Kriens-Stürmer Siegrist: «Ich habe meine Karriere beendet»

Der SC Kriens empfängt in der Challenge League morgen Samstag (17.30, Kleinfeld) den FC Schaffhausen.

Turi Bucher
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Kriens-Stürmer Nico Siegrist (links) mit Offensivkollege Asumah Abubakar (Mitte).

Kriens-Stürmer Nico Siegrist (links) mit Offensivkollege Asumah Abubakar (Mitte).

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus (Zürich, 14. Februar 2020)

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der SC Kriens, zu Beginn der Saison erneut der Underdog im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die Challenge League, ist morgen (17.30) der klare Favorit, wenn im heimischen Kleinfeld der Anpfiff ertönt. Denn: Kriens ist in der Challenge League der Club der Stunde, beim Gegner FC Schaffhausen spukt immer noch das Abstiegsgespenst herum. «Was die Statistik, was die aktuellen Zahlen betrifft», sagt Kriens-Stürmer Nico Siegrist, «mag das stimmen». Aber dem gegenüber stehe schlicht und einfach ein neues, offenes Spiel: «50 zu 50 – entscheidend wird sein, wer die grössere Bereitschaft mit auf dem Platz bringt, diese Partie zu gewinnen.»

Nico Siegrist, letzte Saison für Aufsteiger Kriens noch der Torschützenkönig der Challenge League, steht in dieser Saison mit 7 Toren in 20 Einsätzen zu Buche. Siegrists Sturmpartner, wenn der SCK das 4-4-2-System (4 Verteidiger, 4 Mittelfeldspieler, 2 Stürmer) spielt, ist der 22-jährige Asumah Abubakar. Der Ghana-Portugiese hat seinerseits 8 Tore (23 Einsätze) für Kriens erzielt. Siegrist über Abubakar: «Er ist ein robuster Stürmer, auch wenn es manchmal nicht so scheint. Das Zusammenspiel zwischen ihm und mir im Angriff war anfangs noch ausbaufähig. Aber die Abstimmung wird immer besser.» Für Siegrist ist klar: «Mit seinem Talent wird Asumah nicht längerfristig beim SC Kriens bleiben.»

«Jene, die einen Mehrwert bringen, sollen spielen»

Siegrist betrachtet Abubakar nicht als Konkurrent im Kampf um die Plätze in der SCK-Startformation. «Ich sehe das ganz pragmatisch», sagt Siegrist, «der Trainer soll jene Spieler aufs Feld stellen, die einen Mehrwert bringen. Wenn Asumah 15 Tore erzielt und damit einen Karrierenkick hat, dann mag ich ihm das gönnen.»

Dass der SC Kriens eine derart starke Saison spielt, ist natürlich nicht nur das Verdienst der beiden Stürmer. Siegrist: «Wir sind qualitativ besser geworden, die einzelnen Spieler haben Fortschritte gemacht und übernehmen mehr Verantwortung.» Der SCK sei, so Siegrist, reifer, unberechenbarer geworden, «wir haben das Zeug dazu, auch nach einem Rückstand zu reagieren und unseren Plan ein ganzes Spiel lang durchzuziehen.» Und: «In einigen knappen Spielen ist der Ball zuletzt für Kriens gelaufen», habe man auch vom Schlachtenglück profitieren können. Siegrist wohnt übrigens in der Stadt Luzern immer noch mit seinen Krienser Mannschaftskollegen Marco Wiget und Daniel Fanger in einer WG. «Aber so oft sehen wir uns gar nicht. Es ist also nicht so, dass wir täglich zwei Stunden über den SC Kriens diskutieren.» Immerhin: Nach dem Training in Kriens fährt Siegrist jeweils mit Wiget und Manuel Fäh per Velo nach Luzern.

Wie weiter mit Siegrist? Im Mai gibt’s ein Ja oder Nein

Stürmer Siegrist wird im Sommer 29-jährig, er arbeitet in Hitzkirch zu rund 90 Prozent als Sekundarlehrer, unterrichtet die Fächer Sport, Geschichte, Geografie sowie das Wahlfach Italienisch. Beim SC Kriens wir der Sohn einer italienischen Mutter seine Karriere wohl dereinst auch beenden. Siegrist aber insistiert: «Ich habe ja meine Karriere schon beendet. Ich geniesse es jetzt einfach, dass ich noch auf hohem Niveau Fussball spielen kann.» Ob er in Kriens einige Saisons anhängen will und wird, hängt sowieso von verschiedenen Faktoren ab. Nico Siegrist zählt beispielsweise auf: «Berufliche Entscheidungen meinerseits, die Sicht des Vereins andererseits. Wir werden sehen, im Mai. Lange Verhandlungen und Diskussionen braucht’s dann nicht. Entweder Ja oder Nein.»

Es gibt keine Trottenmatt- Traube um den Lehrer

Im Hitzkircher Trottenmatt-Schulhaus wird Siegrist übrigens von seinen Schülern durchaus nicht nur als der Geografie-«Pauker» wahrgenommen, sondern eben auch als der Fussballer. «Es ist nicht so, dass sich ständig eine Traube um mich herum bildet. Kein Hype – aber es sind auch schon Schüler nach Kriens gekommen, um mich spielen zu sehen.»

Auch diesen Samstag ab 17.30 Uhr gegen den FC Schaffhausen? Siegrist zum Spiel gegen das von Murat Yakin trainierte Schaffhausen: «Es wird ein taktischer geprägter Match. Ein 4:4 wie am letzten Sonntag in Aarau wird es wohl nicht nochmals geben.»