gästeteam von Stade Lausanne-Ouchy (SLO) in der ersten Halbzeit auf den Krienser Kunstrasen zauberte, war etwas vom Feinsten, was in den vergangenen Monaten in Kriens zu sehen war. Was der SCK seinerseits bot, war dafür etwas vom Schwächsten seit dem Aufstieg vor zweieinhalb Jahren.

Amel Rustemoski wird von Lausannes Lavdrim Hajrulahu gestoppt.

Amel Rustemoski wird von Lausannes Lavdrim Hajrulahu gestoppt.

Pius Amrein (Kriens, 27. November 2020)

Nur weil die Westschweizer lange Zeit am und im Krienser Strafraum sündigten, durften die Krienser hoffen, sich ungeschoren in die Halbzeitpause retten zu können. Der SCK musste ganz schlimm leiden, wurde von SLO gnadenlos auseinander genommen.

In der 36. Minute lief die Gnadenfrist aber ab: Karim Gazzetta lief an der Grundlinie leichtfüssig, allerdings auch ohne jegliche Gegenwehr durch, und Yanis Lahiouel musste daraufhin den Ball vor dem SCK-Tor nur noch über die Linie drücken. Fünf Minuten später die Vorentscheidung: Kriens konnte sich weiterhin nicht aus der erbarmungslosen Lausanner Umklammerung lösen – Gazzetta markierte das zweite Tor selber.

Auch das noch: Follonier verschiesst Penalty

Daniel Follonier würde nach seinem verschossenen Penalty am liebsten verschwinden.

Daniel Follonier würde nach seinem verschossenen Penalty am liebsten verschwinden.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 27. Novmeber 2020)

Die Krienser hatten auch in der zweiten Halbzeit nicht wirklich ein Frustschutzmittel zur Hand beziehungsweise in den Füssen. Ins traurige Bild passte dabei der in der 61. Minute von Daniel Follonier extrem schlecht getretene, vom SLO-Torhüter parierte Foulpenalty. DasFoul von Samir Efendi hätte allerdings mit der roten Karte bestraft werden müssen. Hätte ein 1:2 via Elfmeter an diesem Abend noch die wundersame Wende gebracht? Nur dann, wenn man an den Samichlaus und ans Christkindli glaubt.

Klar, Kriens spürt die Absenz von Goalgetter Asumah Abubakar und Mittelfeld-Drehscheibe Burim Kukeli empfindlich. Für einmal muss sich Kriens-Trainer Bruno Berner aber in taktischer Hinsicht kritisieren lassen: Gegen dieses spielerisch starke SLO war eine SCK-Dreimann-Abwehr ein viel zu optimistischer Plan. Die Verteidigung war: komplett überfordert. Und Techniker Daniel Follonier ist in der Sturmreihe wirkungslos, kann seine Stärken viel besser oder nur im offensiven Mittelfeld zur Geltung bringen.

Was der SCK gegen SLO insgesamt und insbesondere in der ersten Halbzeit ablieferte, war «unterirdisch», miserabel. Captain Marijan Urtic: «Es hat nichts funktioniert, wir waren immer zu spät. Immerhin haben wir nach der Pause reagiert und konnten uns steigern.»

Kriens rutscht mit dieser unsäglichen Darbietung – es muss so in aller Deutlichkeit gesagt sein – in die Krise. Es ist nicht nur die sechste Partie in Folge ohne Sieg, es ist auch eine schallende Ohrfeige für das Krienser Selbstvertrauen. Und das ausgerechnet vor dem schweren Gang zu den Grasshoppers.