Krienser Handballer begeistern und stossen auf Platz zwei vor

Die NLA-Handballer von Kriens-Luzern schlagen Basel problemlos mit 31:21. Zäher präsentieren sich die Verhandlungen mit Kreisläufer Gavranovic.

Stephan Santschi
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Filip Gavranovic (im blauen Trikot, hier beim Spiel gegen Wacker Thun) zeigte auch gegen den RTV Basel eine starke Leistung.

Filip Gavranovic (im blauen Trikot, hier beim Spiel gegen Wacker Thun) zeigte auch gegen den RTV Basel eine starke Leistung. 

Bild: Roger Grütter (Kriens, 14. Dezember 2019)


In Kriens machen sie sportlich von sich reden, das haben auch die Dopingfahnder mitbekommen. Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gastierten sie in der Krauerhalle, am Sonntag mussten Adrian Blättler und Tomas Piroch zur Urinprobe. Gegen den RTV Basel erzwang Kriens-Luzern davor den dritten Sieg im dritten Spiel des Jahres, gleich mit 31:21 wurde das NLA-Schlusslicht abgefertigt.

Trübten bei den Erfolgen gegen St. Otmar St. Gallen (24:23) und den TV Endingen (29:24) noch viele fahrige Offensivmomente das Gesamtbild, so war es diesmal ein praktisch tadelloser Auftritt der Zentralschweizer. «Wir spielten sehr souverän, machten wenig Fehler. Gegen unsere Deckung hatten die Basler nicht viel zu bieten», konstatierte Trainer Goran Perkovac. Wie schon gegen St. Otmar begann er in der Defensive mit einer 3:2:1-Formation. Musste das Vorhaben gegen die St. Galler wegen der roten Karte gegen Filip Gavranovic noch früh abgebrochen werden, testete Perkovac das neue System diesmal über 12 Minuten lang bis zum Skore von 8:4 und dem ersten Timeout des Gegners. «Gegen Mannschaften mit wurfstarken Rückraumspielern ist dies eine gute Variante», gab sich Perkovac mit dem neuerlichen Experiment zufrieden.

Krienser starten mit einer Zweimann-Show

Gegen die Basler kam das offensive Abwehrsystem zum Tragen, weil diese in der Winterpause aufgerüstet und mit dem rechten Aufbauer Srdan Predragovic (von Göppingen), Kreisläufer Jonas Dell (Bergischer HC) und dem linken Aufbauer Aleksander Spende (Zagreb) gleich drei Akteure mit Körpermassen zwischen 1,93 und 1,97 Meter verpflichtet hatten. Die ohne Cheftrainer Christian Meier angereisten Basler traten insgesamt aber weniger gefährlich auf, als Perkovac erwartet hatte.

Die Krienser waren derweil von der ersten Sekunde an hoch konzentriert. Hinten packten die Muskelmänner um Abwehrpatron Aljaz Lavric herzhaft zu und bildeten ein nur schwer überwindbares Bollwerk. Vorne stachen zunächst vor allem zwei Akteure aus dem Kollektiv heraus: Adrian Blättler und Filip Gavranovic. Die ersten neun Tore der Krienser teilten sich der schnelle Flügel (5) und der wuchtige Kreisläufer (4) untereinander auf – es war eine veritable Zweimann-Show der beiden. Bereits zur Pause führten die Krienser mit 17:10, in Halbzeit zwei lagen sie mit bis zu zwölf Einheiten in Front. Letztlich resultierte ein diskussionsloser 31:21-Sieg, wobei Junior Antonio Kim mit seinem ersten NLA-Tor den Schlusspunkt setzte. Damit stösst der HCK in der Tabelle an Pfadi Winterthur vorbei auf Platz zwei vor.

Gavranovic möchte einen Zweijahresvertrag

Bleibt die Frage, wie die Zukunft von Gavranovic aussieht. Bekanntlich hat ihm der Verein einen neuen Einjahresvertrag angeboten, der 28-jährige Kroate willigte aber noch nicht ein. Gegenstand der Diskussion ist die Dauer des Arbeitspapiers. «Ich möchte in Kriens bleiben, aber gerne für zwei Jahre», sagt Gavranovic. «Wir könnten uns einen Vertrag über ein Jahr mit einer Option für ein weiteres vorstellen», sagt Perkovac und erklärt: 

«Filip soll beweisen, dass er uns auf ein noch höheres Level bringen kann.»

Am Sonntag gegen Basel hat Gavranovic jedenfalls beste Werbung in eigener Sache gemacht.

Kriens-Luzern - RTV Basel 31:21 (17:10)
Krauerhalle. – 520 Zuschauer. – SR Meier/Henning. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Kriens-Luzern: Bar (8 Paraden)/Eicher (2); Harbuz (9/3), Christian Wipf (2), Blättler (9), Piroch, Kim (1/1), Rellstab (1), Gavranovic (6), Oertli, Ramseier (1), Schlumpf (1), Papez (1), Lavric. RTV Basel: Willimann (1 Parade)/Dennis Wipf (5); Voskamp, Langhein (1), Dell (1), Stamenov (3), Ebi, Jurjevic (3), Basler (1), Skusa (3), Predragovic (4/1), Spende (1), Krause (4).
Bemerkungen: Wipf hält Penaltys von Harbuz (51./26:15) und Rellstab (54./28:17).