Krienser Kraftakt bleibt unbelohnt: HCK verpasst Finalrunde

Kriens erfüllt im Kampf um das letzte Finalrunden-Ticket die Pflicht und bezwingt Amicitia. Der Sieg ist ohne Wert: Weil Suhr ebenfalls gewinnt, muss der HCK in die Abstiegsrunde.

Roland Bucher
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Krienser Schlüsselfigur: Luca Spengler (Mitte) überzeugte einmal mehr. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 16. Dezember 2018))
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Schoss fünf Treffer: HCK-Topskorer Filip Gavranovic. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 16. Dezember 2018))
HCK-Spieler Severin Ramseier (rechts) versucht sich gegen Tim Sartisson durchzusetzen. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 16. Dezember 2018))
Thomas Hofstetter vom HC Kriens-Luzern (Mitte) gegen die Amicitia-Spieler Mathias Kasapidis (links) und Albin Alili. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 16. Dezember 2018))
Severin Ramseier beim Abschluss. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 16. Dezember 2018))
Aleksandar Radovanovic beim Abschluss.

Krienser Schlüsselfigur: Luca Spengler (Mitte) überzeugte einmal mehr. (Bild: Corinne Glanzmann (Kriens, 16. Dezember 2018))

Die Ernüchterung nach dem Schlusspfiff – die war eher gering. «Wir mussten damit rechnen, dass Suhr sich noch einmal aufrappeln würde», fasste Trainer Goran Perkovac die Qualifikations-Schlussrunde zusammen, «aber es hat mich enttäuscht und irritiert, wie St. Otmar bei Suhr mit doch eher wenig Gegenwehr ans Werk ging». Doch wer zuletzt lache, der lache am besten: «Wir werden uns über den Umweg der Abstiegsrunde für die Playoff-Viertelfinals qualifizieren – und dann wünsche ich uns nichts anderes, als dass unser Gegner St. Otmar St. Gallen heisst. Dann werden wir quittieren.»

Ist Kriens nach dem Fall in die Abstiegsrunde, die der Verein nach dem Aufstieg in die NLA schon dreimal schadlos überstand, im Jammertal? «Nein, sicher nicht», befand Nick Christen, der CEO, «es kann für uns durchaus eine Chance sein, in dieser Zwischenphase jungen Spielern Einsatzmöglichkeiten zu gewähren, auch viele Spielabläufe zu verfeinern». Es sei natürlich ein Schritt zurück, wenn man in diese Poule müsse – aber auch ein lehrsamer Weg in die Zukunft. Und die könne durchaus Kriens gehören. «Wir haben viel Zeit gebraucht, bis sich die teilweise neu formierte Equipe mit einem frischen Trainer zu einer Einheit gefunden hat. Aber wir haben in den letzten Partien gezeigt, dass wir tauglich sind, um in den Playoffs eine wichtige Rolle zu spielen. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir eine gute Mannschaft mit sehr viel Potenzial auf die Beine gestellt haben.»

Und jetzt der Cup-Hit in Thun

Also: kein Weltuntergang am Sonntagabend in Kriens. Im Gegenteil: Die treue Fangemeinde zeigte sich mit ihrer Mannschaft, die noch einmal einen letzten Kraftakt inszenierte, solidarisch, bedankte sich am Schluss mit warmem Applaus für diesen Sieg. Der zwar nicht übermässig hoch ausfiel, aber doch resolut herausgespielt wurde. Weil HCK-Schlüsselfiguren wie Spengler, Lengacher oder Gavranovic jenes Quäntchen Klasse ausstrahlten, die bei Amicitia nur sehr bruchstückweise zu erkennen war. Kurzum: Kriens bereitete noch einmal Freude, Spass – und forcierte mit vielen schönen gelungenen Aktionen die Imagepflege für die Abstiegsrunde. Welche, darüber muss man sich bewusst sein, keine feinen handballerischen Leckerbissen, sondern eher Tristesse bieten wird.

Doch das ist übermorgen, im neuen Jahr. Bevor der Handball-Herbst für Kriens definitiv in die Winterpause gleitet, ist noch ein Highlight, ist Cup, ist Halbfinal, ist der vorletzte Schritt auf dem Weg zu einem Pokal, den der HCK schon längst so gerne in seinen Vitrinen möchte. «Wir sind in Form, und ich spüre, dass meine Spieler heiss auf dieses Spiel bei Wacker Thun sind», sagt Goran Perkovac ohne Umschweife. Ein Sieg am nächsten Mittwoch – und die kleinen Wunden, welche dieser Abend riss, sind verheilt.

Kriens-Luzern – GC Amicitia 33:30 (18:15)

600 Zuschauer. – SR Joss/Ouardani. Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Kriens Luzern, 5-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia. Kriens-Luzern: Eicher/Willimann; Lengacher (6), Engler, Spengler (6), Vögtli (1/1), Gavranovic (5), Yousefinezhad (2), Oertli (1), Ramseier (4), Radovanovic (3), Delchiappo (1), Hofstetter (4). GC Amicitia Zürich: Ineichen/Pelzl; Frietsch (6), Pospisil (1), Kasapidis (1), Leitner, Alili, Heyme (2), Muggli (6), Klampt (2), Brücker (6/4), Knecht, Sartisson (6). Bemerkungen: 1:0 verschossene Penaltys