Krienser Handballer überrollen im Cup ein desolates Basel

Kriens-Luzern schlägt den RTV Basel mit 35:17 und zieht problemlos in den Cup-Viertelfinal ein.

Stephan Santschi
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Der siebenfache Krienser Skorer Tomas Piroch wird hier vom Basler Maurus Basler (links) behindert.

Der siebenfache Krienser Skorer Tomas Piroch wird hier vom Basler Maurus Basler (links) behindert.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 13. Oktober 2020)

Die Ansage von Janus Lapajne, dem Spielmacher des HC Kriens-Luzern, war klar: «Als Nächstes möchten wir einen Vorsprung von fünf Toren auf zehn ausbauen und uns nicht mehr stressen lassen.» Gesagt, getan, gegen den RTV Basel liessen die Luzerner am Dienstag überhaupt nichts anbrennen: Gleich mit 35:17 gewannen sie den Cup-Achtelfinal gegen einen in allen Belangen inferioren Gegner.

Die Basler traten mit einem Rumpfkader an. Mit Abwehrchef Dennis Krause, sowie den Linkshändern Artur Karvatski, Luca Engler und Igor Stamenov waren vier Akteure verletzungsbedingt nicht im Aufgebot, ein weiterer sass nach überstandener Blessur auf der Bank und wurde nicht eingesetzt (Ismael Esono). Entsprechend wenig konnte Goran Perkovac, der Trainer des HC Kriens-Luzern, mit dem Auftritt anfangen. «Der Gegner war desolat, hatte kein Nationalliga-Niveau. Ich bin zufrieden, dass wir eine Runde weiter sind und dass sich bei uns kein Spieler verletzt hat.»

Basel tritt nur mit acht Feldspielern an

Trotz Klassenunterschied hielten die Krienser die Spannung hoch, blieben bis zum Schlusspfiff konzentriert bei der Sache. Auf die Abwehr war in dieser Saison einmal mehr Verlass und auch der Goalie, diesmal die Nummer zwei Kayoum Eicher, lieferte einen starken Job ab. «Es ist schön, auch mal Fehler machen zu dürfen. Wenn wir gegen Pfadi Winterthur nicht bei der Sache sind, liegen wir nach fünf Minuten mit 0:10 hinten. Diesmal hatte es keine Auswirkungen, dass wir nicht 110 Prozent, sondern nur etwa 75 Prozent unseres Leistungsniveaus abriefen», resümierte Eicher, der sich am Ende mit 15 Paraden über eine Abwehrquote von 47 Prozent freuen durfte.

Lange spannend blieb es diesmal also nicht, nach drei Minuten führte Kriens-Luzern 3:0, nach sechs Minuten 6:1 und nach einer Viertelstunde bereits mit 12:3. Basel war zuletzt eigentlich gut in Form und hätte durchaus das Potenzial für die Rolle des unangenehmen Underdogs gehabt. Doch wenn der linke Flügel oder der Kreisläufer im rechten Rückraum Lückenbüsser spielen müssen und insgesamt nur acht Feldspieler eingesetzt werden, ist auf diesem Level schlichtweg nicht mehr möglich.

Aljaz Lavric und der ungewohnte Torjubel

Und so nutzten die Krienser die Gelegenheit, der zweiten Reihe etwas mehr Auslauf als üblich zu gewähren. Seine Chance genutzt, hat dabei Tomas Piroch im rechten Aufbau. Der dynamische Tscheche traf bei sieben Versuchen sieben Mal ins Netz und avancierte in diesem Spiel zum internen Topskorer. «Ich bin zufrieden, zumal ich zuletzt nicht so viel spielen konnte», gestand der 20-Jährige, der auf seiner Position als Back-up des weitaus routinierteren Jernej Papez fungiert. «Weshalb es für mich in den letzten Wochen nicht optimal lief? Das ist eine schwierige Frage. Ich weiss es nicht, ich brauche wohl einfach mehr Erfahrung, mehr Zeit.»

Für den stimmungsmässigen Höhepunkt in der spärlich besetzten Krauerhalle sorgte letztlich aber weder Eicher noch Piroch, sondern Aljaz Lavric. Der Abwehrchef der Krienser durfte in der Schlussphase kurz im Angriff ran – und kam prompt zu seinem ersten Saisontreffer.

Kriens-Luzern – RTV Basel 35:17 (17:9)
Krauerhalle. – 150 Zuschauer. – SR Boshkoski/Stalder. – Strafen: je 2-mal 2 Minuten. – Kriens-Luzern: Eicher; Idrizi (3), Piroch (7), Lapajne (2), Harbuz (4/3), Blättler (3), Gavranovic (3), Lavric (1); Oertli (5), Delchiappo (1), Rellstab (2), Schlumpf (2), Wanner (2). – Basel: Willimann (1)/Kühner; Ramseier (1), Voskamp (2), Khadkevich (2), Spende (8/1), Basler (1), Buob (1); Berger (1), Karthigaikumar. – Bemerkungen: Kriens-Luzern komplett. Basel ohne Krause, Engler, Karvatski und Stamenov. Eicher pariert Penalty von Spende (30./17:9).