Krienser Handballer scheitern im Abnützungskampf

Lehrreich, aufschlussreich – und abschliessend: Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern verlieren die Auswärtspartie im EHF Challenge Cup-Viertelsfinale gegen AS Diomidis Argous mit 21:25.

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Boris Stankovic war mit sechs Treffern erfolgreichster Krienser. (Bild: Archiv Keystone)

Boris Stankovic war mit sechs Treffern erfolgreichster Krienser. (Bild: Archiv Keystone)

Damit scheiden die Krienser aus dem Europacup aus. Um mehr zu erreichen, fehlte dem HCK trotz einer engagierten Leistung an diesem Tag die Cleverness.Die Stimmung in der Halle von Loutraki war eindrucksvoll: Die emotionsgeladenen Griechen setzten auf dem Feld, aber auch auf den Rängen alles auf die Karte «Engagement total». Wie schon vor Wochenfrist in Kriens kämpften die Griechen diesmal auch vor eigenem Anhang mit letzten Einsatz um den Einzug ins Halbfinale.

Der HC Kriens-Luzern war sich dieser delikaten Ausgangslage bewusst und versuchte, der imposanten Kulisse der 1'500 Fans zu trotzen. Ganz gelang das nicht. Denn die Fehlerquote der Zentralschweizer war nach starken Beginn bald einmal hoch. Zu hoch, wie sich herausstellte. Zwar blieb Marius Aleksejev mit einer starken Leistung ein wertvoller Rückhalt. Doch die gute Defensivleistung blieb weitgehend ohne Ertrag, weil in der Offensive mit 16 Eigenfehlern die Quote für ein Europacup-Spiel klar zu hoch war.

Diese Fehler waren es, die den Griechen in Halbzeit 1 einen beruhigenden 15:10-Vorsprung erlaubten. Der HC Kriens-Luzern aber zeigte Moral, kam zurück ins Spiel und bewies, dass er in diesem Duell nicht wirklich schlechter war als der Gegner. Bis auf 2 Tore kamen die Zentralschweizer nach dem Seitenwechsel wieder an den Gegner heran.

Bezeichnend, dass ein individueller Fehler zum «killing moment» wurde: Auf dem Weg, die Stimmung in der Halle mit dem Anschlusstreffer definitiv zum Kochen zu bringen, passierte es: Statt des tödlichen Passes auf den freien Mitspieler, der das Anschlusstor hätt erzielen können, gab es den Fehlpass. Gegenstoss. Tor. Minus 3 statt minus 1. Das wars.

Der HC Kriens-Luzern kämpfte zwar in Loutraki hervorragend. Letztlich aber war der Lerneffekt für einige Spieler grösser als die Chance auf einen Erfolg. Das zeigen einige Spielerbilanzen – das zeigt vorallem aber auch die Offensivquote. Mit 21 Toren lässts sich auch im Europacup kein Spiel gewinnen. Wenn der HCK diese Lerneffekte mitnimmt, dann hatte das Ausscheiden aus dem EHF-Challenge Cup doch noch seine guten Seiten.

A.C. Diomidis Argous - HC Kriens-Luzern 25:21 (15:10)

Loutraki, 1'500 Zuschauer. SR Kaveshnikov /Plotnikov (RUS) Spielverlauf: 3:3, 7:8, 15:10; 17:12, 21:18, 25:21

Diomidis Argous: Nungovitch/Tsoulos; Zaravinas, Megdaloikonomou, Kremastiotis, Passias, Priobolos, Malios, Marango, Samaras, Spentzos, Ioannidis, Urosevic, Taskovic.

HC Kriens-Luzern: Schelber/Aleksejev; Lengacher (2), Schmid, Båverud (4), Steiger (2), Raemy, Beljanski (1), Nyffenegger (2), Baviera (2), Hess (2), Stankovic (6). Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Fellmann, Willisch und Petrig (alle verletzt). Strafen: Kriens-Luzern 5x2 Minuten, Diomidis 3x2 Minuten.

Benedikt Anderes / HCK