Krienser Handballer verlieren in Thun knapp

Nahe dran – und doch hats nicht ganz gereicht: Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern ziehen sich beim Auswärtsspiel in der Thuner Lachenhalle sehr gut aus der Affäre. Gegen das favorisierte Wacker Thun verlieren die Zentralschweizer nur 31:34.

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Erzielte zusammen mit Nicolas Raemy am meisten Tore: Benjamin Steiger. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Erzielte zusammen mit Nicolas Raemy am meisten Tore: Benjamin Steiger. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Nur vor wenigen Tagen ging der HC Kriens-Luzern in Thun sang- und klanglos unter. Diesmal zeigte der HCK sein Sonntagsgesicht und hielt gegen die dynamisch auftretenden Berner Oberländer lange Zeit dagegen. Dass es am Schluss nicht ganz zum Sieg reichte, ist aus Krienser Sicht zwar ärgerlich – zumal der BSV Bern sein Spiel gegen Pfadi Winterthur gewann. Die Krienser aber nehmen aus dieser Partie zweifellos Mumm und Drive mit zum schweren Auswärtsspiel im Europacup gegen Diomidis am Sonntag.

Der HCK spielte in der ersten Hälfte sehr solide. Das befürchtete Offensivfeuerwerk der Thuner blieb diesmal n der Startphase weitgehend wirkungslos, der HCK blieb dran und ging nach 9 Minuten erstmals in Front. Dabei blieb es, die erfolgsgewohnten Gäste hatten offensichtlich Mühe, den Gast in die Schranken zu weisen. Schelbert als starker Torhüter war der gewünschte Rückhalt einer stabilen Deckung, offensiv hatte das Spiel des HCK Struktur und Linie.

Nach dem Seitenwechsel drehte Wacker merklich auf. Der HCK seinerseits spielte zwar nicht schlechter – liess aber in einigen Situationen etwas die Cleverness vermissen. Insbesondere in der Rückzugsphase wurde das Team von der schnellen Mitte der Thuner mehr als einmal überrumpelt.
Dieses Handicap wog dann zu schwer. Umso mehr, als dann auch noch die beiden Unparteiischen Einfluss nahmen und mit sehr diskutablen Entscheiden (zum Beispiel bei Siebenmetern) alles andere als «unsichtbar» waren auf dem Platz.

Zu wenig clever, in entscheidenden Phasen zu viele Fehler. Und dann noch dieser Kampf gegen den Unbill der Situation – das war dann zu viel. Da reichte eine an sich grossartige kämpferische Leistung des Teams nicht mehr, um auch den an sich verdienten Lohn einzufahren. Nach 57 Minuten hatte der HCK zwar noch auf 31:30 verkürzt und witterte die Sensation – die Berner Oberländer aber schaukelten das Ding nach Hause.
Auf Krienser Seite wussten Steiger und Raemy (je 8 Tore) sowie Båverud (7) zu überzeugen. Ansonsten aber war das Kader der Zentralschweizer ausgedünnt: Zusätzlich zu den verletzten Fellmann, Petrig und Willisch fehlte auch noch Kreisläufer Bojan Beljanski wegen Kniebeschwerden. Damit fehlte dem HCK in der heissen Schlussphase eben die Routine und die Cleverness, um aus einem tollen Spiel sogar eine Sensation zu machen.

Wacker Thun – HC Kriens-Luzern 34:31 (15:18)
Lachenhalle Thun. 540 Zuschauer. SR Baumann/Cristallo
Spielverlauf: 4:3, 6:7, 9:10, 12:13, 15:16, 15:18; 18:19, 22:21, 26:24, 28:25, 31:28, 33:31, 34:31.

Wacker Thun:  Merz / Winkler; von Deschwanden (6), Szymanski (5), Studer (8), Getzmann (3), Friedli (1), Franic (3), Hess (1), Linder (3/2), Rathgeb (2), Dähler (2)

HC Kriens: Aleksejev (4 Paraden)/Schelbert (18 Paraden); Hedin, Schmid, Båverud (7/1), Steiger (8), Raemy (8), Nyffenegger (2), Baviera (3), Hess, Stankovic (1), Lengacher (2), Mühlebach.

Bemerkungen: Kriens ohne Fellmann, Willisch, Beljanski und Petrig. Strafen: Kriens 3, Thun 2 x 2 Minuten. Schelbert hält Penalt, Stankovic verschiesst Penalty.

Benedikt Anderes / HCK