Handball
Kriens-Luzern mit Auftakt nach Mass

Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern schlagen Wacker Thun problemlos mit 31:24.

Stephan Santschi
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Kriens-Luzern (Janus Lapajne beim Abschluss) dominiert den Gegner aus dem Berner Oberland.

Kriens-Luzern (Janus Lapajne beim Abschluss) dominiert den Gegner aus dem Berner Oberland.

Bild: Manuela Jans-Koch (Kriens, 4. Februar 2021)

Die Zweifel waren da vor der Partie, schliesslich lag der letzte Ernstkampf bereits 44 Tage zurück, und in der Winterpause konnte coronabedingt nur ein Testspiel anberaumt werden. Und so wusste Goran Perkovac, der Trainer des HC Kriens-Luzern, nicht so recht, wie viel seine Mannschaft im ersten Auftritt des neuen Jahres bereits zu leisten imstande sein würde.

Nun, es sei vorweg genommen, die Sorgen waren unbegründet. Die Zentralschweizer machten exakt da weiter, wo sie Ende 2020 aufgehört hatten: Sie dominierten den Gegner, Wacker Thun verlor diskussionslos mit 24:31. «Ich bin sehr zufrieden, Einstellung, Kampfbereitschaft und auch die spielerische Qualität waren sehr solid», erkannte Perkovac.

Wo Wacker drauf steht, ist nicht Wacker drin

Eine Unbekannte war dabei auch der Gast aus dem Berner Oberland. Nur auf Rang sieben war der Meister der Jahre 2013 und 2018 nach der ersten Saisonhälfte klassiert. Eine Reaktion war fällig, schliesslich will sich Trainer Martin Rubin nach 14 Jahren am Ende der Saison nicht mit einem durchschnittlichen Ergebnis nach Bern verabschieden. Doch das Wacker, das Teamspirit und Leidenschaft in der Vergangenheit perfektioniert hatte, ist derzeit nur ein Schatten seiner selbst. Schwunglos schickten sich die Thuner in die Niederlage, auch von der Bank kam kaum aufmunternde Unterstützung. «Wacker lebt von Emotionen, von Aggressivität. Ohne Zuschauer tut sich die Mannschaft allerdings schwer. Das ist nicht Wacker, Jung und Alt passen noch nicht zusammen. Ich erwarte aber, dass die Thuner in den Playoffs besser eingespielt sein werden», hielt Perkovac fest.

Und so legte Kriens-Luzern früh eine klare Differenz zwischen sich und den Gegner, nach sieben Minuten führte das Heimteam bereits mit 7:2. Die Deckung war wie gewohnt stabil, dahinter erwischte Goalie Paul Bar, der für 100 Spiele im HCKL-Dress geehrt wurde, einen Start nach Mass. Und auch das Gegenstossspiel zeigte Wirkung, vor allem Adrian Blättler, der sein 200-Spiele-Jubiläum feierte, setzte sich diesbezüglich in Szene. Wären in den letzten Minuten der ersten Halbzeit der Spielfluss und der Zug aufs Tor nicht verloren gegangen, die Luzerner hätten bereits zur Pause deutlich höher als mit nur drei Toren führen können (15:12).

Am Sonntag geht es für Kriens-Luzern nach Bern

Nach dem Seitenwechsel kam Wacker zwar nochmals auf zwei Tore heran (16:14), bald aber zog das in allen Belangen überlegene Kriens-Luzern die Zügel wieder an und strebte einem ungefährdeten Erfolg entgegen. Auch die beiden Zentralschweizer Leistungsträger bei Wacker Thun, der Luzerner WM-Fahrer Nicolas Raemy und der ehemalige Internationale Lukas von Deschwanden aus dem Kanton Uri, liessen im Rückraum einiges vermissen.

Der Aufgalopp ist Kriens-Luzern damit geglückt, die nächste Hürde aber steht schon in Sichtweite. Für etwas Regeneration und Videoanalyse ist noch Zeit, dann geht es am Sonntag zum Auswärtsspiel gegen den BSV Bern, der gestern in Winterthur knapp mit 31:33 verlor.

Kriens-Luzern – Wacker Thun 31:24 (15:12)
Krauerhalle. – SR Keiser/Rottmeier. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 4-mal 2 Minuten gegen Wacker Thun.
Kriens-Luzern: Bar (9 Paraden)/Eicher (6); Idrizi (4 Tore), Piroch (1), Lapajne (4), Harbuz (5/3), Blättler (5), Gavranovic (4), Lavric; Delchiappo, Rellstab (2), Papez (1), Oertli (1), Schlumpf (4).
Wacker Thun: Winkler (6 Paraden)/Wick (6); Dähler (1 Tor), Raemy (4), von Deschwanden (1), Dannmeyer (5), Linder (4/3), Schwab; Sorgen (4), Chernov (1), Felder (1), Gruber (1), Guignet (1), Friedli, Bouilloux (1).
Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Wanner, Wacker Thun ohne Wyttenbach, Huwyler, Lüthi und Delhees (alle verletzt). Lapajne wirft Penalty über das Tor (24./13:8). Wick pariert Penalty von Harbuz, der im Nachschuss trifft (32./16:13).