Krienser schlagen auswärts den kroatischen Tabellenleader

Mit einer starken, abgezockten Teamleistung schaffen sich die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern beim Europacup-Auswärtsspiel beim kroatischen Tabellenleader RK Siscia eine vielversprechende Ausgangslage. Der 30:28-Auswärtserfolg der Zentralschweizer wird allerdings erst dann wertvoll, wenn in einer Woche beim Heimspiel in der Krauerhalle der Sack endgültig zugemacht wird.

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Mit acht Treffern der beste Krienser: Boris Stankovic. (Bild: Archiv Roger Zbinden / Neue LZ)

Mit acht Treffern der beste Krienser: Boris Stankovic. (Bild: Archiv Roger Zbinden / Neue LZ)

Im Europacup pflegt man, selbst eine 4-Tore-Niederlage auswärts schon als Erfolg abzubuchen. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis jetzt am Schluss: Mit 30:28 auswärts zu gewinnen beim aktuellen Tabellenführer der kroatischen Liga ist alles andere als «daily business» im Schweizer Handball. Dabei schien die Partie in Siscia vorerst den gewohnten Gang zu nehmen. Der Gegner führte nach 5 Minuten mit 4:0, der HC Kriens-Luzern kam kaum in die Gänge. Routine also mit einer kroatischen Lehrstunde für die Schweizer? Weit gefehlt.

Der HCK fand den Rhythmus – und bald auch den Anschluss wieder. Nach 17 Minuten glich Stankovic mit einer Doublette aus – ermöglicht durch einen Ruck, der durch die Deckung ging. Daran beteiligt waren drei Schlüsselfiguren des wichtigen Krienser Auswärtserfolgs. In der 14. Minute hatte Schelbert den bis dahin glücklosen Aleksejev abgelöst. Schelbert hielt stark und hatte am Schluss 15 Saves in der Bilanz. Stankovic übernahm in wichtigen Phasen Verantwortung und erzielte wichtige Tore. Dazu war auch Bojan Beljanski einer der Erfolgsfaktoren. Der serbische EM-Silbermedaillengewinner rackerte, bekam von Baviera als Double im richtigen Moment Verschnaufpausen und avancierte hinten wie vorne zu einem wichtigen Element.

Auch wenn einige HCK-Spieler herausstachen – die Zentralschweizer überzeugten mit einer ausgeglichenen Teamleistung. In der Offensive zeigte das Team Kreativität und Spielwitz wie schon lange nicht mehr. Und die vorhandenden Chancen wurden seriös und konzentriert verwertet.

Die Freude über den Erfolg war gross – doch es wird an Coach Torben Winther liegen, mit dem Team die «Mission 2. Halbzeit» in Angriff zu nehmen. Denn der Europacup besteht bekanntlich immer aus zwei Halbzeiten. Dass man Spiele in der zweiten Hälfte durchaus drehen kann, weiss spätestens seit dem Porto-Spiel eigentlich niemand besser als der HCK selber. Diesmal hat er selber dafür zu sorgen, dass er nicht zur tragischen Figur wird.

RK Siscia (CRO) – HC Kriens-Luzern 28:30 (14:16)
Brezovica, 800 Zuschauer. SR Gropanise / Mondin (ITA)
Spielverlauf: 4:0, 4:1 (6.), 5:3, 6:4, 8:5, 8:8, 9:8, 9:10, 10:11, 11:12, 12:15, 14:16, 14:16; 17:16, 17:18, 18:20, 20:21, 20:23, 21:24, 23:26, 26:27, 28:28, 28:30.
Strafen: Siscia 1x2 Minuten, HCK 3x2 Minuten.
RK Siscia: Bilusic / Kresic (16.) / Sonic; Tojcic (7), Bjelis (2), Jurkjevic, Zarkovic, Mesaric (1), Balic, Rajc (4), Baltic (2), Crnic (2), Nujc (6/2), Cutura, Nikic, Kobetic (4).
HC Kriens-Luzern: Aleksejev(2 Paraden) / Schelbert (ab 14., 15 Paraden); Willisch, Hedin, Schmid (1), Båverud (3), Steiger (5), Raemy (5), Beljanski (6), Nyffenegger (1), Baviera, Hess (1), Stankovic (8/1).
Bemerkungen: 12. Aleksejev hält Penalty (5:3); 36. Schelbert hält Penalty von Nujc (17:17). Kriens-Luzern ohne Fellmann und Petrig (verletzt).