Krienser Handballer beweisen Muskelspiel im Endspurt

Starker Auftritt des HC Kriens-Luzern beim 27:22-(11:11)-Sieg gegen Suhr Aarau. Es gibt fast nichts zu bemängeln.

Roland Bucher
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Hleb Harbuz (links) ist für den HC Kriens-Luzern wieder sehr wertvoll gewesen.

Hleb Harbuz (links) ist für den HC Kriens-Luzern wieder sehr wertvoll gewesen.

Eveline Beerkircher

Es war ein Sieg, der am Schluss eine fast selbstverständliche Dimension annahm. 45 Minuten lang hatte Kriens die Suhrer Defensivspezialisten sich austoben lassen, um dann im Endspurt die Muskeln spielen zu lassen. Die letzte Viertelstunde, schwärmte Trainer Goran Perkovac, die sei «fast perfekt gewesen». In Zahlen ausgedrückt: vom 17:17 zum 27:22 – der HCK eilte souverän dem Saisonsieg Nummer 12 entgegen, der den Chef stolz die Bemerkung anbringen liess: «Es war das Tüpfchen aufs i, es war die Krönung einer ersten Meisterschaftshälfte, in welcher wir mehr als erwartet erreicht haben.»

Topskorer Harbuz und Goalie Bar entscheidend

Der Doppelpunkt bei Ranglistennachbar Suhr Aarau zementierte Rang 3, lässt den Vorsprung auf Rang 5 auf fünf Punkte anwachsen: jetzt dürfe man sich auch mal einen Ausrutscher erlauben, erklärt Perkovac, ohne dass das ursprüngliche Zwischenziel – Rang 4 nach der Quali – sofort wieder in Gefahr gerate. Kurzum sagte Perkovac: «Wir haben uns eine gute Ausgangslage erarbeitet.»

In einer arg vereinfachten Analyse könnte man behaupten, Kriens habe gewonnen, weil Hleb Harbuz, der HCK-Topskorer mit acht Treffern aus elf Anläufen das Direktduell gegen Suhrs Manuel Zezhnder (9/17) klar zu seinen Gunsten entschied. Doch davon hält Perkovac nichts, aber auch gar nichts: «Wir waren heute ein unerhört starkes Kollektiv. Es wäre ungerecht, einen Spieler hervorzuheben.» Zu bemerken gilt aber auch, dass Goalie Paul Bar (37 Abwehr-Prozente) in entscheidenden Augenblicken seine beiden Gegenüber ausstach, dass Papez eine perfekte Chancenauswertung vorweist, Jungspund Oertli sich nie den Schneid abkaufen liess und Kreisläufer Gavranovic nach vielen Fehlversuchen dann zur Stelle war, als im Endspurt starke Nerven gefragt waren.

Perkovac stolz auf seine Mannschaft

Diese Kurve zum Sieg ritzte übrigens ein weiterer der jungen Krienser Garde: Ramon Schlumpfs Führungstreffer zum 18:17 in Unterzahl knapp eine Viertelstunde vor dem Abpfiff kühlte den überschaubaren Mut der Aargauer entscheidend.

Er sei als Trainer dieser Mannschaft stolz, gestand Goran Perkovac. Stolz, wie sie in den letzten Wochen jeden Unbill weggesteckt, an Stilsicherheit gewonnen habe. Bei Suhr habe sein Team sehr intelligent gespielt, sich auch durch einen 5:8-Rückstand kaum aus der Fassung bringen lassen und getreu seiner Devise agiert: «Grosse Mannschaften spulen ihr Programm runter und wollen nur etwas: am Schluss mindestens ein Tor besser sein.»

Eine grosse Mannschaft ist Kriens noch nicht, doch sie ist auf dem Weg dazu. Das verdiente Weihnachtsessen für Spieler und Staff geniesst das Team irgend einmal im Januar. Wetten, dass die Krienser ganz schön hohe Playoff-Pläne schmieden werden. Das dürfen sie auch.