Der SC Kriens verpasst gegen Tabellenführer Lausanne-Sport den Exploit

Von A bis Z unterlegen: Der SC Kriens hat gegen Lausanne-Sport nichts zu bestellen und verliert klar mit 0:3. «Für die Leistung des Gegners kann man nur den Hut ziehen», meint Kriens-Trainer Bruno Berner.

Philipp Zurfluh
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Doppeltorschütze Anthony Koura setzt sich gegen den Krienser Elia Alessandrini (rechts) durch.

Doppeltorschütze Anthony Koura setzt sich gegen den Krienser Elia Alessandrini (rechts) durch.

Bild: Pascal Müller / Freshfocus (Kriens, 14. Juli 2020)

«Unerreichbar», so der Kommentar des SCK-Trainers Bruno Berner unmittelbar nach dem Spiel. Er brachte es damit auf den Punkt. An diesem lauwarmen Sommerabend war Lausanne-Sport viel zu stark, um die Stirn zu bieten. Ob spielerisch oder physisch: Der Aufstiegsfavorit scheint nach einer zwischenzeitlichen Baisse nach dem Liga-Neustart (5 Spiele ohne Sieg) wieder zur alten Stärke gefunden zu haben. Dass die Waadtländer noch einige Stammkräfte schonten, untermauerte deren Klasse.

Getreu dem Motto «Never change a winning Team» startete Kriens mit derselben Startelf wie in der letzten Runde gegen Chiasso. Ganz anders die Gäste: Trainer Giorgio Contini wirbelte seine Mannschaft mächtig durcheinander und brachte sechs neue Kräfte auf den Rasen.

Das Spiel fand in der ersten Halbzeit vor allem in der Krienser Platzhälfte statt. Die Romands zeigten von Beginn weg, warum sie als Aufstiegskandidat Nummer 1 gelten. Unter den Augen von FCL-Sportchef Remo Meyer verzeichneten die Gäste nach fünf Minuten schon zwei Torabschlüsse. Kriens spielte abwartend, wollte nicht ins offene Messer laufen.

Kriens-Verteidiger Elia Alessandrini gegen Lausanne-Stürmer Anthony Koura.
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Die Spieler von Lausanne jubeln nach dem Tor zum 0:1 von Anthony Koura.
Anthony Koura feiert gegen Kriens zwei Tore.
Liridon Berisha (links) gegen Joao Oliveira.
Joao Oliveria bei einem Torabschluss.
Dario Ulrich (in der Mitte) im Zweikampf mit Dan Ndoye.
Kriens-Topskorer Asumah Abubakar (links) hat gegen Innenverteidiger Mickael Ange Nanizayamo einen schweren Stand.
Aldin Turkes erzielt das Tor zum 0:3.
Kriens-Trainer Bruno Berner nach dem Spiel: «Für die Leistung des Gegners kann man nur gratulieren und den Hut ziehen.»

Kriens-Verteidiger Elia Alessandrini gegen Lausanne-Stürmer Anthony Koura.

Bilder: Pascal Müller / Freshfocus und Urs Flüeler / Keystone

Kriens-Captain übt Selbstkritik

Den Krienser Anhängern war zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis der Tabellenführer zuschlägt. Nach einem Pfostentreffer von Liga-Topskorer Aldin Turkes (23.) und einer weiteren Chance des Hochdorfers, war es um Kriens geschehen. Lausanne-Stürmer Anthony Koura traf in der 25. Minute zur überfälligen Führung. Zehn Zeigerumdrehungen später war es erneut Koura, der nach einem Ballverlust von Kriens-Captain Jan Elvedi auf 2:0 erhöhte. «Dieses Tor nehme ich auf meine Kappe», sagte Elvedi nach dem Spiel. «Lausanne war frischer und agiler. Wir waren nicht auf der Höhe. Der Gegner liess nicht zu, dass wir wie gegen Aarau in einen Spielrausch kamen», analysierte der Captain.

Beim Heimteam konnte Topskorer Asumah Abubakar seine Schnelligkeit und technische Finesse zu selten ausspielen und hing im Sturm in der Luft. Ganz anders sah es auf der anderen Seite aus. Stürmer-Juwel und Torgarant Aldin Turkes war die auffälligste Figur. Der bosnische U21-Nationalspieler liess seine Klasse immer wieder aufblitzen und war ein stetiger Unruheherd. Mit dem 0:2-Pausenrückstand war die Berner-Elf noch gut bedient.

Mann des Spiels: Liga-Topskorer Aldin Turkes markiert gegen Kriens sein 20. Saisontor.

Mann des Spiels: Liga-Topskorer Aldin Turkes markiert gegen Kriens sein 20. Saisontor.

Bild Pascal Muller / Freshfocus
(Kriens, 14. Juli 2020)

Aldin Turkes erzielt 20. Saisontor

Bruno Berner war mit dem Gesehenen unzufrieden und brachte mit Hoxha und Sadrijaj zwei neue Kräfte für die letzten 45 Minuten. Kriens kam etwas besser auf, doch mehr als ein paar Ballstafetten brachte die Berner-Elf nicht zu Stande. Lausanne tat nur noch das Nötigste, aber schlug in der 64. Minute eiskalt zu. Torschütze war der omnipräsente Turkes. Er markierte sein 20. Saisontor. «Für die Leistung des Gegners kann man nur gratulieren. Ich ziehe den Hut davor. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen», meinte Berner hinterher. Dass sie laut Kriens-Trainer mit der «zweiten Garde» spielten, sage viel über die Qualität des Gegners aus. «Wir müssen aus der Partie lernen und es am Freitag gegen Schaffhausen besser machen.»

Kriens – Lausanne 0:3 (0:2)
Kleinfeld. – 850 Zuschauer. – SR Piccolo. Tore: 25. Koura 0:1. 36. Koura 0:2. 64. Turkes 0:3.
Kriens: Brügger; Alessandrini, Elvedi, Berisha; Busset, Bürgisser (79. Follonier), Wiget (46. Sadrijaj), Urtic (62. Ulrich), Yesilcayir (62. Teixeira); Tadic (46. Hoxha), Abubakar.
Lausanne: Diaw; Monteiro (79. Nganga), Boranijasevic (70. Oliveira), Nanizayamo; Getaz, Geissmann (70. Barés), Dominguez, Puertas, Schmidt; Koura (79. Schneuwly), Turkes (70. Ndoye).
Bemerkungen: Kriens ohne Dzonlagic, Costa, Mijatovic, Fäh, Fanger (alle verletzt) und Kukeli (abwesend). Lausanne ohne Zeqiri, Loosli, Lukembila (alle verletzt), Flo, Pasche (abwesend), Da Silva, Ouattara, Machado Correia (in der U21). 23. Pfostenschuss von Turkes, 83. Pfostenschuss von Oliveira.