Der HC Kriens-Luzern überspringt die nächste Hürde und verteidigt den Leaderthron

Kriens-Luzern schlägt St.Otmar St.Gallen mit 24:21 und bleibt Tabellenführer. Bereits am Dienstag wartet im Cup-Achtelfinal mit dem RTV Basel schon die nächste Herausforderung.

Stephan Santschi
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Levin Wanner steuert drei Treffer zum Sieg des HC Kriens-Luzern bei.

Levin Wanner steuert drei Treffer zum Sieg des HC Kriens-Luzern bei.

Bild: Eveline Beerkircher (Kriens, 10. Oktober 2020)

«Ein Pferd springt nur so hoch, wie es muss.» Mit diesen Worten und einem breiten Lachen quittierte der Krienser Goalie Paul Bar den Auftritt am Samstag. 24:21 gewann sein Team gegen St.Otmar St.Gallen, und so wertvoll der Sieg einzuordnen ist, so hart erkämpft war er auch. Trotz 18:12-Führung nach 40 Minuten geriet das Heimteam vor 400 Zuschauern nochmals in arge Schwierigkeiten, liess die hartnäckigen Ostschweizer zwischenzeitlich bis auf zwei Treffer herankommen.

Doch dann legte der Krienser Gaul eben nochmals einen Zacken zu, was nicht zuletzt Paul Bar zu verdanken war. Mit einer Abwehrquote von 39 Prozent gelang dem 30-Jährigen ein sehr solider Auftritt, womit er auch sein Gegenüber Aurel Bringolf, die Nummer zwei des Schweizer Nationalteams, knapp überflügelte (36 Prozent). «Ich verstehe mich immer besser mit der Abwehr, sie kennen meine Bewegungen, ich kenne ihre. So kann man dann auch mal ein paar Bälle halten», hielt der deutsch-polnische Doppelbürger fest.

St.Gallen wartet zehn Minuten auf das erste Tor

So stark Paul Bar am Ende der Partie spielte, so überzeugend fand er auch in die Partie. Gemeinsam mit den Verteidigern stellte er ein regelrechtes Bollwerk auf, ganze zehn Minuten brauchten die St.Galler, um ihr erstes Tor zu erzielen. Die Krienser führten da mit 4:0 und hatten damit die entscheidende Differenz bereits zu einem frühen Zeitpunkt gelegt. «Die Defensive macht uns schon seit Wochen Spass», freute sich Trainer Goran Perkovac und wand seinem Mittelblock mit Aljaz Lavric und Filip Gavranovic ein Extrakränzchen: «Unglaublich, wie sie blocken und sich die Bälle schnappen.»

Da aber auch die St.Galler über eine sehr kompakte Hintermannschaft verfügen, entwickelte sich ein zähes Spiel mit vielen Unterbrüchen. Die beiden Teams kämpften Handball, für spielerische Extravaganz hatte es keinen Platz. Zur Pause führte Kriens-Luzern zwar einigermassen komfortabel mit 14:9, doch dann folgte nach dem Seitenwechsel beim Stand von 18:12 wie erwähnt ein Bruch. St.Otmar ersetzte im Angriff den Goalie durch einen siebten Feldspieler, fand nun mehr Lücken am Kreis und profitierte zudem von der nachlassenden Konzentration der Gastgeber. «Die grosse Belastung merkt man uns schon an. So schnell wie zu Saisonbeginn spielen wir derzeit nicht mehr», stellte Bar fest.

Moritz Oertli löst den Knoten in der Offensive

Tatsächlich absolvierte Kriens-Luzern seit dem Start Ende August ein Mammutprogramm, spulte in sechs Wochen insgesamt 13 Spiele in drei verschiedenen Wettbewerben ab (NLA, Schweizer Cup, Qualifikation für die European League). Beine und Kopf verlieren so an Frische, was in der Schlussphase gegen St.Gallen unübersehbar war. «Anstatt ruhig weiterzuspielen, machten wir Fehler. Und solche Kleinigkeiten können ein Team am Ende auch brechen», sagte Paul Bar. Dass dies nicht geschah, verdankten die Zentralschweizer ihrem guten Mix aus Routine und Jugend. Vor allem Moritz Oertli, der zweite Spielmacher hinter dem Slowenen Janus Lapajne, löste den Knoten in der heiklen Phase mit zwei sehenswerten Toren und verhinderte, dass St.Otmar im Skore weiter aufschliessen konnte.

Kriens-Luzern bleibt damit an der Tabellenspitze, steht nach acht NLA-Runden auf Platz eins. Zeit zum Ausruhen gewährt der proppenvolle Spielplan indes nicht. Bereits am Dienstag gastiert der RTV Basel zum Cup-Achtelfinal in Kriens, ehe am Sonntag auswärts gegen Suhr Aarau der nächste Kraftakt in der Meisterschaft wartet. Ob das Krienser Pferd wieder über genügend Augenmass verfügen wird, um auch diese Hürden präzise zu überwinden?

Kriens-Luzern – St.Otmar SG 24:21 (14:9)
Krauerhalle. – 400 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 5-mal 2 Minuten gegen St.Gallen.
Kriens-Luzern: Bar/Eicher (für 3 Penalties); Wanner (3), Papez (6), Lapajne (1), Harbuz (4/1), Blättler (2), Gavranovic (3), Lavric; Piroch, Delchiappo, Oertli (3), Schlumpf, Rellstab (1), Idrizi (1).
St.Otmar St.Gallen: Bringolf; Hörler, Höning, Pendic (4/2), Maros, Kaiser (1), Wetzel (2), Wüstner; Jurilj (4), Jurca (4), Geisser (3), Fricker (3). – Bemerkungen: Beide Teams komplett. Eicher pariert Penalty von Pendic (47./19:15).