Krienser Sieg gegen Wil – das Höchste aller Gefühle

Der SC Kriens bezwingt den FC Wil daheim durch Tore von Nico Siegrist und Omer Dzonlagic mit 2:0 (2:0).

Turi Bucher
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Nico Siegrist trifft in der 4. Minute via Penalty zum 1:0.
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Das Foul verursacht hat Wils Torhüter Anthony Mossi.
Omer Dzonlagic trifft in der 45. Minute zum 2:0.
Der Krienser Omer Dzonlagic (rechts) gegen Wils Dominik Schmid.
Zieht alle Wil-Spieler auf sich: Omer Dzonlagic umringt von Gegnern.
Nimmt Mass: Kriens-Spieler Dario Ulrich.
Spielt gekonnt einen Pass: Diogo Costa vom SC Kriens.
Kriens-Spieler Diogo Costa (rechts) ist schneller als der Wiler Kwadwo Duah.
Den Gegner im Blick: Kriens-Spieler Dario Ulrich.
Schlenzt einen Ball ins Zentrum: Der Krienser Omer Dzonlagic (links), beobachtet von Wils Dominik Schmid.
Der Krienser Omer Dzonlagic (rechts) gegen Wils Dominik Schmid.
Kriens-Torhüter Sebastian Osigwe fängt eine Flanke sicher.

Nico Siegrist trifft in der 4. Minute via Penalty zum 1:0. 

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 8. Februar 2020)

Das ist der erste Sieg des SC Kriens in der Rückrunde: Auf das 0:0 gegen Winterthur und das 0:2 in Lausanne folgt ein 2:0 gegen Wil. Der Sieg ist zwar nicht unverdient, aber auch ein wenig glücklich. Denn der Gegner präsentierte sich spielerisch insgesamt überzeugender als der SCK. Der FC Wil war lange Zeit dominierend, machte Druck, präsentierte sich aber bei den Torabschlüssen mangelhaft. Kriens-Trainer Bruno Berner analysierte allerdings:

«In der Summe ist unser Sieg nicht glücklich und auch nicht schmeichelhaft. Wir haben uns diese drei Punkte erkämpft.»

Die geneigten Kriens-Anhänger rieben sich beim Pausenpfiff aber die Augen: Die 2:0-Führung war das absolute Optimum, das Höchste aller Gefühle. Das 1:0 war schon früh, in der 4. Minute, gefallen. Stürmer Nico Siegrist war im Fünferraum gefoult worden und schoss den fälligen und zu Recht diktierten Penalty scharf zur Krienser Führung ein.

Aber danach waren vor allem die Ostschweizer am Drücker, hätten spätestens in der 27. Minute den Ausgleich erzielen müssen. Sie konterten Kriens aufs Übelste aus, doch Stürmer Julian von Moos zielte alleine vor dem SCK-Keeper daneben.

Herrlicher Angriff zum 2:0

Den Einheimischen half auch nicht gerade, dass dem so wichtigen Kriens-«Scheibenwischer» Burim Kukeli die erste halbe Stunde missriet. Kukeli kassierte schon nach neun Minuten eine gelbe Karte und war auch danach in heikle Zweikämpfe verwickelt. In der 16. Minute ermöglichte Kukeli mit einem Ballverlust Wils Mittelstürmer Kwadwo Douah eine grosse Chance. Kwadwo wurde im Strafraum vom Ball getrennt – Wil-Trainer Ciriaco Sforza reklamierte heftig gestikulierend Foulpenalty, und das war nun wirklich nicht völlig aus der Luft gegriffen. Kukeli wurde in der Halbzeitpause ausgewechselt, allerdings wegen einer Hüftprellung.

Kriens gelang kurz vor dem Pausenpfiff sogar nach die Resultaterhöhung. Albin Sadrijaj verlagerte das Spiel mit einer herrlichen Flanke von links nach rechts. Dort kombinierten sich Dario Ulrich und Diogo Costa in die Wiler Gefahrenzone. Costa bediente mit einer flachen Hereingabe den heranstürmenden Omer Dzonlagic, der mit dem Schuhabsatz den Ball ins Tor ablenkte. 2:0 – effizienter geht’s nicht.

Sforza: «Kriens gut organisiert»

Nach dem Seitenwechsel hätte Siegrist in der 50. Minute sogar auf 3:0 erhöhen können, ja müssen. Kriens-Torhüter Sebastian Osigwe musste in der 53. und 55. Minute jeweils den Wiler Anschlusstreffer verhindern. Im Übrigen bestand die SCK-Abwehr die schwierige Aufgabe gut. «Wir haben wirklich gut verteidigt», meinte Coach Berner. Insbesondere Innenverteidiger Liridon Berisha lieferte eine überzeugende, starke Leistung ab. «Wil kombinierte gefährlich, liess den Ball gut laufen. Aber ja, unsere Abwehrreihe ist kompakt gestanden», sagte Berisha selber. Die Wiler, so hatte man den Eindruck, hätten noch eine «dritte Halbzeit» spielen können und wohl kein Tor erzielt. «Mein Team hat mutig, frech und richtig guten Fussball gespielt», erklärte Wil-Trainer Ciriaco Sforza hinterher.

«Kriens war nicht besser als wir, aber sehr gut organisiert.»

Der erste Sieg in der Rückrunde, die ersten beiden Tore im neuen Jahrzehnt – und doch reist der SC Kriens am kommenden Freitag mit einem Dämpfer nach Zürich: Offensivkraft Daniel Follonier zog sich am letzten Donnerstag im Training einen Muskelfaserriss zu und fällt rund sechs Wochen aus. Andererseits der zu Saisonbeginn wohl nie vermutete Mutmacher: Kriens tritt am Freitag im Letzigrund gegen die Grasshoppers zum Kampf um den Barragenplatz (Rang 2) an. Man lese und staune: Die Differenz zwischen GC und Kriens beträgt lediglich zwei Punkte.

Kriens – Wil 2:0 (2:0)

Kleinfeld. – 1300 Zuschauer. - SR Horisberger.

Tore: 4. Siegrist (Foulpenalty) 1:0. 45. Dzonlagic 2:0.

Kriens: Osigwe; Costa, Elvedi, Berisha, Busset (83, Fäh); Kukeli (46. Alessandrini); Ulrich, Teixeira (59. Abubakar), Sadrijaj, Dzonlagic; Siegrist (88. Tadic).

Wil: Mossi; Dimitriou (71. Kamberi), Schmied, Rohner, Schmid; Abedini; Rohner, Krasniqi (63. Brahimi), Muntwiler (73. Ndau), Padula; Von Moos, Duah (84. Bosic).

Bemerkungen: Kriens ohne Follonier, Wiget, Bürgisser und Fanger. Wil ohne Fazliu, Schäppi, Klein und Wörnhard (alle verletzt). Verwarnungen: 9. Kukeli, 77. Ndau, 78. Alessandrini, 80. Busset (alle Fouls), 91. Sadrijaj (Unsportlichkeit).

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