Krienser nach Sieg in nächster Europacup-Runde

Das ist Europacup! Dramatik pur - 60 Minuten Kampf und Emotionen: 24:14 fegt der HC Kriens-Luzern bei der Europacup-Heimpremiere das portugiesische Team von Aguas Santas aus der Krauerhalle und sichert sich damit den Platz in der nächsten Runde.

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Bojan Beljanski in Aktion. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Bojan Beljanski in Aktion. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Der HC Kriens-Luzern überwintert definitiv europäisch! Er eröffnete an einem denkwürdigen Abend und zusammen mit einem frenetisch mitgehenden Publikum ein nächstes Kapitel im «Krimi Europacup». Titel: «Das Spiel dauert nun mal 120 Minuten!» Im letzten Viertel pulverisierte der HCK das 22:29 vom Hinspiel und schaffte die frenetisch bejubelte Wende.

Die Portugiesen versuchten, Dampf aus dem Spiel zu nehmen und wälzten sich schon in Minute 1 auf dem Platz, um wichtige Sekunden zu gewinnen. Gewonnen haben sie damit nichts. Der HC Kriens-Luzern seinerseits nutzte die sich bietende Chance und arbeitete geduldig. In Halbzeit 1 musste das Heimteam noch Mass nehmen. Achillesferse der Einheimischen war erneut die Abschlussquote, die noch Luft nach oben hatte. Denn defensiv stand das Team absolut sattelfest. Dani Schmid hat bei seiner Rückkehr ins Team gezeigt, wie wertvoll er in der Deckung auf der Position 2 ist. Und der HCK hatte mit Tausendsassa Marius Aleksejev einen Keeper der Extraklasse zwischen den Pfosten. Was der coole Este nicht hielt, dafür kam nach dem Seitenwechsel Roman Schelbert ins Spiel, der in wichtigen Phasen zwei Siebenmeter entschärfte.

Die Krienser haben allen Grund zum Feiern.
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Boris Stankovic.
David Nyffenegger, links, gegen Portugals Pedro Cruz.
Boris Stankovic, links, und Marius Aleksejev freuen sich über den Sieg.
Die Krienser haben allen Grund zum Feiern.
Kriens hat Grund zum Feiern.
Bojan Beljanski.
Nicolas Raemy im Zweikampf gegen Portugals Eduardo Salgado.
Torben Winther, Trainer HC Kriens-Luzern.
Bojan Beljanski.
BejaminSteiger, links, gegen Portugals Pedro Cruz.
Marius Aleksejev
Nicolas Raemy im Torjubel.
Torben Winther, Trainer HC Kriens-Luzern.
Goran Perkovac mit seiner Tochter am Spiel.
Antonio Campos, links. und Kriens' Benjamin Steiger im Disput.

Die Krienser haben allen Grund zum Feiern.

Die starke Defensive hatte den Portugiesen endgültig den Zahn gezogen. Der Rest war dann quasi «Formsache»: Denn aus der starken Deckung heraus trat der Gastgeber auch plötzlich mit breiter Brust an: Der Zug aufs Tor wurde immer unwiderstehlicher, und auch die Abschlüsse hatten inzwischen jene Qualität, die man dem Team auf zutrauen darf.

So wurde am Schluss Bojan Beljanski zu den offensiven Matchwinnern (7 Tore). Er nutzte den Freiraum in der offensiven Deckung Portos, erhielt die Bälle und verwertete diese traumwandlerisch sicher. Neben ihm nutzte auch Nicolas Raemy mit einer Grundschnelligkeit und seiner Frechheit das Spiel zu einem Glanzauftritt. Eine offenene Deckung wie die von Aguas Santas ist für Spielertypen wie ihn quasi eine Einladung. Die nahm Raemy rotzfrech an.

So sehr aber nun diese Spieler im Vordergrund stehen: Letztlich hat sich der HC Kriens-Luzern mit diesen Erfolg ein Qualitätssiegel erarbeitet. Es war eine feine Teamleistung, die eigentlich gar nicht genug gewürdigt werden kann. Ganz offensichtlich glaubte das Team während 60 Minuten an die Wende. Und dieser Glaube kann nun einmal Berge versetzen.

Benedikt Anderes/HC Kriens-Luzern

HC Kriens-Luzern - AA Aguas Santas 24:14 (9:7)

Krauerhalle, 800 Zuschauer. SR Azemi/Beqiri.

Spielverlauf: 1:0. 2:2, 4:2, 6:3, 8:5, 9:6, 9:7; 13:7, 15:8 (39.), 17:10, 20:12 (47.), 22:13, 24:14.

Strafen: HC Kriens7 x 2 Minuten plus rote Karte gegen Raemy (3x2, 59.) und Stankovic (59.), 4x2 Minuten plus rote Karten gegen Cruz (3x2, 58.) und Salgado (59.).

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (2 Penalties); Fellmann, Willisch, Hedin, Båverud (1), Steiger (4), Raemy (6), Beljanski (7), Nyffenegger (1), Hess (1), Stankovic (3), Petrig (1).

Aguas Santas: Campos / Paiva; Baltazar, Couto, Cruz (2), Fernandes (4), Lopes (1), Lourenco, Matos, Moreira, Oliveria, Rodrigues, Salgado (3), Jorge Sousa (3), Marco Sousa.

Bemerkungen: Schelbert hält Penylties in der 50. (21:12) und 56. (22:13) Minute. Schlechte Schiedsrichter-Leistung.