KRIENS - WINTERTHUR 34:22: Kriens fegt Favorit Pfadi Winterthur vom Platz

Klarer und deutlicher Sieg gegen Pfadi Winterthur: Mit 34:22 spielte der HC Kriens den Gegner in der Krauerhalle förmlich an die Wand.

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Pfadis Mike Kipili gegen Kriens Daniel Schmid und Michael Schlegel. Bild pd

Pfadis Mike Kipili gegen Kriens Daniel Schmid und Michael Schlegel. Bild pd

Minuten Standing Ovation in der Krauerhalle: Das gab es zuletzt beim Aufstieg in die NLA. Diesmal haben es sich die Krienser NLA-Handballer mit einer Klasseleistung gegen das favorisierte Pfadi Winterthur verdient. Von vorne bis hinten war der HC Kriens dem Gegner deutlich überlegen: Bezüglich physischer Präsenz, bezüglich Engagement, bezüglich Kreativität, bezüglich Deckungsverhalten und bezüglich Teamgeist. Logische Konsequenz: Ein klarer und selbst in dieser Höhe verdienter 34:22 (16:10)-Erfolg.

Bereit für die Finalrunde?
Erneut stellt sich beim HCK die Frage: Waren das die «goldenen Punkte» für die Finalrunde? Denn gegen ein hochkarätiges Pfadi Winterthur zwei Punkte zu budgetieren, wäre aus Krienser Sicht nach wie vor vermessen. Darum aber scherte sich das Team nicht und zeigte gegen den früheren Schweizermeister eine ebenso freche und respektlose wie auch begeisternde Vorstellung. Und die 800 Zuschauer in der Krauerhalle rieben sich erstaunt die Augen. Spielte da wirklich der HC Kriens in seinem erst zweiten NLA-Jahr gegen den erfolgsgewohnten Topclub aus der Eulachstadt? Denn die Verhältnisse auf dem (neu übrigens sehr zuschauerfreundlich neu gezeichneten) Spielfeld der Krauerhalle waren von der ersten Minute an klar: Kriens überraschte ein nonchalant auftretendes Pfadi-Team mit einem Blitzstart und ging 4:0 in Führung. Von Reaktion auf Seiten der Pfader keine Spur.

Starke Abwehr und gute Teamarbeit
Das lag nicht zuletzt auch am HC Kriens, der an diesem Abend eine reife Leistung ablieferte und eindrücklich zeigte, dass sich der Trainingsaufwand durchaus lohnt (immerhin trainiert das Team beispielsweise am 25. Dezember zur Vorbereitung des Spiels vom 26.12....) Grund für diese klaren Verhältnisse war eine unglaublich starke HCK-Abwehr. Wer gegen Pfadi Winterthur (spielte über weite Strecken mit 5ünf Ausländern...) in 30 Minuten nur gerade 10 Tore zulässt, darf sich durchaus auf die Schultern klopfen. Das war grosse Klasse. Und es war die Klasse eines ganzen Teams. Vor einem einmal mehr genialen Keeper Roman Schelbert wuchs die Deckung zu Hochform. Und auf der Bank freuten sich die (noch) nicht eingesetzten Teamkollegen über jeden «gestohlenen» Ball und über jeden Torerfolg ganz offensichtlich mit. Wirkliches Teamwork, das zeigte der HCK gegen Pfadi eindrücklich, beginnt eben nicht zuletzt auch auf der Bank...

Wenig Reaktion von den Pfadern
Von 4:0 holten die Pfader zwar auf 4:3 auf – das war aber auch schon die ganze Herrlichkeit in Sachen Reaktion. Denn danach schrieb der kecke Gastgeber aus der Innerschweiz die Geschichte dieses Spiels. Schliesslich gelang es den Kriensern, die Konzentration der Deckung auch in die Offensive mitzunehmen. David Nyffenegger organisierte, Dani Schmid und Okan Yalciner wirbelten, Michi Schlegel stellte die Sperren am Kreis. Und einer setzte zur ganz grossen Show an: Boris Stankovic. Was er in diesem Spiel zeigte, gehörte zum besten, was Krienser Akteure in der Krauerhalle je zeigten. Gegenstösse, Flügelabschlüsse, Rückraumtore – ihm glückte an diesem Abend fast alles. Und er zeigte, dass er in seiner neuen Rolle absolut aufblüht.
Während sich Pfadi mit zunehmender Spieldauer fahren liess und kaum mehr zu einer vernünftigen Reaktion fähig war, lief der HCK zur grossen Gala auf. Und als der bisher klar beste Pfader, Alexander Mierzwa, nach 40 Minuten mit einer direkten roten Karte vom Platz musste (er scheiterte mit einem Siebenmeter an Roman Schelbert und foulte Sekunden später Thomas Zimmermann als letzter Mann im Gegenstoss), erlosch auch der letzte Funken Hoffnung der Winterthurer. Was danach folgte, war ein Schaulaufen der Krienser, das in einer Demontage Pfadis endete.

Standing Ovation
Der HC Kriens hat sich damit zwei weitere, nicht budgetierte Punkte gegen einen Grossen der Liga gesichert. Mit einer Klasseleistung und einem beeindruckend starken Auftritt. All das aber wird zur Makulatur, wenn sich das Team auf diesen Lorbeeren ausruhen sollte. Denn mit den Partien gegen Thun (auswärts, 16.12.) und Suhr (28.12., Krauerhalle) folgen jetzt Spiele, aus denen die Punkte im Finalrundenfahrplan durchaus eine Rolle spielen. Der Sieg gegen Pfadi allerdings dürfte dem Team weitere Sicherheit geben, um auch nach diesen zwei Spielen zum Jahresende auf einem Finalrundenplatz zu stehen. Verdient hätte es das Team. Denn über den Auftritt gegen Pfadi freuen sich die Fans schon vor der Standing Ovation am Schluss. Und für manch einen Fan war das ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Denn so macht «Handball Marke Innerschweiz» Spass!

Benedikt Anderes / HC Kriens

HC Kriens - Pfadi Winterthur 34:22 (16:10)
Krauerhalle Kriens. SR Sager/Styger. 800 Zuschauer.

Spielverlauf: 4:0, 4:3, 6:3, 8:4, 10:6, 12:7, 14:7, 14:9, 15:10, 16:10; 18:11, 20:12, 22:13, 25:13, 28:16, 29:18, 30:19, 21:20, 3:21, 34:22.

HC Kriens: Schelbert/Portmann (ab 56.); Müller, Schmid (4), Mitrovoc, Schlegel (3), Nyffenegger (2), von Deschwanden, Tschannen (5), Stankovic (11/3), Yalciner (5), Bislimi, Willisch, Zimmermann (4/2).

Pfadi Winterthur: Pramuk/Haupt (ab 24.); Kasapidis , Mierzwa (5), Hojc (2), Tomic (1), Kipili (1), Studer (3), Scheuner (2), Müller, Tarhai, Lee (8/3).
Bemerkungen: 27. Stankovic schiesst Penalty an die Latte (14:8). 38. Schelbert hält Penalty von Mierzwa (20:12).

Strafen: Kriens 4, Pfadi 9x2 Minuten plus rote Karte Mierza (39.) nach Foul an Zimmermann im Gegenstoss.

Bemerkungen:Pfadi ohne Brüngger (beruflich abwesend) und Kurth (rekonvaleszent). Bei Kriens Mitrovic, Müller und von Deschwnaden nicht eingesetzt.