Krienser Handballer im Cup-Viertelfinale

Das war ein Husarenritt auf der Rasierklinge für den HC Kriens-Luzern. Und das erneut mit dem guten Ende für die Innerschweizer: Gegen GC Amicitia Zürich siegten die Zentralschweizer diesmal im Cup-Achtelsfinal.

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Mit acht Treffern bester Krienser: Benjamin Steiger. (Bild: Archiv Dominik Wunderli / LZ)

Mit acht Treffern bester Krienser: Benjamin Steiger. (Bild: Archiv Dominik Wunderli / LZ)

21:24 lag der HC Kriens-Luzern gegen aufsässige Zürcher nach 53 Minuten zurück, als Aggressivleader Dani Fellmann für zwei Minuten vom Platz musste. Das wars mit dem Traum vom Weiterkommen im Schweizercup. Dachte manch einer in der Saalsporthalle. Denn die Strafe traf das durch enorm viele Fehler offenbar verunsicherte Team zutiefst im Herz.

Und doch kam die Reaktion, welche die wohl schönste Entwicklung des Teams durchaus exemplarisch zeigt: «So nicht!» Aus dem stummen Protest eines offensichtlich gut funktionierenden Teams wurde unbändiger Wille. Plötzlich spieh der Drache jenes Feuer, das es braucht, um enge Spiele für sich zu entscheiden. Jetzt stürmte der HCK mit dem Mute des Verzweifelten bedingungslos vorwärts – das einzig richtige Konzept in einer K.O.-Konkurrenz.

Und GC Amicitia, das sich schon am Ziel der (Revanche)Träume gewähnt hatte, begann zu zittern. Und die flatternden Nerven der jungen Zürcher hielten auch diesmal nicht stand. Binnen 7 Minuten hatte der HCK das 21:24 zum 26:24 gedreht. Den Zürchern blieb noch die letztlich nicht mal mehr für die Statistiker wertvolle Korrektur zum 25:26. Aus, Ende und vorbei – aus Zürcher Sicht.

Wer ein Spiel so dreht, der darf sich beim Glück sicher mal artig bedanken. Aber nicht nur. Denn wie der Mensch im Leben muss auch ein Team für sein Glück etwas unternehmen. Und das tat der HCK. Goalie Schelbert spielte nach seiner Einwechslung stark, das Rückraum-Trio mit Båverud, Steiger und Stankovic kompensierte die offensiv gleich kollektiv flügellahme Hälfte des HCK-Teams auf den Aussenpositionen.
Und das Team funktionierte auch auf der Ziellinie, als Sven Hess den befreienden 26:24-Treffer erzielte und damit quasi den Sieg festmachte. Hess – ausgerechnet er, der oft auf der Bank sitzt, schaffte quasi das «Golden Goal», für das sich manche einsatzlose Partie gelohnt hat. Teamgeist heisst eben auch, dass jeder dann bereit ist, wenn von ihm ein Engagement gefordert ist. Auch wenn das «erst» nach 59.40 ist ...
Während sich der HCK trotz durchwachsenem Spiel über den Erfolg freuten konnte, ärgerte sich GC Amicitia einmal mehr über ein vermutlich vermeidbares Aus im Cup. Dabei hatten sich die Zürcher noch als faire Gastgeber gegeben und auf die staubedingte späte Anreise des HCK mit einer Verschiebung der Anspielzeit reagiert. Eine sportlich faire Geste. Doch als die Zürcher dem HCK das Geschenk des Cup-Viertelsfinal in der hektischen Schlussphase bereit legten, langte die Innerschweizer zu - Fairness zu Beginn hin oder her ...

GC Amicitia Zürich - HC Kriens-Luzern 25:26 (13:12)
Saalsporthalle Zürich, 200 Zuschauer. SR Bernet/Wick.

Spielverlauf: 0:2, 1:4, 4:4, 5:5, 8:8, 9:9, 9:11, 12:11, 13:12; 14:12, 16:14, 17:14, 17:18 (!), 19:18, 20:19, 24:21 (53.), 24:26 (60.), 25:26.

GC Amicitia Zürich: Bringolf/Schubiger; Ljubanovic (4), F. Maros, Egger (6), Spengler (1), Sidorowicz (2), Rosano, Ramadani (1), Grundböck (1), Bajramovic, Freivogel (6), Fungué, L. Maros (4).

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (ab 31.); Fellmann (3), Mühlebach, Willisch, Petrig, Båverud (6), Steiger (8), Baviera, Hess (1), Stankovic (7/2), Baumgartner (1).

Bemerkungen: Kriens ohne Raemy und Jeremias (verletzt). Strafen: GC Amicitia 4, HC Kriens 1 x 2 Minuten.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern