Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Krienser Fussballer im Cup-Fieber: «Wir haben etwas Grosses vor»

Der SC Kriens ist heute (20.15/SRF zwei) im Viertelfinal des Schweizer Cups beim FC Zürich zu Gast. Zwei Krienser Spieler treffen auf ihre ehemaligen Teamkollegen.
Turi Bucher
Im SCK-Fan-Shop: Liridon Berisha (sitzend) und Albin Sadrijaj. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 21. Februar 2019)

Im SCK-Fan-Shop: Liridon Berisha (sitzend) und Albin Sadrijaj. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 21. Februar 2019)

Dass der SC Kriens im Cup für Aufsehen sorgt beziehungsweise ganz weit nach vorne stösst, ist ja nun wirklich nichts Neues. 2010 standen die Krienser sogar im Halbfinal, daheim im alten Kleinfeld gegen den FC Basel (0:1). Nun will der SCK dem Titelverteidiger FC Zürich den Einzug in die Halbfinals so schwer wie möglich machen. Für Albin Sadrijaj und Liridon Berisha, beide 21-jährig, beide im Winter als Verstärkungen zum SC Kriens gewechselt, ist der heutige Auftritt im Zürcher Letzigrund ein Wiedersehen, eine Rückkehr. Beide hatten sie nämlich als Nachwuchstalente beim FCZ gespielt.

Innenverteidiger Liridon Berisha wuchs in Bülach auf und begann beim FCZ in der U17-Talentmannschaft. Berisha hatte sich als 15-Jähriger ganz einfach an den Laptop gesetzt und sich mit einem Mail beim FCZ beworben. Vor seinem Wechsel zum SCK in der vergangenen Winterpause hatte er im Team FCZ U21 gespielt.

Mittelfeldspieler Albin Sadrijaj, in Arbon aufgewachsen, machte die FCZ-Späher als 14-Jähriger an einem Pfingstturnier in Frauenfeld auf sich aufmerksam. «Damals war auch ein Wechsel vom FC Arbon zum FC St. Gallen eine Möglichkeit», erzählt Sadrijaj. Wie Berisha Schweizer mit Wurzeln im Kosovo, entschied sich Sadrijaj für den FCZ und fuhr als Schüler mehrmals in der Woche mit der Eisenbahn zum Training nach Zürich. «Nach der Schule im Thurgau besuchte ich in Zürich ein Internat, danach wohnte ich bei einer Gastfamilie.» Nach einem Abstecher in die Challenge League zum FC Wohlen und einer überstandenen Kreuzbandverletzung im vergangenen Jahr kehrte Sadrijaj zum FCZ zurück. Doch beiden, Sadrijaj und Berisha, gelang der Durchbruch in die Super League nicht, beide kamen sie deshalb zur selben Erkenntnis: «Ich will Spielpraxis, ich will in der ersten Mannschaft eines Vereins spielen.»

«Beim FCZ ist nicht jeder mit jedem ‹best friend›»

Da kam Kriens ins Spiel. Nach telefonischen Gesprächen mit SCK-Coach Bruno Berner, der selber einst beim FC Zürich U18-Trainer war, wurde man sich ­einig: Kriens bietet Spielpraxis – das Duo Sadrijaj/Berisha bietet Manpower für den Auftrag «Ligaerhalt». Und wenn möglich bitte auch noch für eine Cup-Sensation. Berisha sagt staunend: «Ich hatte in Kriens vom allerersten Tag an ein gutes Gefühl. Was beispielsweise die Masseurin Liliane Brun für die Mannschaft tut, das ist viel mehr als Challenge League, das ist Champions League.» Und Sadrija ergänzt in eigener Sache: «Priorität hat schon, dass ich regelmässig Fussball spielen kann. Aber die familiäre Stimmung beim SC Kriens vereinfacht vieles.» Sadrijaj ist ­inzwischen bereits mit Omer Dzonlagic, dem SCK-Zuzug vom FC Thun, im Krienser Stadtkern in eine Wohnung gezogen. «Beim FC Zürich steht bei den Spielern der berufliche Aspekt natürlich an erster Stelle. ‹Familiär› wäre da das falsche Wort, da ist nicht jeder mit jedem ‹best friend›.»

Und nun also geht’s gegen den vormaligen Club, gegen den FC Zürich. Aber: «Unser einziges Ziel ist der Ligaerhalt. Wenn wir wählen könnten zwischen einem Halbfinal-Sieg in Zürich und dem Verbleib in der Challenge League, würden wir sofort den Klassenerhalt nehmen», hält Sadrijaj bestimmt fest. Der Abstieg sei keine Option, ergänzt Berisha, eine Überraschung im Cup allerdings schon, «wir haben etwas Grosses vor».

Nun, Kriens hat in diesem heutigen Halbfinal nichts zu verlieren. SCK-Präsident Werner Baumgartner sagte einige Tage vor dem Cup-Highlight: «Ich glaube, dass bei unseren Spielern der Ehrgeiz grösser ist als die Ehrfurcht vor dem FCZ.» Liridon Berisha dazu: «Ich stimme dem Präsidenten sofort zu. Das ist ein grosses Ereignis für Kriens, die Vorfreude, die Anspannung ist riesig.» Sadrijaj ergänzt: «Zürich hat zuletzt gegen Napoli gespielt, danach gegen den FC Luzern. Das waren grössere Gegner als wir. Beim FCZ müssen sie jetzt schauen, dass sie gegen uns dieselbe Motivation hinkriegen.» Was für ein Spiel wird das also für Kriens gegen den grossen FCZ? Viel mehr als die üblichen Floskeln, wenn im Cup David dem Goliath gegenübersteht, sind aus Berisha und Sadrijaj auch nicht herauszulocken. «Wir wollen so lange wie möglich kein Tor kassieren, dann wird der FCZ nervöser. Gleichzeitig wollen wir aber Nadelstiche setzen», sagt Beri­sha. «Wir müssen unsere Stärken ausspielen. Aber wir werden sicher nicht nur hinten reinstehen», sagt Sadrijaj.

Familiäre Unterstützung auf der Letzi-Tribüne

Unterstützung werden die ehemaligen FCZ-Spieler im Letzigrund von ihren Familien erhalten. Vater Leonard, Mutter Shqipe, Bruder Leotrim, Schwester Leona von den Berishas; Vater Afrim, Mutter Fetije, Bruder Agon und Schwester Qendresa von den Sadrijajs – gut möglich, dass sie alle auf der Tribüne Platz nehmen werden und ... den SC Kriens unterstützen.

Und wenn es tatsächlich klappen sollte mit der Sensation? Berisha, der an der Universität in Zürich Rechtswissenschaft studiert, vermutet: «Dann werde ich am Freitag womöglich nicht im Vorlesungssaal sein.» Doch Sadrijaj hebt schon den Mahnfinger: «Trotzdem würde ich bald heimgehen und schlafen. Denn am Sonntag steht bereits das wichtige Meisterschaftsspiel in Chiasso auf dem Programm.»

Trainer Berner gesperrt

Die Krienser Mannschaft wird im Duell mit dem FCZ nicht von ihrem Cheftrainer gecoacht: Weil Bruno Berner im Cup-Achtelfinal gegen Rapperswil-Jona wegen Reklamierens auf die Tribüne geschickt wurde, ist er heute gesperrt. Jeglicher Kontakt mit seiner Mannschaft vor dem Spiel und während der Partie ist Berner untersagt. Das SCK-Team, das im Letzigrund komplett antreten kann, wird deshalb von Berners Assistent Nikola Marunic gecoacht. (tbu.)
1/32-Final: Langnau (3.) – Kriens 0:6. 1/16-Final: Fleurier (2.) – Kriens 1:4. 1/8-Final: Rapperswil-Jona – Kriens 1:4.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.