Krienser Handballer schlagen Gossau

Ein Spiel mit zwei Halbzeiten – am Schluss der HCK als verdienter, ungefährdeter Sieger. Nach dem 32:27-Sieg über Fortutudo Gossau aber blieb doch da und dort ein Fragezeichen.

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Kriens Nicolas Raemy (rechts) gegen Gossaus Oliver Schoof (links am Boden) und Daniel Stahl (mitte). (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Kriens Nicolas Raemy (rechts) gegen Gossaus Oliver Schoof (links am Boden) und Daniel Stahl (mitte). (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

32:27 – 2 Punkte auf der Haben-Seite. Mehr wird von dieser Partie des HC Kriens-Luzern gegen Fortitudo Gossau kaum in Erinnerung bleiben. Muss letztlich auch nicht.

Der HCK ging sehr konsequent in die Partie und versuchte, mit einer starken Deckung die St. Galler aufzureiben. Das gelang auch während gut 30 Minuten. Ein starker Aleksejev im Tor, Fellmann/Beljanski als absolut sattelfester Mittelblock, und vorne eine einmal mehr spielfreudige Linkshänder-Fraktion mit Stankovic und Raemy – das waren die wichtigsten Pluspunkte in einer starken Halbzeit. Dazu gesellte sich diesmal der Schwede Daniel Båverud, der mit Wurfkraft und Dynamik zeigte, welches Potenzial in ihm steckt. Keine 30 Sekunden war er Mitte der ersten Halbzeit auf dem Platz, als er aus Distanz seinen ersten Treffer markiert hatte. Bis zum Schluss des Abends sollten noch 10 weitere dazu kommen. Ein Wert, den man sich von ihm in Zukunft vermehrt wünschen würde.

So ging Kriens-Luzern mit einem 21:11 in die Kabine. Er hatte mit viel Speed und Dynamik Richtung Tor für die Musik im Spiel gesorgt. Und es bestand keine Sekunde ein Zweifel daran, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Mehr noch: Da und dort stellte man sich die Frage, wie der HCK gegen diesen Gegner in der Vorrunde verlieren konnte.

2. Halbzeit: Faden verloren

Die Antwort darauf gabs in Halbzeit 2. Plötzlich wollte dem HCK nicht mehr ganz alles gelingen. Da ein Stellungsfehler in der Deckung, dort ein Fehlwurf, dann ein zwei Paraden des zurückgekehrten Gossau-Keepers Hug, dann erneut ein Fehler in der Deckung, später zwei Lattentreffer.

Und schon war es wieder vorbei mit der Leichtigkeit des Seins aus der ersten Spielhälfte. Aus Glanz wurde Krampf, aus der Kür die Pflicht. Zwar geriet der Sieg des HCK nie in Gefahr. Aber der zur Pause noch erwartete Kantersieg war plötzlich eben auch weg.

Das lag sicher auch daran, dass beim HCK nicht immer mit der ersten Sechs durchgespielt wurde. Ein sicher geschickter Zug angesichts der noch ausstehenden drei Spiele bis zur Weihnachtspause in 10 Tagen. Immerhin hatte der HCK den Beweis angetreten, dass die Niederlage gegen Basel eben doch mehr ein Ausrutscher als Normalität war.

HC Kriens-Luzern – Fortitudo Gossau 32:27 (21:11)
Krauerhalle Kriens, 650 Zuschauer. SR Baumann/Cristallo

Spielverlauf: 2:0, 2:1, 4:1, 4:3, 6:4, 10:4, 11:6, 14:6, 17:7, 18:10, 20:10, 21:11; 21:13, 22:14, 23:15, 24:18, 25:20, 26:21, 27:22, 28:24, 29:25, 31:25, 32:26, 32:27.

Strafen: Je 1x2 Minuten.

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (ab 45.); Fellmann (1), Willisch, Hedin, Båverud (11), Steiger (3), Raemy (7), Beljanski (1), Nyffenegger, Baviera (1), Hess, Stankovic (7), Petrig (1).

Fortitudo Gossau: Hug/Busa (22.-30.); Krapf (2), Misteli, Engeler, Dedaj (1), Lieberherr, Badertscher (6/1), Schoof, Bucher, Bossart, Würth (3), Milosevic (9), Stahl (6).

Bemerkungen: Kriens ohne Schmid (verletzt). 26. Stankovic verschiesst Penalty gegen Busa (18:8). Der HCK-Fanclub wurde schmerzlich vermisst.

J.P. Chenet Best Player: Daniel Båverud (HCK) und Mirko Milosevic (Gossau).

Benedikt Anderes/HC Kriens-Luzern