Krienser Handballer unter Druck

Der HC Kriens-Luzern unterliegt am Mittwoch beim Schlüsselspiel um die Playoff-Qualifikation gegen den BSV Bern Muri mit 20:22. Im letzten Heimspiel gegen Kadetten Schaffhausen braucht das Team nun unbedingt Punkte.

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Szene aus dem Hinspiel: Markus Jeremias (rechts) gegen Berns David Nyffenegger. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Szene aus dem Hinspiel: Markus Jeremias (rechts) gegen Berns David Nyffenegger. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der HC Kriens-Luzern spielte am Mittwoch in Bern an sich stark auf und decken gut. «Nur» 22 Gegentore zu erhalten, müsste in einem NLA-Spiel eigentlich zu einem Sieg reichen. Basis für diese gute Ausgangslage war ein starker Roman Schelbert im Tor, der mit 19 Paraden eine absolute Klasseleistung zeigte.

Marjanac in Weltklasseform

Wenn am Schluss trotzdem nur der Katzenjammer blieb, dann lag das daran, dass Schelberts Antipode im Tor des BSV Bern nicht nur Klasse, sondern eben Weltklasse war. Dragan Marjanac, serbischer Nationaltorhüter, EM-Silbermedaillengewinner und ein international erfahrender Fuchs, entschied das Spiel quasi im Alleingang. 31 Paraden liess er sich am Schluss notieren. Und das sehr oft nicht aus Distanz, sondern aus nächster Nähe.

Auch als die Zentralschweizer in der ersten Hälfte mit zwei Toren führten und gleich mehrere Chancen zum Dreitore-Vorsprung hatten – den Sack zuzumachen schafften sie nicht. Eben weil mit Marjanac ein Keeper im Tor stand, der am Schluss mit einer absolut unglaublichen Bilanz zu Buche stand.

Der Serbe war es auch, der gleich nach der Pause den Umschwung einleitete. Nur 2 Minuten gelang es dem HCK, den Vorsprung zu halten. Dann zogen die Berner auf 6 Tore davon. Mit immer dem gleichen Bild: Marjanac hielt, Gegenangriff – Tor. Aber selbst bei dieser Konstellation hatte der HCK in der Schlussphase noch die Chance auf den einen Punkt. Umso bedauerlicher ist es, dass es letztlich doch nicht reicht. Denn einmal mehr unterliefen in der Schlussphase wieder zu viele Fehler – so unteranderem zwei verschossene Siebenmeter in den letzten 5 Minuten. Am Ende stand es 22:20 für die Berner.

Punkte gegen den Meister

Der HCK ist nach der Niederlage momentan noch auf Rang 4. Aber weil der BSV Bern und St. Otmar als Konkurrenten um den Playoff-Platz nächste Woche im Direktduell aufeinandertreffen, wird der HCK gegen den amtierenden Meister Kadetten Schaffhausen dringend Punkte benötigen.

Benedikt Anderes/bep

BSV Bern Muri – HC Kriens-Luzern 22:20 (9:10)
Mooshalle Gümligen, 100 Zuschauer. SR Bär/Süess.

Spielverlauf: 2:0,, 2:1 (6.), 3:1, 3:3, 5:3, 5:6, 6:6; 6:8, 8:10, 9:10; 10:11 (33.), 16:11 (39.), 18:13, 20:15, 20:17, 21:18, 22:19, 22:20

Strafen: BSV Bern 4, HC Kriens-Luzern 1 x 2 Minuten

BSV Bern Muri: Marjanac/Portner; Lengacher (4), Reber, Heer (5), Prachar, Striffeler (2), Tarhaj (8), Nyffenegger (1), Räz, Ramseier, Kaufmann, Cvetkovic (2)

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Ineichen; Scherer, Fellmann, Mühlebach (1), Buholzer (1), Båverud (5), Steiger (6), Hermann, Delhees, Jeremias, Hess (1), Stankovic (4), Baumgartner (2).

Bemerkungen: Kriens ohne Willisch und Baviera. Penalties: 50. Stankovic scheitert mit Penalty an Marjanac (20:16); 56. Båverud scheitert mit Penalty an Marjanac (22:19), 58. Schelbert hält Penalty von Cvetkovic (22:20).