Krienser sprinten zum höchsten Sieg: 14 Tore Unterschied gegen Endingen

Die Handballer von Kriens-Luzern feiern mit einem Rumpfteam gegen Endingen einen 35:21-Sieg. Ein Spieler feiert dabei eine Premiere.

Stephan Santschi
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Dem Krienser Rückraumspieler Janus Lapajne gelingt ein überragendes Spiel.

Dem Krienser Rückraumspieler Janus Lapajne gelingt ein überragendes Spiel.

Bild: Alexander Wagner (Siggenthal, 12. Dezember 2020)

Es waren spezielle Szenen am Sonntag in der Krauerhalle. Hleb Harbuz und Tim Rellstab, die gross gewachsenen Rückraumspieler, versuchten sich in der Schlussphase auf der ungewohnten Position am linken Flügel. Adrian Blättler wechselte die Seite, griff am rechten Flügel an. Und am Kreis stand mit Luca Stadelmann ein Akteur, der eigentlich dem 1.-Liga-Kader angehört. Kurz: Kriens-Luzern trat im Heimspiel gegen Endingen mit einer dezimierten Truppe an, musste improvisieren.

Die beiden Linkshänder Jernej Papez und Ammar Idrizi sind nämlich verletzt, Kreisläufer Filip Gavranovic und der linke Flügel Ramon Schlumpf wurden geschont und auch Goalie Paul Bar kam wegen körperlicher Probleme nur für drei Penaltys auf den Platz. Trainer Goran Perkovac resümierte:

«Trotz den vielen Ausfällen haben wir aber nie an uns gezweifelt. Das war eine sehr solide Mannschaftsleistung.»

Tatsächlich kam Kriens-Luzern gegen das Schlusslicht der QHL (neu für NLA) mit einem 35:21 sogar zum höchsten Sieg in dieser Meisterschaft, nur der Erfolg im Cup-Achtelfinal gegen den RTV Basel (35:17) war noch deutlicher ausgefallen. Dafür verantwortlich war vor allem das Tempospiel der Zentralschweizer. Die Gegenstösse, die zweite Welle, die schnelle Mitte– alle Elemente, die schnell gespielt werden müssen, funktionierten vorzüglich. Besonders hervor taten sich hierbei die beiden Aussenspieler Blättler und Levin Wanner, die mit acht beziehungsweise sechs Treffern eine starke Chancenauswertung offenbarten.

Regisseur Janus Lapajne passt sein Spiel an

Ausgangspunkt vieler Konterattacken war dabei Spielmacher Janus Lapajne, der zuletzt vom Trainer für sein Auftreten etwas kritisiert worden war. Der Spielfluss war in den letzten Wochen ein Manko der Krienser, auch weil der Slowene oft den Torerfolg sucht und dabei das Spiel verschleppt. Gegen Endingen fand er einen guten Mix aus eigenen Abschlüssen und schönen Pässen zu den Mitspielern. Perkovac:

«Janus hat ein überragendes Spiel gemacht.»

Einer, der von den Zuspielen des Regisseurs profitierte, war Luca Stadelmann. In seinem erst zweiten QHL-Spiel erzielte er in der 26. Minute sein erstes Tor auf diesem Niveau. «Darüber habe ich mich mega gefreut», sagt Stadelmann zu seiner Premiere. «Eigentlich habe ich nicht mehr damit gerechnet, in dieser Saison nochmals Handball zu spielen.» Gewöhnlich tut er dies mit dem HCK in der 1. Liga, doch der Spielbetrieb in den Regionalligen ist wegen der Coronamassnahmen bekanntlich abgebrochen worden. Erst am Mittwoch erhielt er den Anruf von Perkovac, nur drei Trainings hatte er Zeit, um sich auf den ersten Ernstkampf seit fünf Monaten einzustimmen. «Den Samstag verbrachte ich auf dem Sofa, weil ich wegen des Muskelkaters kaum gehen konnte», erklärt er mit einem Schmunzeln. Vorderhand bleibt Stadelmann im Team. Und dürfte auch am nächsten Samstag gegen St.Gallen im Aufgebot stehen.

Kriens-Luzern – Endingen 35:21 (18:11)
Krauerhalle. – SR Joss/Ouardani. – Strafen: 6-mal 2 Minuten plus rote Karte für Piroch (38./3-mal 2 Minuten) gegen Kriens-Luzern, 3-mal 2 Minuten gegen Endingen.
Kriens-Luzern: Eicher (11 Paraden)/Bar (1 Parade); Wanner (6 Tore), Piroch (3), Lapajne (6), Harbuz (3), Blättler (8), Delchiappo (1), Lavric; Oertli (3), Stadelmann (1), Rellstab (4).
Endingen: Schams (5 Paraden)/Imhof (2 Paraden, 1 Tor); Mauron (3), Larouche (5/1), Schafroth (2), Radovanovic (1), Grau (2), Huwyler, Christian Riechsteiner (2/1); Pejkovic (3), Huesmann (1), Lukas Riechsteiner, Mühlebach, Portmann (1).
Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Papez, Idrizi (beide verletzt), Gavranovic, Schlumpf (beide geschont). Christian Riechsteiner schiesst Penalty über das Tor (23./13:9). Bar pariert Penalty von Christian Riechsteiner (37./22:14).