Kriens verlangt Leader Lausanne alles ab

Bis zum Schluss konnten die Krienser im Heimspiel auf Punkte hoffen. Letztlich verliert der SCK eine tolle Partie gegen Lausanne-Sport mit 1:2 (0:1).

Simon Wespi
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Der Krienser Dario Ulrich verteidigt den Ball vor Per-Egil Flo.

Der Krienser Dario Ulrich verteidigt den Ball vor Per-Egil Flo. 

Marc Schumacher, freshfocus

Nach zuletzt zwei Siegen in Serie und dem deutlich gestiegenen Selbstvertrauen der Krienser durfte man einiges vom SCK erhoffen, auch wenn der klare Aufstiegs-Favorit Lausanne-Sport im Kleinfeld gastierte. In einer animierten Partie musste sich die Heimmannschaft erst in den Schlussminuten geschlagen geben.

Lanciert wurde das Spiel in der 22. Minute. Aldin Turkes stieg im SCK-Strafraum am höchsten und konnte unbedrängt zur 1:0-Führung für die Lausanner einköpfeln. Bis zu diesem Zeitpunkt gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Dies änderte sich mit der Lausanne-Führung. Die Romands waren in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Ex-Luzerner Christian Schneuwly (30’) verpasste es, das Score weiter auszubauen. Die Krienser waren bemüht, etwas für das Spiel zu tun, doch nennenswerte Torszenen waren Mangelware in der ersten Hälfte.

Optimaler Beginn in die 2. Hälfte

Dies änderte sich in der 2. Halbzeit schlagartig. Wach und hungrig kamen die Krienser aus der Kabine. In der 48. Minute tankte sich Asumah Abubakar durch die Abwehr, im letzten Moment klärte ein Lausanner, jedoch nur bis zu Omer Dzonlagic. Er konnte freistehend zum 1:1 einschieben. In der Folge war es ein Hin und Her mit vielen Strafraumszenen, doch klare Tormöglichkeiten blieben aus. Nach 57 Minuten dann eine hochkarätige Chance der Krienser. Burim Kukeli spielt die Hintermannschaft der Lausanner schwindlig und bedient Dzonlagic, der frei zum Abschluss kam. Er verzog jedoch knapp. Kriens wollte nun mehr. Immer wieder war es der Ghanaer Abubakar, der für viel Aufregung sorgte.

Nach den doch eher ereignisarmen ersten 45 Minuten, bekamen die 1400 Zuschauer im zweiten Umgang nun einiges geboten. In der 63. Minute vergab Joel Geissmann die Lausanner Führung, im Gegenzug wurde Dzonlagic mustergültig angespielt. Einmal mehr war es der Mittelfeld-Regisseur, der die Krienser in Front hätte schiessen können. Doch der Ball strich am linken Pfosten vorbei.

Ein offener Schlagabtausch

Um jeden Ball wurde gekämpft. Das Spiel konnte auf beide Seiten kippen. Glück hatten die Krienser nach 78 Minuten. Eine Doppelchance liessen die Lausanner ungenutzt. Der eingewechselte Anthony Koura und Dan Ndoye verpassten zweimal knapp. Die Minuten auf der Matchuhr liefen hinunter, das Publikum feuerte die Mannschaft nochmals an, leider vergeblich. In der 87. Minute fiel der Siegestreffer doch noch. Die Krienser brachten den Ball nicht aus der Gefahrenzone, nach einem Gewühl landet der Ball bei Ndoye. Dieser setzt an der Strafraumgrenze zum Schuss an und drosch den Ball in die Maschen. Keine Abwehrchance für Sebastian Osigwe im Krienser Tor. «Wir haben herzhaft verteidigt, leider hat es nicht gereicht», sagt Trainer Bruno Berner nach der Partie.

Spitzenmannschaft gewinnt enge Spiele

Ein Lob für die Krienser Leistung gab es auch von Lausanne-Trainer Giorgio Contini: «Sie haben sich sehr gut gewehrt. Es war schwierig für uns Räume zu finden. Wir haben jedoch bis am Schluss daran geglaubt und das Tor erzielt.» Damit marschieren die Lausanner in grossen Schritten Richtung Super League. Eine Spitzenmannschaft zeichnet aus, dass man auch die engen Spiele gewinnt. Die Krienser haben Lausanne alles abverlangt. «Wir waren nicht Effizient genug, das war der grosse Unterschied zu den vorherigen Spielen. Heute hat es mehr gebraucht als in der Vergangenheit. Wichtig ist, dass wir drei Punkte einfahren, egal ob wir 2:1 wie heute oder 5:0 gewinnen, wie in den vergangenen Wochen», so Contini.

So stehen die Krienser, die in der zweiten Hälfte phasenweise brillierten, am Schluss mit leeren Händen da. Eine absolut ärgerliche und unnötige Niederlage, ein Punkt gegen den Leader wäre mehr als verdient gewesen. In der Nachspielzeit sah Igor Tadic noch die rote Karte. Ein Lausanner packte ihn am Hals, Tadic schlug mit den Armen um sich und soll den Lausanner dabei getroffen haben. Schiedsrichter Schärli taxierte dies als Tätlichkeit. Ob dem so ist, lässt sich nicht abschliessend beurteilen. Fakt ist, Igor Tadic wird im nächsten Spiel gegen den FC Wil fehlen.

Die Partie gegen die Ostschweizer am nächsten Samstag ist ein weiteres Heimspiel. Berner blickt positiv voraus: «Wir lassen uns von dieser Niederlage nicht aus der Bahn werfen. Wir haben mutig gespielt und gehen unseren Weg konsequent weiter. Wir können im nächsten Heimspiel wieder auf die Siegesstrasse zurückkehren.»

Kriens – Lausanne 1:2 (0:1) Kleinfeld. – 1400 Zuschauer. – SR Schärli

Tore: 22’ Turkes 0:1, 48’ Dzonlagic 1:1, 87’ Ndoye 1:2.

Kriens: Osigwe; Costa, Fäh, Mijatovic, Elvedi; Bürgisser, Dzonlagic (67’ Texeira), Kukeli (91’ Urtic), Ulrich (85’ Sadrijaj); Abubakar (81’ Yesilcayir), Tadic.

Lausanne: Castella; Boranijasevic, Monteiro, Loosli, Flo (68' Getaz); Kukuruzovic, Geissmann (70’ Koura), Schneuwly (81’ Oliveira), Ndoye (88’ Dominguez); Zeqiri, Turkes.

Bemerkungen: Kriens ohne Alessandrini, Fanger, Follonier und Siegrist. Lausanne ohne Silva, Da Silva, Puertas, Bares und Cabral (alle verletzt). 29’ Tor Lausanne (wegen offside aberkannt), 93’ rote Karte Tadic.

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